Home » Traumtagebuch » Alles vergessen

Alles vergessen

Schlechtes Timing … fast alles vergessen – Traumüberbleibsel:

Freitag. Verdammt, ich habe vergessen, dass ich gestern im Haus der Geweyhten aufräumen sollte. Das lässt sich heute auch nicht nachholen, da heute das Haus der Lehrer auf dem Plan steht. Damit habe ich genug zu tun. Hinzu kommt, dass ausgerechnet an diesem voll verplanten Tag die Älteren für ein paar Tage zu Besuch eingetroffen sind. Wir einigen uns, dass sie halt mit in das Lehrerhaus kommen. Im gleichen Augenblick stehen wir dort am Haus; vor dem Türgitter, das zum Hintereingang führt. Das Türgitter ist verschlossen und ich suche an meinem Schlüsselbund … Für längere Zeit hatte ich diesen Schlüssel nicht benötigt, und nun … Hoffentlich ist der Schlüssel noch in meinem Besitz! Nach mehrmaligen Durchforsten des Schlüsselbundes konnte ich ihn immer noch nicht entdecken. Die Älteren zücken ihren Schlüssel zum Lehrerhaus. Nein nein! Da taucht der Schlüssel ja doch noch auf! Ein kleinerer Schlüssel mit einer Reide in Apfelform; das Äpfelchen ist in Regenbogenfarben glasiert. Mir gefällt diese etwas ungewöhnliche Form.

Eieiei, im Lehrerhaus gibt es viel zu tun! Am liebsten begänne ich an allen Stellen zugleich, in meiner Furcht, es heute nicht bewältigen zu können. Ein Blick in die erste Etage zeigt, dass wirklich noch nichts erledigt ist. Ich beginne im Bad. In einer Duschwanne liegen teils eingeweichte Wäschestücke, aber auch zwei mit Ejakulat getränkte Frotteelappen; ebenso ausgewrungene Wäsche. Mir ist noch etwas unklar, wo die Grenzen zwischen diesen unterschiedlichen Wäschezuständen zu finden sind. Da springt bereits die Ältere herbei, und mit voller Bekleidung in das Wasser der Duschwanne, um mit der eingeweichten Wäsche zu beginnen. Sie demonstriert damit in meinen Augen, dass es sie nicht stört, anschließend mit nassen Hosen herumzulaufen. Das ist unangenehm, da sie mir deshalb in gewisser Weise etwas voraus hat – es fühlt sich nicht gut an.

Es werden an diesem Tag viele Gäste erwartet, Vorbereitungen für deren Bewirtung getroffen. Auch an diesen Arbeiten soll ich mich beteiligen; es ist meine Pflicht.

Ich steige in einen Zug. Der Wagen ist ziemlich leer. Mike und Moina haben den Einkauf am Eingangsbereich abgestellt. Blöd, ich wollte beim Einkauf dabei sein. Es ärgert mich, zu sehen, dass sie eine Kiste Cola und eine Kiste Orangensaft gekauft haben. „Muss das sein? Das ist alles nur Zucker!“ Diese Unvernunft regt mich tierisch auf. Um Energie nach außen zu geben, lasse ich einen glatt geschliffenen Bergkristall zu Boden hüpfen, als sei es ein Flummi. Der Bergkristall hüpft durch den ganzen Waggon; ich hinterher. Zum Glück sucht er sich kein Versteck und lässt sich problemlos aufnehmen. Mike versteht meinen Ärger überhaupt nicht, was mich noch wütender macht.

Am Rande des Festsaales stehen viele Gläser. Da Vinci, heute als Kellner tätig, steht daneben, poliert noch fleißig. Aber es ist soweit alles vorbereitet. Peinlich, dass ich noch keine Zeit hatte, dabei zu helfen. Aber immerhin, es ist fertig.

Ich bleibe allein vor den aufgetürmten Gläsern zurück. Einen Moment lang kehrt Ruhe ein und ich bemerke, dass ich einen schwarzen Rock, eine weiße Bluse und ein weißes, adrettes Servierschürzchen trage. Merkwürdig allerdings, dass die ziemlich prall gefüllte Untertasche weit nach hinten gerutscht sitzt, im Bereich der linken Lende, was ja ziemlich ungewöhnlich ist. Plötzlich trage ich eine schwarze Jeansjacke. Ich betaste alles, damit ich mir eine bessere Vorstellung machen kann … Ah, der Jackenbund hatte sich oberhalb der Untertasche verfangen, jetzt bedeckt er diese aber. Wie das wohl aussehen mag? Vielleicht wie ein nach unten gerutschter Buckel?! Aus Zeitmangel rede ich mir ein, dass es wohl kaum auffallen wird. Ich muss weiterarbeiten.

Nachdem ich einen breiten Korridor entlang geeilt war, trete ich endlich in den großen Seminarraum. Die Studienkollegin sitzt dort bereits an einem Blocktisch. Sie wartet auf ihren Freund, den ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht kenne. Gerade tritt dieser zur Tür herein. Ich drehe mich um und … Aha, Herr Books in Gestalt des westfälischen Stefan. Ich muss laut lachen. Mit dem habe ich ja noch ein Hühnchen zu rupfen! Das passt ja prima. Zuvor muss ich aber noch zur Toilette. Als ich bald darauf zurückkehre, stehen Herr Books, die Studienkollegin und eine weitere Bekannte auf dem Gang. Die Kellner haben sie vor die Tür gesetzt. Es wurde den Kellnern genau in dem Augenblick zu viel, als die Studienkollegin mit ihrer Tante Anneliese telefonierte, die zu dem Zeitpunkt mit einer Fliegenklatsche auf Bremsenjagd war. Das Telefonat gab wohl ein lautes Gejole. So was Albernes!

Ich bin empört! Das lassen wir uns nicht bieten, von diesen blöden, übervornehmen Kellnern. Und außerdem fordere ich mit dunkler Stimme: „Ich will einen Beweis!!!“

Tags: