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Schule Lebenlang

Traum vom 27. November 2010

Vorhof der Grundschule – eine Mischung aus dem Pausenhof der Münzenbergerschule und dem Vorhof der Worpsweder Schule. Große Pause, für einige Schüler der Schulbeginn. Zwei Schulkameradinnen unterhalten sich, während ich etwas abseits stehe – wir sind erwachsen aber Schüler. Merkwürdig,aber nahezu unbewusst mein Eindruck, die etwa zwei Meter großen Schulkameradinnen befänden sich in so etwas wie den Kästen von Standuhren (der Wolf und den sieben Geißlein). Vielleicht liegt es an ihrer Größe, an den geraden Linien ihrer Körper, an ihrer Aufrichtigkeit, die sie wie Schränke wirken lassen, obwohl sie wirklich ganz frei herumstehen. Ich ähnele ihnen sehr und fühle mich trotzdem klein.

Ende der Pause – die Signalleuchte blinkt orange. Die Schüler stürmen in das Gebäude. Wir drei Frauen bleiben draußen, denn wir haben uns den Zugang verwehrt, indem wir zuvor die Schule schwänzten. Natürlich wollen wir uns nichts entgehen lassen und werden unbemerkt in das Schulgebäude gelangen – irgendwie; nur wie? Eine von uns tritt vor die Wand zwischen den Toiletten für Jungen und Mädchen. Dort ein Kästchen: ein Feuermelder. Sie schlägt die Scheibe ein und zieht die darin angebrachte Notbremse. Sofort steht der Schulhausmeister auf dem Plan und wir haben Glück! Ohne nach dem Woher und Warum zu fragen, betätigt er den Türöffner… Eine Tür schwingt auf, wir treten schnell ein, ehe sie wieder zuschlagen kann. Was für ein Gewusel hier! Schüler, Erwachsene, alles zugleich. Ich eile vom Bereich der Grundschule hinüber zur Orientierungsstufe und weiter zur HH-Schule, dort in die Aula vor den neunten und zehnten Klassen. Dort hinten – so weiß ich – ist bereits Herr Lebenlang, unser Klassenlehrer.

Wir Frauen bleiben stehen – vielleicht um abzuwarten, bis die Schüler in den Klassenräumen zur Ruhe finden – und unterhalten uns über die letzten Deutschstunden. Die Erinnerung daran regt mich etwas auf und ich rufe den beiden Schulkameradinnen in Erinnerung, welcher Art der Deutschlehrer J. lehrte: „Das sollte man aber auch dazu sagen, unter welch erschwerten Bedingungen wir den Stoff lernen mussten! Schließlich ist es nicht üblich, dass jemand Vorträge hält und dabei sämtliche Vokale weglässt.“ Die beiden Frauen reagieren nicht. Sie sollen aber reagieren; vielleicht damit ich Bestätigung in meiner Ansicht finde, es sei uns wirklich nicht leicht gemacht worden und somit sei eine gewisse Anerkennung gerechtfertigt. Die Frauen sollen meine Denke bestätigen, damit ich die Anerkennung mit gutem Recht erwarten kann. Deshalb setze ich nach: „Und die Krönung war ja wohl, dass er bei den allerletzten Vorträgen noch dazu überging, sich auch einen Teil der Konsonanten zu sparen. Das war doch total anstrengend.“ War es auch; sich während des Enträtselns auch noch die Inhalte zu merken und diese soweit zu verarbeiten, dass sie später korrekt abrufbar sind. Aber wir haben es geschafft. Nun dürfen wir uns nur nicht von Herrn Lebenlang erwischen lassen. Denn wie sollen wir rechtfertigen, dass wir nicht zum Unterricht erschienen und gleichzeitig doch zugegen sind? Oder sollen wir uns einfach wie selbstverständlich unter die Schüler mischen und darauf hoffen, dass niemand etwas bemerkt hat? Aber wenn er fragt… uihuih, das wäre echt peinlich.