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Die Geweyhte hat heute Geburtstag

Traum:
Moina und ich eilen durch den stillen Frieden zur Geweyhten; klingeln an ihrer Haustür. Aus alter Gewohnheit drücke ich die Tür gleich auf – habe völlig vergessen, dass ich jahrelang nicht mehr hier war und es deshalb angebracht wäre, zu warten, bis uns geöffnet wird. Im gleichen Moment wird die andere, innere Tür zum Windfang hin geöffnet. Fast wären beide Türen aneinander geschlagen. Doch ich ziehe sie noch rechtzeitig zurück. So rechtzeitig, dass die Geweythe vielleicht nicht bemerkt, dass ich bereits voreilig die Haustür öffnete.

Im großen Wohnraum einige ältere Frauen. Auch Mike ist bereits eingetroffen. Ja, die Geweyhte feiert heute Geburtstag. Wie jung und elastisch sie trotz ihres hohen Alters wirkt. Es ist phantastisch. Die anderen Frauen sind nahe Verwandte von ihr. Alle strahlen gute Laune aus. Ich umarme die Geweyhte einen Moment fest, löse mich ein wenig, um ihr in die Augen zu schauen, und bemerke peinlich berührt, dass es ihre Schwester aus Melsungen ist, nicht die Geweyhte selbst. Eine mir ziemlich peinliche Verwechslung. Nur gut, dass ich die Glückwünsche noch nicht ausgesprochen habe. Aber jetzt, die Geweyhte im Arm. Sie freut sich, wirkt offen und hingabevoll. Eine herzliche Begegnung.

Ich bin vergnügt, zu Albernheiten aufgelegt und sage, mehr ironisch gemeint, zu Mike: „Ich muss furzen.“ Mike schüttelt den Kopf und zischelt: „Ts ts ts … das sagt man doch nicht.“ Die Geweyhte tritt hinzu, legt mit herzlichen Worten einen Arm um meine Schulter und zieht mich lächelnd an sich. Sie ist längst darüber hinausgewachsen, all diese Dinge zu bewerten. Ich spüre ihre Freude und fühle mich von ihr gut angenommen.

Wieder draußen, halte ich ein Informationsblatt in den Händen. Der Anblick füllt mein Blickfeld aus, so dass ich dieses genau betrachten an. Ich hatte nichts davon gewusst! Es geht wohl um den Weg, und wie es weitergeht, weitergehen kann. Der Anblick der stillen Gasse ist feierlich, fast weihnachtlich mit all dem weißen Schnee. Das Licht der Laternen, das Licht in den Fenstern verströmt einen goldgelben Schein, der die ganze Szenerie ausleuchtet. Eine Stimme fragt, ob ich erkennen kann, wo dieser Ort liegt, wo der Weg hinführt… Ich tauche noch tiefer in das Bild ein, bis ich den Text erkennen kann, der ein wenig im dunklen Bereich liegt. „Westerwald!“ Westerwald? Sehe ich das richtig? Oder soll es Markwald heißen? Ja, tatsächlich Westerwald. Sonderbar, darauf wäre ich nicht gekommen. Einerseits zu fern, um dort täglich zu weilen, andererseits zu nah, um ihn als Urlaubsort in Betracht zu ziehen. Okay, aber es wäre vielleicht etwas für eine Tagesreise?

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