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Die Charismatische und Feldsalat

Traum vom 26. September 2009

Meine kleines Kind, ein mit Windel bekleidetes Mädchen, das gerade laufen gelernt hat, soll nun lernen, sicher die Straße zu überqueren. Mehrmals erläuterte ich ihr, wie es geht. Doch sie kümmert sich nicht darum, läuft jauchzend und kreischend, quietschvergnügt über die Straße, ohne nach links oder rechts zu blicken. Anfangs interveniere ich noch: „Na?! Warten, nach links schauen, nach rechts schauen und wenn kein Auto kommt, losgehen.“ Aber es macht keinen Sinn, sie läuft immer einfach los. So packe ich sie wortlos und setze sie auf den Bürgersteig zurück.

Kaum geschehen, reist auf dieser Straße der Käpt’n an – er kommt von rechts. Er kommt unerwartet; ich bin nicht vorbereitet. Es herrscht Chaos, wenngleich im Außen nichts davon zu sehen ist. Allerdings erstreckt sich meine Wahrnehmung auf ein so weites Umfeld – auch in der verschwommenen Ferne versuche ich alles im Auge zu behalten – dass der Eindruck von Chaos erst durch meine Zerstreutheit entstehen mag. Zu viele, von einander unabhängige Vorgänge, die noch fern und nicht ganz klar, ziehen die Aufmerksamkeit ebenso auf sich, wie das Gegenwärtige. Das ist chaotisch.

Ich eile dem Käpt’n hinterher. Ebenfalls zwei weitere Frauen. Ehe ich ihn begrüßen kann – er ist an mir vorbei gerannt, als habe er mich nicht gesehen – kümmern sich diese beiden Frauen um ihn. Ihre Körper behindern eine nähere Kontaktaufnahme. Allerdings reagiert er auch kaum auf die Frauen. Er setzt sich in einem dunklen Nebenzimmer – keine Fenster, keine Beleuchtung – auf einen Stuhl und starrt wie abwesend auf die gegenüber liegende Wand. Es fällt nur etwas Licht vom Raum nebenan durch die offene Tür. An die Stuhllehne hängte er ein weißes Tragetütchen mit grob gehäckseltem Feldsalat. Unfreundlich teilt er mit, dass dies sein Essen sei.

Uh, das erinnert mich daran, dass ich während seines letzten Besuches versäumte, ihm etwas zum Essen anzubieten. Wie unangenehm. Die beiden anderen Frauen zeigen sich von seiner Laune unbeirrt, wuseln freundlich um ihn her, um es ihm nett zu machen. Eine der beiden Frauen erkenne ich: es ist die Charismatische. Sie hat lange seidige blonde Haare, ihre blauen Augen glänzen und leuchten, ihre Haut ist rosig vor Freude und Glück. Eigens für den Käpt’n hat sie sich einen schwarzen Jeansrock angezogen, der knapp über ihren Knien mit einem gekräuselten Chiffonsaum endet. Es wirkt ganz apart. Sie hat gut Handeln… Ihr Anblick lässt mich resignieren und ich verlasse den Raum.

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