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Der letzte Schliff

Traum vom 23. September 2009

In einer kleinen Werkstatt mit einer stillen Töpferei. Der alte Töpfermeister hat alle Gefäße für die Präsentation fertiggestellt. Ein paar Teilen fehlt noch der letzte Schliff. Ohne nachzufragen nehme ich einen Glashobel zur Hand und glätte damit die äußere Oberfläche der noch nicht gebrannten Tontöpfe. Die Tontöpfe sind bereits gefärbt: Bauernblau, mit kleinen weißen Punkten in Blütenform – der Ton ist von den Farben und Mustern gänzlich durchdrungen. Der Hobel gleitet ganz leicht durch den noch weichen Ton und trägt die obere Schicht sauber ab, so dass eine völlig glatte Oberfläche zurück bleibt. Einigen Ornamenten und einigen auf den Töpfen angebrachten Figuren hatte der Töpfer ein Muster verliehen. Auch das hobele ich ab. Ich achte allerdings darauf, dass die Konturen deutlich sichtbar bleiben.

Der alte Töpfermeister schaut nach, was ich tue. Als er sieht, wie entschlossen und radikal ich die Oberfläche glätte, meint er mit einem Zwinkern in den Augen: „Na, du traust dich was!“

Ja, gerade eben überlegte ich, ob es ihm überhaupt recht ist, wenn ich die von ihm eigens aufgetragenen Muster komplett entferne. Vielleicht hatte er sich etwas dabei gedacht und ich beschneide ihn um den schmückenden Teil des Ganzen? Aber nein, seine Reaktion zeigt mir, dass es in Ordnung ist, so wie es ist. Vielleicht versteht er, dass ich den Vorgang des letzten Schliffs ein wenig beschleunigen möchte, damit möglichst viel zur Vernissage fertig ist.

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