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Therapie im 50. Lebensjahr?

Traum:
Das große Gebäude liegt nahezu verlassen. In einem der langen stillen Korridore begegne ich der Supervisorin (SPDWwOV). Gemeinsam setzen wir unseren Weg fort und unterhalten uns – freundlich gestimmt, distanziert-interessiert. Unsere Wege trennen sich, als sie nach links in einen kleinen Ruheraum einschwenkt, sich auf eine Liege legt und entspannt die Augen schließt. Ich trete kurz an das Fußende, als wolle ich mich zuvor noch dieser Situation vergewissern.

Als ich daraufhin weiter die Flure entlangeile, bleibe ich mit ihr telefonisch in Kontakt und erzähle von dem, was mich gerade sehr bewegt und belebt: „Stellen Sie sich mal vor, mir ist gerade in diesem Augenblick bewusst geworden, dass ich im nächsten Jahr 50 Jahre alt werde! Ehrlich, langsam wird die Zeit knapp! Ja, ich überlege, eine weitere Therapie zu machen, um meine Entwicklung effektiv voranzutreiben.“

Daraufhin entgegnet die Supervisorin überzeugt: „Aber das bringt doch nicht.“

Oho! So einfach finde ich das nicht! Wie von einem entfachten Feuer belebt, möchte ich ihr doch gerne erzählen, welche positiven Erfahrungen ich gemacht habe: „Wenn ich an die Therapie zurückdenke, so hat es doch enorm viel gebracht! Okay, alle zwei Wochen eine Sitzung ist nicht sehr viel. Aber ich habe zu der Zeit ja sehr intensiv Traumarbeit gemacht; beides zusammen genommen, war bemerkenswert effektiv!“

… Keine Reaktion, keine Antwort… Stille in der Leitung. Nanu? Ist die Verbindung unterbrochen oder möchte sie nicht mehr mit mir sprechen? Ich stelle eine Frage im Zusammenhang mit dem, was ich gerade erzählte. Warte ab… Wieder keine Reaktion. Nichts. Ich spüre Unsicherheit… Vielleicht ist sie nicht mehr dran? Ganz leise quält sich ein zögerliches „Tschüss“ durch die Kehle. Darauf folgt ein desinteressiertes Tschüss der Supervisorin. Das war’s. Und das fühlt sich gar nicht gut an. Ich fühle mich mit einem Male allein gelassen und verlassen.

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