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Mayflower

Traum:
Ich sitze arbeitstätig am Rande einer kleinen Verkaufsabteilung, die sich im ehemaligen Kinderzimmer befindet, und beobachte meine Kollegin, die dünne Hermi, dabei, wie sie einige ineinandersteckende Make-up-Stifte nimmt – Rouge, Lidschatten, Lippenstift. Es sind die Tester für unsere Kunden. Hermi verschwindet damit schnell im eigentlich nicht existenten Personalraum, um sich zurechtzumachen. „Hey, so geht das aber nicht!“ rufe ich ihr hinterher. Da kehrt sie zurück und steckt die Tester-Stifte zurück auf die verkäuflichen Stifte, die vor dem alten Großmutterschrank arrangiert sind. Ich sage zwar nichts – es verschlägt mir die Sprache – aber ich bin zutiefst empört! Unmöglich, die Kunden merken so nicht, dass sie angebrochene Tester erwerben. Meine stumme Empörung ruft den Geschäftsführer auf den Plan. Der bleibt gelassen, während ich sachlich die Lage kläre; eine andere Kollegin zeigt sich gütlich und Hermi weicht wortkarg aus.

Bald sitze ich beim Geschäftsführer, der es sich auf einer Chaiselongue bequem gemacht, auf dem Schoß und sage zu ihm: „Aber ist doch wahr!“ Dann schmiege ich mich an ihn, bedecke seine Wangen mit vielen kleinen Küssen. Er zieht mich immer wieder zärtlich an sich. Ich wundere und freue mich über diese unerwartete Nähe und gegenseitige Zuneigung. Ich spüre eine Frau an meiner rechten Seite, die mein Verhalten nicht ganz okay findet.

Wilma ruft zu einem Spiel in die elterliche Küche. Oh super, das ist eine tolle Idee! Ich springe vom Schoß des Geschäftsführers, um mich – so wie es auch die anderen Anwesenden machen – vor dem Spiel zu verkleiden. Mir fällt ganz plötzlich ein, dass ich ein ganz tolles Indianerhäuptlingskostüm im Schrank habe – ein Oberteil und eine Hose aus edlem Wildlederimitat und einen farbenprächtiger Federschmuck. Das könnte ich mal wieder hervorholen – gute Gelegenheit. Ich öffne die Tür der Kommode, die unter der Dachschräge steht. Dabei entdecke ich nicht nur, dass mein Indianerkostüm nicht hier ist, sondern es fällt auch ein Doppelanspitzer von der Kommode, genau zwischen Rückwand und Zimmerwand. Während der Anspitzer fällt, leuchtet er einmal neonblau auf. Dadurch erkenne ich schnell, wohin er fällt und ich kann ihn mit einem Griff hervorangeln. Ich lege ihn auf die Kommode zurück und gehe hinüber zum großen Kleiderschrank. Die Enttäuschung ist groß, als mein Indianerkostüm auch dort nicht zu finden ist. Es ist echt nicht da! Na so was?! Nun, dann muss es ohne gehen. Während ich über die Türschwelle auf den Flur trete, nehme ich Kontakt mit dem Geschäftsführer auf; oder mit anderen Worten: an meinem linken Ohr nehme ich Valerian telepathisch wahr. Ich gehe die Straße in einer unbekannten Stadt entlang, in Richtung Elternküche. Ich erzähle Valerian von dem Spiel in der Küche; frage ihn, ob er auch kommen mag. Doch nein, er zeigt sich sehr zurückhaltend. „Ach bitte, komm doch“ versuche ich ihn zu überreden. „Wir spielen Mayflower! Probiere es, das macht Spaß!“ Nach einigen kargen Antworten Valerians muss ich leider feststellen, dass keine Antwort mehr kommt. Unsere Verbindung ist verloren.

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Kutschfahrt durch die Nacht

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