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Wassergehalt der Angst

Traum vom 6. März 2006

Ich mache eine weite Fahrt in nördliche Richtung. Die Straße ist breit und weit und frei… führt mit sanft ansteigendem Schwung langsam immer höher. Je nördlicher ich komme, umso klarer zeigt sich der Himmel. Eine atemberaubende Leichtigkeit und Weite erfüllen mich – eine leise beglückende Vorfreude auf das was kommen mag. Schon bald durchfahre ich Skandinavien und es ist so schön – Klarheit, Frische Weite… Freiheit, Leichtigkeit… mir ist, als löse ich mich langsam in Glück auf.

Szenenwechsel:
Ich halte meinen roten Passat direkt am Anfang einer schwungvollen Brücke. Parke so, dass ich geradeaus – und seitlich am Brückengeländer vorbei – eine möglichst freie Aussicht habe.
Dieses mache ich auf mehreren Ebenen so, bis ich das Auto etwa zehnmal auf der Brücke geparkt habe. Unter mir parkt also dieser Passat auch noch einige Male auf einer ebensolchen Brücke. Der Motor läuft überall mit Standgas. Eine Frau sitzt neben mir im Auto und sie fragt mich etwas wegen der laufenden Motoren. Ich spüre mich in die anderen Passats, überprüfe dass es weder zuviel noch zuwenig Gas gibt. Das erfordert eine gewisse Konzentration, und ich schließe dabei ein wenig die Augen und richte mich nach innen. Vielleicht ist es ein ganz wenig zuviel Gas. Ja, ich denke schon, aber lasse es jetzt mal so, damit keines der Fahrzeuge ausgeht.

Szenenwechsel:
In einer neuen, eher modernen Küche. Eine Weile war ich damit beschäftigt, hier alles aufzuräumen und zu säubern. Ich bin fast damit fertig – nur noch wenige Handgriffe. Ich stehe hinter dem Küchentresen und schaue aus dem großen Küchenfenster – es zeigt Richtung Meer. Durch meine Arbeiten hier, hat sich das Fenster etwas nach links verschoben. Gleichzeitig ist die Treppe von rechts nachgerückt und versperrt nun einen Teil meiner Sicht nach draußen. Falls ich hinaussehen will, muss ich weiter nach links gehen. Vor dem Tresen weiter links steht ein Mann. Er ist beschäftigt, liest vielleicht Zeitung oder sortiert Papiere. Ganz rechts auf dem Tresen steht ein leerer quadratischer Serviettenhalter aus Chrom. Ich nehme ihn und rücke ihn ganz nach rechts – nun ist der Tresen frei und aufgeräumt. Ich trete wenige Schritte vom Tresen zurück und betrachte das Ergebnis. Dabei wird mir klar, dass ein oder zwei Barhocker gut und praktisch wären – ich könnte sie hier hinstellen. Dabei habe ich zwei vor Augen, die eine runde, hell gepolsterte Sitzfläche auf einem Chromunterteil haben. Der Mann bemerkt meine Überlegungen, schaut auf und zeigt mir, dass direkt bei ihm zwei Barhocker stehen. Sie stehen an den Tresen geschoben und sind ein wenig unter der etwas vorspringenden Oberfläche des Tresens verborgen. Das ist günstig, dass schon welche da sind! Auch wenn diese Barhocker eine eckige Sitzfläche und eine niedrige Rückenlehne haben– also nicht ganz so, wie ich sie mir vorgestellt habe.

Es befindet sich noch ein weiterer Mann in der Küchenabteilung – schräg links hinter mir. Ein sehr schlanker Mann mit dunklen Haaren in meinem Alter in engen schwarzen Jeans mit einem schwarzen Hut auf – ein harmloser Mann, der ein wenig an frühere Pistolenhelden erinnert. Dieser fragt mich, welchen Auftrag ich habe. Der andere Mann schaut ebenfalls interessiert her. So erzähle ich davon:
Ich habe hier (in Skandinavien) den Wassergehalt des Meeres zu analysieren und muss regelmäßig Berichte darüber schreiben. Ich tue es jetzt. Schließe leicht die Augen, versenke mich nach innen und weite mich, spüre nach… spüre mich zu dem Meer hin. Bald nehme ich es wahr, aber ich erkenne es nur unklar. Ich spüre weiter, warte ab, bis ich deutlich Klarheit spüre. Dieses Mal ermittele ich einen Wassergehalt von 85%.

Dann ordne ich den Bericht von der Untersuchung in eine Mappe und übergebe sie dem Revolverhelden. Es ist eine Auswertung über ihn persönlich – vorhin entstanden, als ich den Wassergehalt analysierte. Der Mann nimmt die Mappe, und macht sich auf den Weg nach Hause.

Er geht einen staubigen breiten Weg entlang und erreicht bald das Holzhäuschen, in dem er wohnt. Einstmals waren die Holzbretter dunkelblau. Inzwischen sind sie von einem Hauch schwarzer Farbe überzogen, der sie dunkelviolett tönt. Der untere Rand des Gebäudes ist von einem millimeterbreiten roten Streifen umzogen. Eine kräftige Stimme von oben macht mich darauf aufmerksam: „Violett ist die Farbe der Angst!“ Oh, das finde ich interessant – ich wusste es bisher nicht! Mir fällt dazu ein Traum ein, in dem es um eine Hardrock-Band namens „Suizid“ ging, die trugen alle schwarzviolette Klamotten. Das lässt das noch einmal in anderem Licht erscheinen. Der Mann tritt ins Haus und will sich nun mit den Ausarbeitungen befassen. Es ist kein Problem für ihn, sich offen darauf einzulassen. Der Mann wird mir richtig sympathisch, als ich das erfahre.

Ich bleibe dann allein auf der Straße zurück. Eine volltönende Stimme aus dem Himmel spricht:
„ Und führe sie zu den Wassern der Angst, wie die dürstenden Schafe auf der Weide!!“

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