Home » Traumtagebuch » Das Ende des ausweglosen Dümpelns

Das Ende des ausweglosen Dümpelns

Traum:
Es hat uns für lange Zeit in ein endloses Gewässer verschlagen. Wir leben in einem alten eiförmigen Wohnwagen, der im pflanzengrünen Wasser auf der Stelle dümpelt. Von Außen ist der Wohnwagen schon mit einer grünen Schicht überzogen. Die Tage gehen dahin, ohne dass Nennenswertes geschieht – es kann ja auch nichts geschehen; hier, im Ausseits. Viel zu lange leben wir in diesem beschränkten Bereich. Meine Sehnsucht hat sich inzwischen zur Ruhe gesetzt, so dass mich die Stagnation nicht quält. Dennoch … da ist irgend etwas in mir, das mich hinaus schauen lässt. Da ist etwas in mir, das mich aufstehen lässt … So, als suche ich doch einen Ausweg. Ein wohliges Gefühl ist in mir, als ich an eine Rückkehr ins bewegte Leben denke, die Idee von Neuland habe.

Es ist einer dieser stillen lauen Sommerabende, an dem die Mücken zu träge zum Jagen sind. Nichts hält mich mehr in diesem Wohnwagen – ich trete hinaus, in das Gewässer hinein. Es ist ganz warm. Gehe in diesem endlosen Gewässer umher, das von üppig grüner Natur umgeben liegt. Doch ich sehe kein Land – überall nur Wasser … Wasser … Wasser … Ziellos stapfe ich im Wasser umher, ohne den Grund zu spüren. Wage mich etwas raus aus der kleinen Bucht mit dem Wohnwagen. Die zwei Männer aus dem Wohnwagen rufen mich mit gleichgültigen Stimmen zurück. Sie haben Recht; so geht es ja nicht, ohne Boden unter den Füßen zu haben.

Doch dann setzt sich der Wohnwagen, es ist jetzt ein kleines Ausflugsschiff, in Bewegung, trägt uns auf den Fluss hinaus. Ich stehe an Deck. Vor mir sitzt mein Mann. Wunderschöne Fischerhäuschen säumen das Ufer zur linken Seite. Der Anblick erinnert an Klein-Venedig/Bamberg. Es ist wunderschön. Die Fassaden der kleinen Häuschen in Blau, Weiß und Ziegelrot. Es schaut aus, als wurden bunte Würfel wahllos auf- und nebeneinander gelegt. Das Schiff fährt immer schneller. Der Versuch, noch mehr Details an Häusern und Umgebung zu erfassen, verursacht Sehstörungen. Vermutlich liegt es an der zu geringen Distanz zu den Häuschen, und daran, dass ich vorausschaue, und mir somit alles viel zu schnell entgegen kommt – wie ein viel zu schnelles Zoomen.

Mein Mann sitzt so, dass er zurückblickt. Er hat die Chance, durch die zunehmende Distanz mehr Klarheit zu gewinnen, es besser zu erkennen. Ihm bleibt viel mehr Zeit dafür. Okay, dann wechsele ich mal den Standpunkt, drehe mich um 180° und … bin enttäuscht, da es nicht mehr Klarheit bringt.

Da, ganz unerwartet, mit einem Male, wird das dümpelnde Schiff (ursprünglich der Wohnwagen) aus dem ewigen Gewässer gezogen! Mike zieht es mit seinem Auto an Land. Total erleichtert rufe ich aus, damit es alle erfahren: „Mike hat uns rausgeholt!!!“ Das ist die Rettung, welch ein Glück, welch ein Glück. Nun kann es endlich weitergehen!

Am Rande einer großen, einsam gelegenen Wiese steht der Flieger, mit dem wir hierher kamen. Es ist ein sehr langer Flugzeugleib, ohne Tragflächen beziehungsweise nur mit rudimentären Tragflächen. Es ist nicht groß, reicht mir bis zum Brustkorbs. Die Flugzeugspitze hat den Gesichtsausdruck eines zufriedenen, gutmütigen Hundes, während der altrosa gesprenkelte Lack auf diesem langen Leib eher an einen Delfin oder Walfisch denken lässt. Bemerkenswert, dass mitten im Flugzeugleib ein Auto mit gleicher Lackierung eingegliedert ist – dort, wo bei der Bahn das Bordrestaurant ist. Ich vermute, das Auto ist die Antriebskraft, die das Flugzeug überhaupt starten lässt. Dennoch ein wenig erstaunlich, dass es fliegen kann. Nach dieser Betrachtung gehe ich hinaus auf weites Feld.

Mitten auf dem Feld, oben auf einem sanften Hügel, ist alles in ein sonderbares Licht getaucht – Sepia mit goldenem Schein, wie ein altes Sonnenlicht, erhellt Himmel und Erde. Am Himmel, in etwa fünfzig bis hundert Meter Höhe, schweben einige Zweispänner spiralförmig zu Boden. Ein surrealistischer Anblick, der mich sprachlos macht und innehalten lässt. Einfache Holzkutschen mit Holzrädern. Auf dem Kutschbock stets ein Mann mit Zylinder und eine Frau mit weißem Kopftuch; gekleidet wie um 1700. Der Mann sehr konzentriert beim Zügeln und Lenken der Kräfte, während sie zur Landung ansetzen.

Sicherheitshalber ziehe ich mich von der Landefläche zurück, trete in einen offenen Schuppen, vielleicht ist es ein Hangar. Moina sucht ebenfalls Schutz, schaut sich ängstlich zu den fantastischen Flugobjekten um, rennt blindlings in einen Vorhang, der sich aus mehreren Seilschlaufen gebildet hat, verheddert sich darin. Für einen Augenblick die Sorge, sie könne sich darin unentrinnbar verfangen oder sich gar erdrosseln. Doch sie kommt schnell frei.

Wohnwagen und andere Kutschen

Tags: