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Lachhaftes und …

Traum vom 25. März 2009

Es ist eine große Überraschung für mich, als ich Kristins Projektbeitrag zu sehen bekomme. Sie hat eine umfangreiche Website in Flash programmiert – echt beeindruckend. Ein Bildschirm füllendes kleines Flagg(en)schiff – mit hölzernem Leib; breitbauchig und einladend, ein wenig abenteuerlich piratenmässig, und doch elegant – dient der Navigation. An der Reling sind Flaggen angebracht, auf denen die Menüpunkte verteilt sind. Dieses Flaggschiff wiederum ist von etwas Dunkelbäuchigem umfangen. Mir gefällt die Klarheit und die saubere Ausführung. Es bewegt sich was, aber ohne dass es übertrieben wäre. Bisher wusste ich nichts davon, dass Kristin so viel von der Materie versteht. Da möchte ich fast ein wenig neidisch werden.

In einem kleinen, indirekt beleuchtetem Raum stehe ich Seite an Seite mit Kristin – sie rechts von mir. Sie hält das Bonusheft einer Parfümerie in der Hand und fragt mich, ob ich schon die Wertmarken eingeklebt habe. Wertmarken? Nein, das ist neu – worum geht es? Ach ja, klar, ich habe auch so ein Bonusheft, fällt mir ein. Es liegt links von mir: ein Mäppchen, mit mattgoldenem Jersey bezogen. Der Karton innen in Gold. Glänzend golden eine Wertmarke zum Abziehen. Es gibt sogar noch einen zweiten Wertaufkleber, der schon mit ausgegeben wurde. Ich vermute, weil es zum Aufkleben und daraus folgend zum Weitersammeln (Kaufen) verführen soll. Kristin wirft einen Blick in mein Bonusheft, ich schaue in ihres. Sie sagt: „Ah, du hast noch die alte Version.“ Das mag sein, ja, ich habe mich ja auch nicht dafür interessiert. Ich sehe auch einen Unterschied: in meinem Bonusheft prangt noch das Euro-Zeichen, in ihrem das neue Währungszeichen für italienische Lire – was nicht ganz stimmt, denn das L wird von zwei senkrecht verlaufenden Strichen gekreuzt, was mich etwas verwirrt, da ich unterschwellig an Dollar denke. Wie auch immer, sie hat jedenfalls die aktuelle Version des Heftes und wünscht, dass ich ihr meine beiden Wertaufkleber schenke, weil ich ja eh nicht sammelte. Anfangs spüre ich starken Geiz, der mich blockiert und mich tatenlos innehalten lässt. Aber was soll das. Ich gebe mir einen Ruck und reiche ihr beide Wertmarken. Inzwischen möchte Kristin diese nicht mehr annehmen und ich muss sie dazu überreden. Doch dann freut sie sich sehr darüber; es scheint ihr also wirklich etwas zu bedeuten.

Im Mittelraum findet eine kleine Feier statt. Ein langer Tisch mit etwa einem Duzend Gästen drumherum, die allerbester Laune sind. Diesen Raum durchquere ich, vergnügt die Gäste anschauend, und gelange in den Raum mit dem Hintereingang. Neben dem Hintereingang sitzt eine Krankenschwester mit weißem Häubchen – Typ mütterliche „Klementine“. Als ich nun zum zweiten Mal durch die Hintertür hereinkomme, zeigt sie mit den Finger auf den Boden und ermahnt mich grinsend: „Nun komm doch nicht immer von hinten rein! Du trägst hier so viel Dreck rein, dass wieder gereinigt werden muss.“ Der Hintereingang wird offenbar nur ausnahmsweise genutzt. Okay, eigentlich weiß ich das auch. Sehe es ja selbst: all diese schwarzen Erdbröckchen, die aus dem groben Profil meiner Schuhsohlen gekrümelt sind.

Beim Anblick der Krankenschwester fällt es mir auch wieder ein: ich habe zwei Krankenschwestern in ‘php’ installiert; die mütterliche „Klementine“ im Backend und die zweite Schwester – ein hagerer, burschikoser Typ – im Frontend. Oki! „Dann werde ich der Schwester am Vordereingang mal Bescheid geben, dass hier sauber gemacht werden muss“ kündige ich der mütterlichen Schwester an, damit sie weiß, dass das erledigt wird. Ich bin guter Dinge.

Auf dem Rückweg zum Vordereingang, begegnet mir die Burschikose im Mittelraum. Als ich sie sehe, falle ich auf die Knie, halte meine Hände vor der Brust gekreuzt und rutsche ihr auf Knien, mich dabei immer wieder demütig beugend, entgegen. Und sage dabei reuevoll: „Oh, das wollte ich nicht (alles beschmutzen). Ich werde den Dreck wegmachen!!“ Die Gäste am Tisch schauen diesem Spektakel johlend zu, können sich vor Lachen nicht mehr auf den Stühlen halten. Auch ich kann mich kaum noch beherrschen, so sehr drängt das Lachen empor. Aber ich will unbedingt so tun, als sei es mir damit völlig ernst. Das gelingt aber nicht und es ist befreiend, endlich darüber lachen zu können.

Szenenwechsel. In m/einer recht modern ausgestatteten Küche. Ich öffne die Ofentür, um das Essen für die Gäste zu überprüfen. Mmmh, gut, das Hähnchenfleisch, mit Käse überbacken, zeigt eine leckere goldbraune Oberfläche. Super, das kann serviert werden. Ich arrangiere alles auf einem Servierteller. Mike und ein Arbeiter kommen hinzu; der Arbeiter erledigt etwas Handwerkliches für uns. Mike sagt, seine Mutter habe jetzt die Hacksteaks fertig. Ich weiß, der Arbeiter isst total gerne Rinderhacksteaks. Ruckzuck habe ich drei winzige Hacksteaks bei mir – ganz heiß aus dem Ofen. Ich beiße rein und probiere… Mmmh. Der Arbeiter gibt Zeichen, auch ein Hacksteak zu wollen. Mike raunt mir zu, ich solle ihm ja nichts geben. Doch als der Arbeiter mir seine offene Hand entgegen hält, breche ich das Fleischstück entzwei und reiche ihm das größere Stück. Irgendwie kann ich nicht anders, auch wenn Mike das vielleicht nicht recht ist.

Da – später Abend ist es nun – klingelt es eine Etage tiefer an der Haustür. Ich schaue die Treppe hinab, habe dabei den Kochlöffel in der Hand und verliere den damit aufgenommenen frisch gekochten Reis. Er fällt direkt in den großen Suppentopf mit Paprika-Tomaten-Sauce, der am unteren Treppenabsatz steht. Oh, das ist etwas peinlich… ein Gefühl, etwas verunreinigt zu haben.

An der Haustür steht Kristin. Sie ist extra noch einmal den weiten Weg zurückgekommen, um mir die Wertmarken zurückzugeben. „Ich habe sie wieder zusammengesetzt“ sagt sie und reicht mir so ein mattgoldenes eher rundliches Formplastik („Nagellacktester-Dingens“). Tatsächlich, das Teil ist komplett; die Chips, die ausgestanzten Rillen… alles aus einem Guss. Es erstaunt mich nicht, dass ihr dies gelungen ist.

Draußen – freieres Gefühl als in den Räumen. Vor mir sitzt die kleine Moina in ihrem Buggy. Rechts daneben liegt ein kleines Baby am Boden. Seine Mutter hat es dort kurz abgelegt. Mit einem Male kippt der Buggy samt Moina um, ohne dass ich etwas dazu getan hätte, und landet voll auf dem Baby. Die Mutter des Babys schaut mich empört und missbilligend an: „Hast du etwa den Buggy belastet?“ „Nein, das habe ich nicht! Es ist einfach so geschehen!“ Furchtbar. Schnell greife ich das Baby, um es aus seiner bedrückten Lage zu befreien. Doch als ich es in der Hand halte, ist es viel kleiner, als ich es anfangs – als es am Boden lag – einschätzte: höchstens 15 Zentimeter groß. Es zappelt in meiner Hand wie ein Fisch! Blöd, ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Halte ich es zu fest, dann zerdrücke ich das zarte Wesen, halte ich es locker, dann fluppt es mir aus der Hand und verletzte sich womöglich bei der harten Landung. Dazu kommt, dass mich das Baby mit seinen winzigen Zähnen in meine Schwimmhaut zwischen Daumen und Zeigefinger beisst; richtig kräftig sogar. Nee nee, das ist ein Fall für die Mutter. Doch genau in dem Augenblick, da ich das Baby der Mutter reiche, übergibt es sich. Ein reichlicher Schwall himbeerroten Safts, wie mit Sago angedickt, ergießt sich über seine Mutter, mich und dem Boden. Die nächsten Kontraktion bringt einen Schwall Babybrei hervor. Oje oje… darum muss sich jetzt aber mal die Mutter kümmern.