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Jacquelines Hochzeitsfeier

Traum:
Es ist eine große Freude für mich, dass Jacqueline mich zur Feier ihrer Hochzeit eingeladen hat. Wir haben uns knapp dreißig Jahre nicht mehr gesehen; damals verband uns auch nicht viel, so dass mich diese Einladung wirklich überrascht.

Es ist eine Feier mit vielen Gästen, die sich über mehrere Räume verteilt. Mehrfach begegnen Jacqueline und ich uns, gehen aber immer aneinander vorbei, ohne ein Wort zu wechseln. Wir haben uns noch nicht einmal begrüßt. Das ist wirklich sehr schade. Als wir uns später erneut begegnen, gebe ich mir einen Ruck, lege meine Hand lose auf ihren Oberarm und sage mit vollem Herzen: „Danke, dass du mich zu deiner Hochzeit eingeladen hast.“

„Aber ja.“ antwortet sie kühl und setzt ihren Weg fort. Hm, das war nicht so einladend. Ich habe nun das Gefühl, nicht wirklich willkommen zu sein.

Einige Zeit später läuft mir Louise über den Weg, erzählt mir vergnügt: „Jacqueline hat sich so darüber gefreut, dass du sie angesprochen hast! Sie ist ganz glücklich.“

Ah so…nun wird es klarer. Vielleicht hatte sie irgendwelche Hemmungen, die zu ihrem reservierten Verhalten führten. So habe ich mehr Verständnis für ihr Verhalten und nehme das weniger persönlich. Außerdem bereitet mir ihre Freude eine ebensolche Freude. Vielleicht kommen wir ja doch noch in Kontakt; das wäre schön.

Es sind wirklich viele Leute auf dieser Feier. Ein Teil der Gäste steht dicht gedrängt vor einer kleinen Bühne, so dass ich das Geschehen dort gar nicht verfolgen kann. Weiter links gibt es eine kleine Tanzfläche; dort ist noch Platz. Ein Tänzchen… warum nicht. Doch je näher ich komme… es wird ganz sonderbar getanzt, Figuren, die mir fremd sind. Obwohl ich es versuche, finde ich mich nicht ein, habe das Gefühl, einfach nur eine lächerliche Gestalt zu machen und nehme Abstand davon.

Draußen, an dem langgestreckten Wohngebäude. Hier ist es angenehm ruhig. Es ist wohltuend und entspannend, mit mir allein zu sein. Der Weg führt mich direkt an der Hinterseite des Hauses entlang. Fast am Ende erreiche ich die Terrasse, die zu Jacquelines Zimmer führt. Die Terrassentür ist weit geöffnet. Als ich durch die große Fensterscheibe ein interessant erscheinendes Buch auf dem runden Tischchen nahe dem Fenster entdecke, trete ich ein. Das Buch, genauer gesagt, es ist ein grasgrüner Schuber, entpuppt sich als ein Studienführer. Nicht nur das Buch steckt im Schuber, sondern auch noch allerhand spirituelles Werkzeug zur Umsetzung des erarbeiteten Buchinhaltes. Höchst interessant! Das würde ich auch gerne studieren. Ein Vorahnung lässt mich einen Blick auf den Rücken des Schubers werfen… Ich hatte es befürchtet: Dieses tolle Studienmaterial wurde in der Worpsweder Bücherei ausgeliehen. Leider könnte ich mich nicht daran erinnern, dieses Buch in der Stadtbibliothek am Dornbusch gesehen zu haben. Ich spüre tiefes Bedauern; ich hätte mich sehr gerne mit diesem Thema beschäftigt.

Zurück in den Festräumen. Ein Ereignis in einem Seitengang zieht viele der Gäste an, die inzwischen einen Kreis bilden. In der Mitte steht Jacqueline, neben ihr ein alter Küchenstuhl mit einem hohen Emailletopf (orangerotes 70er Jahre Blumendekor auf hellem Grund) auf seinem Sitz. Eine Schöpfkelle. Aha, jetzt findet also die Taufe statt – ganz klar. Doch unter den Gästen ist starke Unsicherheit zu spüren, ob das Vorhandensein des Topfes wirklich zu einer Taufe auffordern soll. Ich frage in die Runde: „Ist es (das Wasser im Topf) warm?“

Ja, sie nicken zögernd, doch keineswegs überzeugt. Langsam werde ich ungeduldig. Welche Sicherheiten brauchen sie denn noch? Ich frage abermals und lauter: „Ist es warm?“ Natürlich ist es warm!! Ist das nicht Hinweis genug, dass es hier um eine Taufe geht?! Ich greife die Schöpfkelle, fülle sie mit Wasser und lasse das Wasser langsam auf Jacquelines Kopf rinnen. Dazu spreche ich: „Ich taufe dich auf den Namen…“ Hm… ein Rest Unsicherheit bleibt trotzdem – vielleicht deshalb, weil dies eine Hochzeitsfeier ist, was ich wohl für diesen Moment vergessen habe…

Jedenfalls ist es rückblickend eine sehr schöne Hochzeitsfeier, auch wenn ich kaum Einzelheiten erinnere.

In mondheller Nacht machen Jacqueline und ich – wir sind nun Freundinnen – uns auf den Weg. Ortsauswärts; Bergedorfer Straße. Unter unseren Füßen ein gehobeltes Holzbrett; wir geben uns Schwung und schlittern über die dünne Schneeschicht. Welch ein Vergnügen. Immer wieder – innerlich juchei jubelnd, haben wir eine stille Freude an dieser Bewegung, an diesem Vorankommen. Allerdings ist der Winter zu Ende. Lachend fange ich mich, als mich eine Grasfläche abrupt ausbremst.

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