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Abend an der Mündung des Flusses

Traum vom 17.06.2005

Eine schmale Landzunge erstreckt sich parallel zur Küste. Es ist Abendstimmung, die Dämmerung wird im nächsten Moment eintreten… alles kommt zur Ruhe, Frieden kehrt ein. Die Menschen sind aus dem Meer gestiegen, während der Nacht sollte man dort nicht bleiben. Die dem Meer Entstiegenen stehen schweigend, mit versunkenem Blick über das Meer. Ein schlanker aufrechter Mann um die Fünfzig – intelligent und ernst wirkend, mit dunklem Anzug und hellem Oberhemd – möchte unbedingt noch ins Wasser, ehe es ganz dunkel wird. Die Zeit ist knapp, also geht er voll bekleidet hinein. Etwas später kommt er wieder heraus – wassertriefend, zufrieden und gelassen.

Während ich die Landzunge entlanggehe, bemerke ich links hinter mir seine Begleitung. Vor mir nun eine Gruppe lebhaft diskutierender Männern und Frauen. Gunther ist auch dabei. Mit einem Male sitze ich in einem kleinen Skooter. Es trudelt mich ziemlich herum in diesem Vehikel und ich gerate unter ein kreisendes Kettenkarussell. Es ist mit Kindern besetzt, und obwohl sie über mir kreisen, ist mein Körper ihren Beinen doch im Wege. Der Bereich unter dem Kettenkarussell übt eine gewisse Anziehungskraft aus, denn auch wenn mein Wägelchen ziemlich verrückt kreiselt – und ich überlasse es gelassen diesen Energien – so komme ich aus dem Bereich nicht hinaus, sondern gerate immer wieder hinein.

Es ist vorbei und ich blicke aufs Meer. Zu gerne würde ich ins Meer steigen, spüre eine solch ziehende Sehnsucht! Ein junger Mann – der umarmende Mann aus dem Traum mit der Hinterlassenschaft des Wassertrinkers – kommt von hinten wohlwollend auf mich zu und fragt mich, ob ich ins Wasser möchte. „Ja, gerne!“ antworte ich erfreut. Er sagt, er wolle mich noch schnell ins Meer bringen, bevor es dunkel wird. Schon sind wir im Wasser. Ich liege schwimmend auf seinem Rücken, wobei mein Bauch auf seinem Kopf lagert. Dabei spüre ich ihn nicht körperlich, sondern mehr als tragende Kraft. Wir gelangen schnell ins Meer hinaus.

Bald geht es rechts in eine Flussmündung. Wir schwimmen dort hinein und der junge Mann fordert mich auf, die Wasserskier anzulegen, die sich tiefer im Wasser befinden. Die tragende Kraft des Mannes lässt es zu, meine Füße unter die vorgesehen Riemen schieben, ohne dabei unterzugehen. Die Wasserskier bestehen aus durchsichtigem, orangerot getöntem, sehr biegsamem Kunststoff. Zwei schwarze Riemen sollen die Füße halten. Anfangs steige ich mit beiden Füßen in einen Riemen. Dann bemerke ich, dass es mehr Sinn macht, die Füße in Schrittstellung hintereinander in beide Riemen zu stecken, damit sich das flexible Material auf Spannung bringen kann. Und es muss auf Spannung sein, wenn es mich tragen soll.

Inzwischen sind wir immer weiter dem Flusslauf gefolgt und in einer wunderschönen, idyllischen Umgebung mit dörflichem Charakter gelandet. Hohe alte Bäume und dunkelgrüne Büsche säumen den naturbelassenen Uferrand. In der Ferne eine plätschernde alte Wassermühle. Die Sonne glänzt zwischen dem Blattwerk hindurch – es ist so schön!

Ein junger Mann liegt auf meinem Rücken – mit seinem Kopf im Bereich meiner Lendenwirbel. Er hat großen Bammel davor, in diesem Fluss Wasserski zu laufen. Das Wasser ist immer dunkler und undurchdringlicher geworden, und er befürchtet, wir könnten uns mit den Skiern in etwas verfangen. An diese Möglichkeit hatte ich noch gar nicht gedacht. Seine Überlegungen sind angebracht, aber so große Angst braucht man davor doch wirklich nicht zu haben, oder? Na, wie auch immer, es ist okay, dass er da ist. Ob es wirklich klug ist, hier Wasserski zu laufen? Da meint der tragende Mann unter mir, wir sollen doch noch abwarten – noch sei es nicht soweit!

Kurze Zeit später – nachdem wir ausgiebig betrachten konnten, durch welche Landschaft dieser Fluss geht – drehen wir um und machen uns auf den Rückweg zum Meer. Etwa hundert Meter vor der Stelle, wo der Fluss ins Meer mündet, zeigt sich der Fluss immer heller; so klar und himmelblau wie das Meer selbst. Zudem hat der Fluss hier spürbar Gefälle und es könnte nun schneller vorangehen. So ist es aber nicht! Die Spannkraft der Wasseroberfläche hält uns in vernünftiger Schwimmgeschwindigkeit.

Deutlich sichtbar der Übergang des dunklen zum hellen Wasser. Ich mache mich bereit, gleich auf die Skier zu steigen. Zwei Enten – eine Schwarzgefiederte mit weißen und eine Weißgefiederte mit schwarzen Flecken – schwimmen uns entgegen. Das passt wunderschön zum idyllischen Charakter des Flusses. Es geht nun ziemlich gefällig bergab – gleich werden wir das Meer erreichen. Die Furcht des Mannes auf meinem Rücken ist verstummt. Gleich geht’s los und ich bin gespannt, wie es sich anfühlt. Ich weiß, ich werde bis zu den Knien im Wasser eintauchen und so im Meer laufen.

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