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Märchenhafter Ort mit unschuldigem Duft

Traum vom 2. April 2006

Halbdunkler Vorraum in einem Lokal – Wärme und Geborgenheit. Offenbar ist heute ein Feiertag. Es sind mehr Gäste eingetroffen, als die Leitung hier vermutet hatte. Da kann ich mich gleich in die Arbeit stürzen. Es ist etwas problematisch, da ich nicht weiß, inwieweit die Gäste bereits von Kolleginnen bedient werden. Die meisten Gäste wollen zahlen – Aufbruchsstimmung. Da ich unmöglich alles auf einmal und allein bewältigen kann, hole ich ein paar Kolleginnen hinzu. Nun steht der Moment kurz bevor, an dem jeder eine kleine weihnachtliche Gabe erhält. Alles leuchtet warm wie im Kerzenschein, und ich spüre den Kerzenschein ebenso in mir, so wie er mich umgibt.

Wieder draußen in winterlich-feierlicher Natur. Halbdunkel, milder Schein und feierliche Stimmung wie zur Weihnachtszeit. Ganz in der Nähe befindet sich die Frau – ein weiblicher Nikolaus – die vorhin die kleinen Gaben verteilte. Sie ist bemerkenswert groß – vielleicht zweieinhalb Meter – aber es wirkt ganz gewöhnlich. Die Bescherung ist vorbei. Da ich mit der Arbeit so beschäftigt war, konnte ich meine Gabe nicht in Empfang nehmen. Die lange Frau möchte sie mir nun nachreichen. Sie macht eine ausbreitende Bewegung mit den Armen, mit geöffneten Handflächen nach oben. So schaue ich hinauf in den mondhellen Nachthimmel. Mein Blick berührt dabei eine sehr alte, hochgewachsene schlanke Kiefer, deren dunkelgrüne Zweige mit einer dicken Schicht pulverigen Schnees bedeckt sind. Durch die Armbewegung ausgelöst, durchfährt ein himmlischer Wind die Zweige, wodurch sie sich ausschütteln und der Schnee samt der Gabe herabrieselt. Es ist wie ein wundersamer Sternenregen, der die Gabe enthält, wobei ich sie nicht erkennen kann. Die lange Frau schaut auf mich herab und lächelt mit leisem Vergnügen.

Ein angenehm und gleichzeitig würziger Duft erfüllt die Luft voller sanfter Zartheit. Dies Märchenhafte löst ein ganz eigenartiges Gefühl aus: ich fühle mich gut und in mir aufgehoben, und ein warmer Frieden erfüllt mich. Woher kommt dieser wundersame Duft? Ich gehe ein paar Schritte weiter in die Richtung, die bis zu diesem Augenblick hinter mir lag. Dabei betrete ich einen abgelegenen Bereich, der einem Marktplatz ähnlich ist. Einige Flohmarkttische sind aufgebaut. Dahinter stehen einige Polinnen. Einige von ihnen sind recht groß – allesamt hager bis schlank. Man merkt ihnen ihre einfache Herkunft und ihr anspruchsloses Leben an. Sie bringen auf angenehme Weise einen ganz natürlichen Stolz zum Ausdruck. Je länger ich diese Frauen betrachte, umso sympathischer werden sie mir. Ihre Gesichter sind ernst und klar. Das angedeutete Lächeln zeigt das, was sie auch innerlich geben können. Sie sind unaufdringlich geschminkt, was ich als Ausdruck der Wertschätzung ihrer Weiblichkeit wahrnehme. Sie bringen es auf diese Weise zum Ausdruck. Allesamt halten je eine Puderquaste in den Händen, die voller Puder ist. Diese schütteln sie aus dem Handgelenk heraus, so dass sich der Puder in der Luft zerstäubt. Dadurch entsteht also der angenehme Geruch hier überall… wie wundersam… Angelique geht an meiner Seite und wir unterhalten uns über all das hier.

Kurz darauf suche ich einen Bereich am Rande des Platzes auf, wo ein Brett an der Wand befestigt ist. Davor befindet sich ein Spiegel. Ich halte ein Näpfchen mit metall-moosgrünem Lidschatten in den Händen. Es ist ein ganz alter Lidschatten, wie ich an der von früher vertrauten Farbe erkenne. Wir Rouge verteile ich es auf meinen Wangen. Es gefällt mir nicht… der metallische Glanz und die glänzenden Flitter darin… es sieht einfach blöd aus. Ich versuche es mit den Handflächen abzuwischen, verteile es dabei nur noch mehr. Letztlich muss ich erkennen, dass ich mir einen Vollbart ins Gesicht gerieben habe. Das ist ja nun völlig daneben und meine Entscheidung ganz klar: ich werde mir jetzt das Gesicht mit sehr viel Wasser waschen. So ist es dann.

Notiz:
Bei dem Duft denke ich an “Sweet Honesty”

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