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Marjelke

Traum vom 1. Oktober 2009

Die Stadt liegt direkt am Meer. Obwohl Anfang Oktober, ist es immer noch warm. Personen in meiner Umgebung gehen zum Schwimmen. Ich streife meinen schwarzen Schwimmanzug über, um in das tiefer liegende Becken zu steigen. Doch da erinnere ich das Meer. Warum nicht die Gelegenheit nutzen, ins Meer zu steigen, wenn ich schon hier bin? Es wäre ein steiler Abstieg. Barfuß, den unbefestigten Weg hinab. Dies kostete Zeit, die mir nicht mehr zur Verfügung steht.

Ich erreiche den kleinen Bahnhof. Die Bahnhofsanlage ist alt. Die Fassaden und Wände sind teils rußig. Alles liegt in ein wenig Trübnis. In der Bahnhofshalle gibt es drei relativ kleine Bahnsteige. Bis zum Ziel sind drei Fahrten notwendig, die alle von einem der Bahnsteige hier abfahren. Vor jeder Fahrt kauft man sich eine Fahrkarte für diese.

Die erste Fahrt liegt rasch hinter mir. Ich muss noch den zuständigen Schalter finden, an dem ich eine gültige Fahrkarte erwerben kann. Zu meiner Begleiterin sage ich: „Lass uns schnell die Karten kaufen! In fünf Minuten ist Abfahrt. Wir dürfen die Bahn nicht verpassen!“
Wir müssten nämlich lange warten, ehe es eine nächste Verbindung gibt. Das mag ich gar nicht. Dummerweise weiß ich nicht, ob der Zug von Gleis 2 oder Gleis 3 abfährt. Somit weiß ich auch nicht, an welchem Schalter ich die Fahrkarten bekomme. Ich renne in diese und jene Richtung, kehre auf halbem Wege um, fühle mich getrieben und unkonzentriert. Schaue hier und da, entdecke keinen Streckenplan, der mir weiterhelfen könnte. Mir fällt auch der Name des nächsten Zielbahnhofs nicht ein; ich weiß nicht, wonach ich wirklich Ausschau halten müsste. Ich kann keine Karte kaufen, ohne das Ziel zu nennen!

Mir kommt ein Name in den Sinn: Marjelke! Vielleicht heißt der Ort ‘Marjelke’! Schnell, schnell, die Frau soll versuchen, Karten dorthin zu bekommen. Meine schwarze Tasche liegt offen herum. Kein Problem, hineinzugreifen, sich Geld zu nehmen. Doch meine Angaben sind offenbar so unklar, dass die Frau sich auf Abwege begibt, die eindeutig nicht zielführend sind. Langsam verzweifele ich. Mehrfach rief ich der Frau hinterher, um ihren Weg zu korrigieren. Bisher ohne Ergebnis, ohne ein Zeichen, dass sie mich überhaupt gehört hätte. Mir kommt die Kraft abhanden, ihr nachzurufen, schon deshalb, weil mir bewusst wird, wie sehr es mich davon abhält, eigene Schritte zu unternehmen. „Komm zu mir!“ rufe ich ihr zu. Es braucht Kraft, die Stimme durch den inzwischen verkrampften Hals zu bringen. Dort hinten, in der Ecke bei Gleis 3, das müsste der richtige Schalter sein. Ich versuche es!

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