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Das offenherzige Brautkleid

Traum vom 30. März 2009

Nur drei Schritte von mir entfernt steht die Deutsch-Griechin mit zwei ihrer Mitarbeiterinnen. Alle schauen mich abwartend an. Ihre Köpfe stecken noch nah beisammen; sie haben über mich gesprochen, halten aber nun inne. Ich beteuere: „Es ist wirklich nicht schlimm!!“ Mit diesen Worten betaste ich meine linke Brust, spüre genau hin. Die Narbe von der Op im vergangenen Jahr und der zweite, noch nicht verheilte Schnitt, ganz offen und empfindlich, beides ist soweit in Ordnung.

Erst jetzt schaue ich zu meiner linken Brust. Mir bietet sich ein völlig anderer Anblick, als ich erwartet hätte. Ich dachte, mit Jeans und Pulli bekleidet zu sein, doch ich trage ein strahlend weißes Brautkleid aus einem sich wunderbar anfühlenden Stoff. Der Rockteil fällt glatt und bauschig bis zum Boden. Das Oberteil ist eine sehr knappe Korsage, die nur knapp die Brustwarzen bedeckt. Ich wusste nicht, dass ein jeder die Spuren der Operationen sehen kann. Einmal die Narbe vom letzten Jahr, die wie eine nach unten sich öffnende Mondsichel bei ’12 Uhr’ liegt. Der zweite frische Schnitt liegt etwas weiter zur Achsel hin und ist mit einem weißen Pflaster bedeckt – dieser Schnitt geht weniger tief als der erste. Ganz kurz bin ich geneigt, das Pflaster anzuheben, damit sich die Damen selbst davon überzeugen können, dass es wirklich nicht so schlimm ist. Doch dann lasse ich es sein. Schon die ungewollte Offenbarung, durch den großzügigen Schnitt des Brautkleides bedingt, erscheint mir irgendwie seltsam. Ich hätte mich, wäre ich mir dessen bewusst gewesen, weniger freizügig gekleidet.