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Heilung des dritten Auges

Traum:
Ein weiter Raum; Übergangsbereich. Vielleicht ähnlich Messehallen, in einem Bereich, wo eine Reihe von Treppen eine Etage tiefer führen. Hier sitze ich auf einem Stuhl; Blickrichtung Geländer am Treppenschacht – davor ein Flipchart mit einer Abbildung, die vielleicht aus einem Birkenbihl’schen Buch stammen könnte: eine männliche Figur wird bei der vergnügten Bewältigung eines Problems gezeigt, die mit Hilfe einer interessanten Technik mit Leichtigkeit gelingt.

Ohne dass es vereinbart gewesen wäre, also völlig überraschend für mich, tritt ein Heiler in weißem Kittel an meine rechte Seite, und legt seine Fingerspitzen auf mein drittes Auge. Ich schließe die Augen. Das Auflegen seiner Fingerspitzen bewirkt anfangs ein kräftiges Kribbeln vor allem unter der Schädeldecke, verstärkt sich, dehnt sich über die Stirn aus, bis hin zum Rand der Augenhöhlen. Am dritten Auge prizzelt es stark, so heftig, dass ich mit einem anhaltenden lauten Stöhnen – Aaaaaaaaahhhh!! – meinen Kopf in den Nacken werfe. Die Heilbehandlung ist eindringlich, in meinem Kopf beginnt es zu vibrieren, an der Schädeldecke knispelt es, als würde alles langsam zerbröckeln. Das Vibrieren dehnt sich aus, verstärkt sich, bis mein Körper von innen heraus durchgeschüttelt wird – ein ekstatischer Zustand. Mit beruhigender Stimme sagt der Heiler: „Ja…“ Dies alles gehört zum Heilungsprozess – kein Grund zur Sorge.

Beide Augen sind geschlossen. Und obwohl die Finger des Heilers noch dort liegen, öffnet sich das dritte Auge einen Spalt breit – Licht. Ich weiß um die Kostbarkeit, weiß um die einem Traum ähnliche Flüchtigkeit dieser Erfahrung. Weiß aus schmerzlicher Erfahrung, dass alles verloren geht, wenn ich etwas haben oder festhalten möchte. Allein das nicht festhalten wollen, um etwas nicht zu verlieren, ist bereits eine andere Form des Festhaltens. Es ist wie eine Gratwanderung, alles loszulassen. So kann ich es kaum glauben, doch das dritte Auge öffnet sich vollständig. Die anfängliche Unschärfe löst sich nach und nach auf. Welch ein Geschenk… den Kopf leeren… willenlos … ich wünsche mir, dass diese Erfahrung noch einen Moment lang anhalten möge. Das Flipchart ist deutlich zu erkennen: ein leeres Blatt. Keine Spur mehr von der Abbildung zu Beginn.

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