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Vade mecum! Schamhaar entfernen

Traum:
Wir sind mit dem Flugzeug unterwegs. Eine Stewardess informiert uns darüber, dass wir bald landen werden und fordert die Aussteiger auf, ihr zu folgen. Wir fliegen im 45° Winkel aufwärts, um ausreichend an Höhe für die Landung zu gewinnen. Ich stehe außerhalb des Flugzeugleibs, diesem aber doch sehr nahe und beobachte aus dem Augenwinkel, wie das Flugzeug – es erinnert an einen stählernen Mantarochen – vorsichtig und zielstrebig durch den schmalen Flugschacht empor steigt, der die untere himmlische Flughalle mit dem oberen Bereich verbindet. Es ist äußerst beeindruckend, faszinierend, ja fast etwas beängstigend. Doch der Anblick lässt modernste Technik vermuten – und es gelingt alles reibungslos.

Der Höhepunkt ist erreicht und ein Teil der Spannung fällt von mir ab. Oben angekommen sollen sich die Passagiere an die Hand nehmen und ein Spalier bilden. Während ich versuche, meinen Platz einzunehmen streift mein Blick einige Frauen, die spärlich bekleidet an zwei zueinander laufenden Wänden stehen. Ich weiß sofort, sie sind den Sechzigern entsprungen. Sie freuen sich sehr über ihre Babydolls, die sie total schick finden. Sie zupfen glücklich an Höschen und den über dem Bauchnabel endenden Hemdsäumen. Innerlich schüttele ich mit dem Kopf… das sieht doch unmöglich aus. Das Höschen lässt das obere Drittel des Schamdreiecks frei. Die Damen sind nicht rasiert. Ich kann mich nicht mehr bremsen und fordere mit lauter Stimme: „Schamhaar entfernen!!!“

Offenbar stehe ich noch nicht richtig, checke das aber nicht sofort, weil mich die Damen an der Wand ablenkten. Die Stewardess fordert mich mit strenger Stimme auf, ihren Anweisungen Folge zu leisten und dabei nicht zu vergessen, mit einer Hand meinen Rucksack zu halten. Ah so, okay.
Etwas offenbar Transzendentes wird erwartet, etwas in der Art eines Buddhas oder so – es ist jedenfalls nicht zu erwarten, dass eine greifbare Gestalt zu sehen sein wird. Immerzu geht mir „Vademecum“ durch den Kopf, während ich auf den Gang blicke, wo es erwartet wird.

Mit einem Male habe ich mein Baby auf dem Arm. Genauer, es sitzt auf meiner rechten Hüfte und eigentlich ist es kein Baby mehr, sondern fast schon ein kleines Kind. Es ist ungewohnt, mein Kind auf der rechten Hüfte zu tragen. Und zum ersten Mal bemerke ich, von welch überaus freundlichem Wesen mein Kind ist. Es lächelt jedem Menschen ganz still zu. Eigentlich ist es ein breites Lachen, aber es ist halt von ganz innen. Irgendwie kommt es mir wie ein kleiner Buddha vor, so kommt es mir in den Sinn, und ich amüsiere mich über diesen Einfall.

Mit meinem Buddhababy gehe ich denWeg, den ich gekommen war, einige Schritte zurück. Dort ist ein Tresen und eine Frau verkauft dort Quizblöcke und Babyschühchen. Die Babyschuhe sind soo goldig, am liebsten kaufte ich ein Paar für mein Baby. Eine Stimme an meiner Seite macht mich darauf aufmerksam, dass mein Baby längst aus den Babyschuhen heraus ist. Oups, das hätte ich fast nicht bemerkt. Tatsächlich, die Schuhe sind viel zu klein.

Szenenwechsel. Ein Ort auf einer Anhöhe, klamme Witterung. Ein kleiner Festplatz. Nichts los. Ein Mann tritt zu mir und sagt: „Komm mit, ich zeige Dir, was wir vorbereitet haben!“ Nanu? Ich folge ihm; muss dazu unter einen weißen Stehtisch hindurch krabbeln, mich an ein graues Festzelt vorbei drängeln, dann stoppt der Mann. Mit ausgestrecktem Arm weist er auf ein aufgeblasenes Teil, ähnlich einer kleinen Hüpfburg. Übrigens ist auch dort nichts los. Die Bewohner dieses Ortes haben sich eine Überraschung für uns ausgedacht, und der Mann erklärt: „Wenn ihr abfliegt – zu einem Zeitpunkt, da ihr ausreichend Höhe erreicht habt, um einen guten Blick zu haben – werden wir die aufgeblasene Schießbude zerschießen!“

Wow! Das ist ein Ereignis, das mit einem grandiosen Feuerwerk – ähnlich dem, das im Sommer am Dreiflüsseeck in Passau veranstaltet wird – zu vergleichen ist! Hmm… na, das wird gutes Timing benötigen, wenn das aufgeblasene Dings im rechten Moment in sich zusammenfallen soll. Aber da eh nichts auf dem Festplatz los ist, kann ja die ganze Aufmerksamkeit auf diese Sache gerichtet werden und es dürfte kein Problem sein. Eine ungewöhnliche Sache. Ich weiß dieses Geschenk zu würdigen.

Notiz:
Festplatz = Jahrmarkt der Eitelkeit
Aufgeblasenes Dings – aufgeblasenes Ego
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