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Hell Drivers auf Ebene 44

Traum vom 12. Oktober 2005 – 4:44 Uhr

In einem weitläufigen Parkhaus – unterirdisch. Ich gehe zu unserem roten Passat Kombi, der hier unten abgestellt ist. Diese Parkebene zeigt sich zu dieser Zeit ziemlich verlassen – zumindest von hier aus ist sonst kein weiteres Fahrzeug zu sehen. Während ich zum Passat gehe, und dann die Tür öffne, gibt es diese typisch nachhallenden Geräusche – ein leise scharrendes Geräusch der Schuhsohlen, so als könne man jedes einzelne Sandkörnchen unter den Füßen hören, ein deutlich hörbares Klacken beim Aufschließen. Ich setze mich ins Auto, schließe die Tür – dabei ein satter Widerhall in der weiten Halle – stecke den Schlüssel ins Zündschloss und mache mich innerlich zum Starten bereit. Ich weiß, dieses Auto muss behutsam und mit viel Einfühlung gestartet werden, sonst springt es womöglich gar nicht an. Ich drehe den Schlüssel, horche aufmerksam hin, um das Zünden bereits den entscheidenden Moment vorher zu erspüren, und dann zum rechten Zeitpunkt ganz sachte Gas geben zu können – denn das verspricht nach bisherigen Erfahrungen am ehesten Erfolg. Nun ist es allerdings so, dass ich diesen bestimmten Klang kurz vor dem Zünden nicht gut ausmachen kann, da der Widerhall die aktuellen Geräusche leicht überlagert. Ich darf den Anlasser aber auch nicht zu lange über den Zündmoment hinaus festhalten, weil das der alten Maschine nicht gut täte und die Batterie womöglich leer würde. Und dann wäre es erst einmal für ein Weilchen mit dem Starten vorbei.

Ich horche sehr konzentriert, spüre mich geradezu hinein und komme zu dem Schluss, dass der Wagen bereits angesprungen sein könnte. Gleichzeitig sehe ich durch die Windschutzscheibe eine Frau – sie ist etwa in meinem Alter – kommen. Oje, wenn der Wagen bereits läuft, dann gibt es in den Ohren der Frau bestimmt einen Heidenlärm! Gründe genug, ich muss es jetzt riskieren… und lasse den Anlasser los. Genau im richtigen Augenblick. Mit einem vertraut weichen und runden Ruckeln kommt der Motor verhalten in Schwung. Ganz sachte trete ich auf das Gaspedal, soweit, bis der Motor einen satten energievollen Klang von sich gibt und vielversprechend gleichmäßig vibriert. Super, auf geht’s!

Vor mir liegt die Ebene 35. Eine Auffahrrampe aus Holz ist vor die Ebene geschoben, so dass ich bequem hinauffahren kann. Hier und da stehen kleine Grüppchen herum und plaudern angeregt – und, wie ich mit angenehmen Gefühl feststelle, scheinen alle friedlich und entgegenkommend. Im Schritttempo folge ich dem Weg, um diese Ebene zu durchqueren. Kurz darauf erreiche ich die Zufahrt zu Ebene 44. Und sehe, dass ich noch nicht hinauffahren kann. Die Männer, die hier fleißig arbeiten und organisieren, haben momentan die mobile Auffahrrampe beiseite gelegt. Die andere Hälfte der Rampe – die Abfahrrampe – steht noch da. Da ich von der offenen, hohen Seite hineinblicken kann, sehe ich, dass es sich um eine Holzfläche handelt, die auf einer einfachen hölzernen Konstruktion liegt. Ich versuche zu erkennen, warum die Auffahrt derzeit nicht gewährt wird. Offenbar findet auf Ebene 44 eine Veranstaltung steht. Einer der Arbeiter lässt mich dann wissen, dass dort heute die Hell Drivers agieren! Oh, die Hell Drivers – die sind mir bekannt! Wow ja, das sind wagemutige und tollkühne Fahrkünstler, die das Autofahren in Perfektion beherrschen. Und es ist eh klar, dass ich da jetzt nicht reinfahren sollte. Vor meinem Augen erscheinen die Fahrzeuge der Hell Drivers: Mittelklassewagen älteren Jahrgangs, vor allem ein sportliches Modell VW-Käfer aus den 60ern – der wie neu aussieht – fällt mir besonders ins Auge: der Lack poliert, die Chromstoßstangen glänzend. An den Türen kreisrunde Aufkleber: eine zweistellige schwarze Zahl auf weißem Grund. Der Fahrer nimmt vielleicht Anlauf, um dann die Rampe hinaufzufahren und zu einer waghalsigen Nummer anzusetzen.

Mir wird vermittelt, dass ich nicht mehr lange warten muss, bis ich auf Ebene 44 fahren kann. Rechts von mir steht ein kleines Kassenhäuschen. Dort werden die Eintrittskarten für diese Veranstaltung verkauft. Eine ältere Frau sitzt dort drinnen und fragt mich freundlich, ob ich nicht Eintrittskarten kaufen wolle. Im Eintrittspreis – der bei 1,50 oder 2,50 Euro liegt – sei auch ein Erfrischungsgetränk enthalten. Mike und Moina sind dabei. Und ich überlege, dass Moina bestimmt gerne etwas trinken würde. Da rechnet sich der Eintrittspreis schon allein wegen des Getränks. Mike wäre sowieso nicht damit einverstanden, wenn ich für so etwas Überflüssiges, wie diese Vorstellung, Geld ausgebe. Außerdem fühle ich mich auch nicht wohl bei dem Gedanken, ganz beliebig alles mitzumachen, was sich mir anbietet. Ich sollte da vielleicht lieber bewusst Entscheidungen treffen? Die Arbeiter – sie erinnern an Kfz-Mechaniker, wie an den Boxenstopps bei Autorennen – kommen und bauen die Auffahrtrampe vor mir auf. Sie geben mir ein Zeichen, dass ich gleich losfahren kann. Irgendwas lässt mich zögern… vielleicht weil ich nicht sicher bin, ob ich wirklich schon losfahren soll. Vielleicht auch, weil ich den Bereich der Ebene 44 noch nicht überblicken kann. Ich kann nicht sehen, was mich erwartet; und ich bin nicht sicher, ob die Hell Drivers ihre Vorstellung beendet haben.

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