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Die alten Auswanderer

Traum vom 25. September 2009

In dem Klassenzimmer, das ich soeben erreiche, findet Erwachsenenbildung statt. Ein Mann bewundert meine selbstbewusste Vorgehensweise. Ich trage nämlich ein schwarzes Top, lege meine Jacke ab und zeige mich ja ziemlich unbedeckt. Meine Notebookmappe und die Schreibunterlagen lasse ich schwungvoll auf die Tischplatte gleiten.

Da mir der weitere Ablauf noch nicht klar ist, und auch trotz einiger Beobachtungen nicht klar wird, gehe ich zurück in den Vorraum, wo eine Ausstellung stattfindet. Ein dort platzierter Stand bietet etwas Besonderes: Cellophantütchen, mit Kopien von Zeitungsausschnitten; die Beutelöffnung zweifach verschweißnäht. 6,80 € soll so ein Tütchen kosten. Da die Tütchen teils schwarz bedruckt sind, lässt sich kaum erkennen, was darin enthalten ist. Man weiß eigentlich nur, dass die Zeitungsausschnitte einige Informationen zu den Vorfahren liefern. Nur ob es um die eigenen Vorfahren, die eigene Herkunftsfamilie geht und ob es interessant ist, erfährt man erst einmal nicht.

Für mich ist es allerdings ganz logisch, dass ich ein solches Tütchen erwerbe. Ich ziehe die Papiere aus dem Tütchen und bin enttäuscht von der Qualität. Einfachste Kopien. 2 Stück nur. Eine zeigt ein großes Foto nebst Text. Auf dem Bild ist ein mir unbekannter Mann mit Wollkappe und dickem Schnauzbart zu sehen, der sehr ernst und sorgenvoll in die Kamera blickt. Im Hintergrund die vielen anderen Auswanderer. Das Schiff geht nach Übersee.

Der Mann, der mein Selbstbewusstsein ansprach, meint nun angesichts meines entschlossenen Öffnen des Tütchens: “Na, du wagst etwas.” Er lächelt zugeneigt mit interessiertem Blick.

“Für 6,80 € kann man es wagen!” antworte ich und packe alles sorgfältig in das Tütchen zurück. Anfangs habe ich damit ein etwas schlechtes Gewissen, aber dann sehe ich – und das kommt unerwartet und überrascht mich – dass sich das Tütchen sehr wohl wieder verschliessen lässt. Es hat einen Drehverschluss. Es befindet sich nun im ursprünglichen Zustand und kann weiter verkauft werden. Für mich hat das Angebot seinen Reiz verloren – sicherlich sind in allen Tüten nur x-beliebige Zeitungsausschnitte ohne jeglichen persönlichen Bezug; so als kaufe man sich ein Themen-Tütchen mit Briefmarken in einem Kaufhaus. Nein danke.

Zurück im Klassenraum. Der Mann steht neben mir, möchte nun – da mein sparsam bedeckendes Top wenig Hinderungsgrund bietet – an meinen Brüsten lutschen und lecken. Nanu nanu? Ich trage einen breitflächigen BH aus hautfarbenem Material – wirkt sehr bieder und bedeckt und ragt weit unter dem Top hervor. Eigentlich gibt es kaum nackte Brust zum direkten Kontakt. Es ist zu überlegen, den BH einfach abzulegen. Ja, soll ich das machen?

Traumpfad:
Die Auswanderer… vielleicht eine Anspielung darauf, weil ich seit gestern damit beschäftigt bin, meine Koffer mit über 2000 Traumfilmen zu packen, um auszuwandern.

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