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Nicht die Namen und alle Hände voll

Traum vom 24. November 2010

Die Ladefläche des kleinen Transporters ist mit quadratischen Pappdisplays ausgelegt. Auf jedem Display sitzt einer meiner Klassenkameraden, die während der Reifezeit für mich von Bedeutung waren; ob das im guten oder schlechten Sinne war, ist völlig ohne Bedeutung. Eine fast feierliche Situation. Staunend und mit stiller Freude gehe ich auf einen jeden zu und reiche ihm oder ihr die Hand. „Hallo Gerlinde. Hallo Lothar. Hallo Axel.“ Mit jedem wechsele ich ein paar anerkennende Worte und gehe dann zum nächsten. Da ertönt mit einem Mal eine Stimme von oben: „Das sind nicht ihre Namen.“ — Nanu? Na doch, ich bin wirklich sicher, dass ich sie mit dem richtigen Namen angesprochen habe. In mir erwacht Widerstand; ich weiß es schließlich zweifelsohne. „Nein, es sind nicht ihre Namen.“ wiederholt die Stimme sachlich, aber mich Nachdruck. Sehr sonderbar. Es sind nicht ihre Namen? Welche tragen sie denn dann?

Seit einigen Tagen bin ich zu Gast bei Unbekannten. Ich verhalte mich ruhig, spreche fast nicht, um nicht zu stören. Doch dann erscheinen Wasserwerfer. Sie zielen auf mich. Einige zielen volle Granate auf mich! Ich halte den Kasten eines Saiteninstruments, vielleicht auch die Keyboardtasche wie ein Schild vor Kopf und Brust. Da sagt die Gastgeberin, ich dürfe mich nicht davor bewahren. Ich müsse es zulassen, getroffen zu werden. Ich will das nicht gleich einsehen, mache mir aber Gedanken, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass die Frau mir schaden will. Aber: da wäre ich hinterher ja voll nass! Das kann doch auch sie nicht wollen? Aber sie bleibt dabei: ich soll alles zulassen.

Ich habe mir einen kleinen Feuerstuhl zugelegt. Naja, es ist ein Moped. Damit düse ich in der Dunkelheit des Morgens los. Biege an der nächsten Kreuzung rechts ab, fahre die noch ruhige Landstraße weiter. In der Ferne bereits die nächste Ampel ahnend. Auf dem Weg lasse ich in Abständen einige meiner Zeichnungen an den Straßenrand gleiten. Ich achte darauf, dass es zu keinen Überlagerungen kommt. Doch langsam gerate ich in Stress, denn erstes muss ich an der Ampel alle Papiere abgelegt haben – es ist sicher, dass die Ampel Rot zeigen wird – und zweites hat das Verteilen einen sonderbaren Effekt: für jede abgelegte Zeichnung fallen mir zwei weitere Zeichnungen von mir in die Hände. Je mehr ich also eile und ablege, um so mehr werde ich am Ende in den Händen halten! Dennoch gelingt es mir, an der Ampel beide Hände frei zu haben. Nun heißt es: Abwarten, bis es Grün wird.