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Waldmeister und Rinde

Traum vom 26. November 2010

Ein urtümlicher Wald. Einige Gäste und ich machen Halt. Eine Pause, um sich über Aktuelles auszutauschen. Seichte Plauderei, die oberflächlich genug ist, dass ich mich ihr ohne schlechtem Gewissen entziehen kann. Wenige Schritte von den anderen entfernt bemerke ich einen ungewöhnlichen Wuchs am Wegrand. Moos oder sehr kurze, weiche Gräser bilden ein braun-grünes Muster. Braune Ovale in Waldgrün eingebettet. Ich steige auf einen am Weg liegenden Baumstamm, um einen besseren Blick darauf zu haben, ohne mit den Füssen hineinzutreten. Ein unerklärlicher Anblick. Es ist „nur“ Moos, das in einem ganz einfachen Muster und in waldüblichen Farben gewachsen ist. An sich nichts besonderes, und doch ist es von überwältigender Schönheit. Ich kann und will meinen Blick nicht abwenden – so als könne es in einem unbeobachteten Augenblick entschwinden. Mit der rechten Hand gebe ich einige ungeduldige Zeichen nach hinten, denn ich weiß um meinen Begleiter, der nur zwei Schritte entfernt herumsteht. Signalisiere, er möge mir bitte meinen Fotoapparat reichen. Ich wage mich schon nicht mehr zu bewegen, weil der Baumstamm unter meinen Füssen rollt, sich zu entziehen droht. Dieses wundersame Waldmuster… atemberaubend… ich blicke durch den Sucher…. Ein Teil eines anderen gefällten Baumstammes kommt mit ins Bild. Die ausdrucksstarke kräftige Borke gibt einen interessanten Kontrast zum Weich des Mooses. Ich hatte diesen Kontrast nicht gesucht, doch nun gefällt er mir sehr. Ein guter Ausschnitt, denn gerade das Weiche macht das Raue noch interessanter; es gewinnt an Schönheit. Aber ganz zufrieden bin ich noch nicht. Könnte ich mich nur bewegen! Doch es knackt, rollt und knarrt unter meinen Füßen. Der Stamm könnte sich jeden Moment als Standpunkt entziehen. Der Begleiter sieht übrigens überhaupt nicht ein, warum ich hier unbedingt ein Foto machen will. Er sieht nichts Interessantes.

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