Home » Traumtagebuch » Narrenseminar

Narrenseminar

Traum:
Eine von mir vorbereitete Veranstaltung beginnt. Leider kommt diese während all der Stunden nicht so recht in Schwung. Die Begeisterung unter den Teilnehmern ist nur mager. Schade! Doch: Et kütt wie et kütt.

Zum Ende dieser Veranstaltung ziehe ich mich, einigermaßen erschöpft, in einen Nebenraum zurück. Nach gar nicht so langer Zeit höre ich die TeilnehmerInnen mit einem Male ein heiteres Lied anstimmen. Na, nun kommt doch noch Stimmung auf?! Belebt stimme ich in den fröhlichen Gesang ein und klatsche rhythmisch in die Hände. Gleich darauf schauen die Teilnehmer verwundert zur Tür herein. Unter ihnen auch die mysteriöse Professorin. Leicht amüsiert bremsen die Leute meine Ausgelassenheit und sagen: „Nein nein, so war das nicht gemeint, dass es so heiter weitergehen soll!“
Oh!
Dämonischer NarrWie bestellt, erscheinen einige verkleidete Narren. Kostüme in Schwarz und Rot mit Weiß. Dämonische Narren, mit schwarzem Kajal umrahmte finstere Augen. Mit einem breiten Grinsen, das alle ihre starken Zähne freilegt, umringen sie mich. Sie zeigen mir, was sie dabei haben: Schminke, ein Kostüm für mich, überdimensionale, dick gepolsterte schwarze Filzschuhe. Da ich heute die Hauptrolle spiele – irgendein Ehrentag, Jubiläum oder Geburtstag – will man mich sozusagen teeren und federn und anschließend unter das Volk jagen. Zum Vergnügen aller. Oje, sie bringen eine Kieferform mit. Diese ist mit einer sehr zähen Masse gefüllt. In diese soll ich hineinbeißen und kurze Zeit später wird dann die Form abgezogen und ich habe gräßlich schiefe und riesige Zähne über meinen eigenen Zähnen. Das allein wäre schlimm genug, aber die Vorstellung, ich könne mir beim Entfernen der sehr zähen Masse meine eigenen Zähne aus dem Kiefer reißen, ist ein Albtraum. Doch es geschieht nicht. Sie kommen sehr nahe, unternehmen aber noch nicht eimal den Versuch, mich zu schminken und mit den fürchterlichen Zähnen auszustatten. Doch sie umringen mich mit neugierigen Blicken – ich fühle mich etwas wie auf dem OP-Tisch liegend. Dann lassen sie mich gehen. Was in mir das Gefühl zurücklässt, zu Unrecht um eine erwartete Erfahrung gebracht worden zu sein.

Zurück im großen Seminarraum. Ich verteile großzügig von den kleinen Edelsteinchen. Jeder Teilnehmer bekommt eine Handvoll Steinchen einer Sorte. Dazu gebe ich Spanholzbrettchen und weiteres Kreativmaterial heraus. Damit ausgestattet eilen alle die Treppe hinauf; in das kleine Kita-Sprechzimmer.

Paradiesvogel Nach einer Weile kehren sie zurück. Frau Rabe, Ernährungsberaterin, zeigt uns allen, was sie geschaffen hat. Sie klappt zwei blau lasierte Spanplatten auseinander. Daraufhin entfaltet sich ein mythologisch anmutendes Totemtier; ein Paradiesvogel mit blauem Gefieder. An einer Stelle weist das Gefieder einen goldgelben Kreis auf. Sehr beeindruckend, In diesem Augenblick bedauere ich, selbst nicht dazugekommen zu sein, mich zu beteiligen.

Die Professorin kommt auf mich zu, gibt mir vier rostbraune Edelsteinchen und bittet mich, diese einem bestimmten Mann zu geben; eine Sache, die ich bisher versäumt hatte. Ja klar, das hole ich gerne nach.

Dschingderassabum Im Dunkel auf dem Hof der Großeltern. Die Scheune rechts von mir. Einige Vertraute in meiner Nähe. Gleichzeitig am hellen Tag vor dem Haus der Älteren. Auf der Straße der Kindheit zieht ein kleiner Fasnachtsumzug mit einigem Dschingderassabum vorbei. Die Leute sind überwiegend postgelb kostümiert, führen eine postgelbe Spanholzkutsche mit sich. Alle sind guter Laune. Ich laufe auf sie zu. Fast etwas außer Atem in meiner Eile, das Versäumte jetzt wirklich nachzuholen. So als laufe ich Gefahr, dass mir die Entgegenkommenden entwischen könnten, falls ich nicht schnell genug bin. In mir ein Gefühl, vage in zwei Richtungen gezogen werden, ohne dass es dafür einen Grund gäbe.

Ich erreiche die Truppe, will aus Mangel an Erkenntnis einem falschen Mann die Edelsteine geben. Ganz heiter gestimmt, kommt der richtige Mann von selbst auf mich zu. Vorsichtig, mit voller Aufmerksamkeit lasse ich die Steinchen in seine geöffnete Hand gleiten. Eines der vier Steinchen ist von violetten Streifen durchzogen. Der Mann zeigt sich beglückt: „Danach suchte ich schon seit langer Zeit!“ Ich freue mich auch. Die Sache ist nun erledigt und alles ist gut. Im Rücken spüre ich den zufriedenen Blick der Professorin, die in der Ferne steht.

Nun im Begriff das Veranstaltungsgebäude zu verlassen. Durch eine stillgelegte Waschküche geht es hinaus. Für mich unerwartet, warten hier die dämonischen Narren auf mich. Sie nähern sich mit breiten Grinsen; wieder mit Schminkdosen, Kostüm und Clownsschuhen für mich. Inzwischen haben sie sich, womöglich zur Demonstration, selbst diese hässlichen Zähne eingesetzt. Mit einem kurzen Drahtstück sind sie im Kiefer angebracht und baumeln gruppenweise hin und her. Solche Zähne sollen auch mir eingesetzt werden. Nein nein, ich bin mit meiner angeborenen Zahnlücke bereits gestraft genug!! Da möchte ich nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf meinen wunden Punkt ziehen. Bitte nicht!

Andererseits fühle ich mich fast en wenig geehrt, wegen all der Umstände, die man sich wegen dieser Sache macht. Doch auch dieses Mal drängen sie sich zwar in meine Nähe, ohne jedoch auf mich einzuwirken. Es geschieht wieder nichts. Als sie mich laufen lassen, spüre ich eine unangenehme Ernüchterung. Da draußen, der Ausblick aus dem Großelternhaus, erscheint mir als nichtssagend, trüb und grau…

Ich erreiche die Kantine. Mike sitzt an einem der nackten Tische und trinkt mit nachdenklich in sich gekehrtem Gesichtsausdruck einen Kaffee. Ich trete an das Schwarze Brett in einer unterbeleuchteten Nische. Mike sitzt nun also hinter meinem Rücken. Am Brett hängt eine Skizze, die den letzten Traumchat visualisiert. Na, da ging es ja heiter zu mit Cornelius und dem Käpt’n. Unten links an der Skizze ist ein schmaler, mehrfach gefalteter Papierstreifen getackert; eine Nachricht von Cornelius an mich:

Liebe Marianne, ich bin davon überzeugt, dass du beim nächsten Mal wieder dabei bist.

Das ist ja nett. Mich erstaunt dies. Allerdings hatte ich ganz und gar nicht vor, zurückzukehren. Daraufhin hinterließ mir Cornelius folgende Botschaft auf der Skizze:

Der Rotwein zeigte an dem Abend auch eine gute Wirkung.

Aha, da hat er sich mit reichlich Rotwein in Stimmung gebracht, überlege ich schmunzelnd.

Ich trete zu Mike an den Tisch. Cornelius stand bis zu diesem Augenblick neben ihm, macht sich nun aber auf den Weg zu seinem Platz am Ende der Tische; einige Plätze tiefer im Raum. Mike sagt, ich könne ja auf einen(!) Schluck Kaffee zu Cornelius gehen. Auf einen Schluck? Warum so begrenzt? Das passt mir nicht; ich würde das lieber der Situation entsprechend entscheiden, wie lange ich dort verweilen möchte.

Tags: