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Maskuline Schaffnerin und amerikanische Quasselstrippe

Traum:
Die Amerikanerin, eine Verwandte, die gerade zu Besuch in Deutschland ist, nervt mich. Wir sitzen im Waggon einer alten Eisenbahn, die durch weites Land fährt. Sie sitzt mit dem Rücken zu mir; auf einer der beiden langen Holzbänke, die einander gegenüber, längs der Fahrtrichtung stehen. Ich sitze entgegen der Fahrtrichtung. Sie telefoniert schon lange; sehr lange. Mit lauter Stimme. Ich versuche, nicht hinzuhören, was durch die amerikanische Sprache begünstigt wird. Andere Mitreisende im Waggon scheinen sie toll zu finden. Hm, da kann ich nur mit der Schulter zucken.

Die Eisenbahn hält irgendwo in der weiten Prärie an einem einsamen Bahnsteig. Die Amerikanerin will hier aussteigen. Na, da bin ich doch gerne behilflich. Hinter meinem Rücken wirkt Iris in ihrem majestätisch blauen Kleid. Ich habe vor, die Koffer auf den Bahnsteig zu stellen. Doch als sich die Tür öffnet, steht eine große, maskulin wirkende Schaffnerin im Einstiegsbereich, hält sich rechts und links an den Haltegriffen fest, so dass der Ausstieg durch sie behindert ist. Sachlich lässt sie uns wissen: „Aussteigen auf eigene Gefahr. Ich kann nicht garantieren, dass die Zeit bis zur Abfahrt noch zum Einsteigen reicht.“

Eigentlich hatte ich die Koffer hinaus tragen wollen, damit die Amerikanerin ihr übriges Gepäck in die Hand nehmen kann. Nun stehe ich unbewegt, von Unentschlossenheit gelähmt. Iris gelingt der Ausstieg. Sie legt die beiden langstieligen Blumensträuße, die zum Gepäck der Amerikanerin gehören, auf den Bahnsteig; und gelangt rechtzeitig in den Zug zurück, obwohl die Schaffnerin immer noch diesen Bereich blockiert. Ich bin etwas erleichtert. Wäre doch die Schaffnerin nicht im Weg! Dann könnte ich schneller wieder einsteigen.

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