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Aufstellung – Geisterhelfer

Traum:
Blick aus dem Fenster. Eine Wiesenlandschaft mit einem Wildbach, der sich von rechts nach links durch das Blickfeld windet. Oups, im Wasser des Baches treiben ja einige der Leinenkleidchen, die ich gerade draußen auf die Leine hängte. Kleider, die mir Rieke überlassen hat (real die Sommerkleidchen von Moina). Während sie langsam mit dem Wasser treiben, bleibt Zeit für die Betrachtung des Wassers, dessen goldbraune Tönung vor dem Hintergrund des Leinenstoffes erst sichtbar wird. „Ich muss die Kleider aus dem Bach fischen“, sage ich zu Mike, der etwas weiter im Raum steht. Das sollte ich bald tun, damit die Kleider nicht zu weit abtreiben; sonst nimmt sie womöglich jemand anders an sich oder ich kann sie nicht wiederfinden, weil das Suchgebiet zu groß wird. Womöglich wehen noch mehr Kleider von der Wäscheleine in den Bach – ich muss mich darum kümmern. Doch noch kann ich mich nicht dazu bewegen. Ich überlege… Es könnte ja sein, dass der Bach weiter nach links in eine Quelle mündet; so wäre dem Abtreiben ein natürliches Ende gesetzt. Doch irgendetwas ist an meiner Überlegung noch nicht stimmig…

Ich laufe die Treppen hinunter, trete hinter das Elternhaus.

Folgende Szene überlagert das bisherige Geschehen: In einer alten Eisenbahn. Fahrt. Ich ziehe mich um; eine kurze Leinenhose, die es ermöglicht, in den Bach zu steigen und die Kleider rauszuziehen. Da mir noch kein Zimmer zugewiesen wurde, habe ich gleich zwei Abteile belegt, was in mir ein vage unentschiedenes Gefühl hinterlässt, aber wirklich nur nebensächlich ist.

Das Grundstück liegt in märchenhaftem Zwielicht… Eine nachtdunkle Himmelskuppel, aber dennoch ist alles belichtet. Die nächsten Schritte führen mich weiter nach links. Eine Fläche mit gut zwei Meter hohen Pflanzen. Als ich mich durch dicke behaarte Stängel schlage und silbrig schimmernde Kugelblüten sehe, bekomme ich es zu spüren: es sind Disteln (Kugeldisteln)! Sähe mich meine Mutter, wie ich mich hier durchschlage, so würde sie wohl sagen, ich sei verrückt.

Doch es ist nur ganz zu Anfang so. Denn inmitten dieses Distelfeldes sind geräumige Lichtungen geschlagen; auch hier wieder das Zwielicht: von oben durch die Pflanzen verdunkelt, doch von innen erleuchtet. Dieser Ort hat etwas Verwunschenes… Das Träumen einiger tanzender Paare, die Frauen mit weiten Röcken, nimmt Gestalt an. Völlig lautlos und in sich versunken tanzen sie umher und lösen sich wieder auf. Ja, man könnte hier tanzen, ohne dass es von Außen jemand sehen kann. Irgendwie gefällt mir diese Idee, wenngleich ich nicht daran denke, sie umzusetzen. Das Distelfeld ist also innen gerodet, nur die Ränder stehen noch. Ganz sonderbar… das Lichte… verheißungsvoll.

Ich kehre aus unbestimmtem Grund um, laufe zurück zum Elternhaus, stelle mich mittig vor die rückwärtige Hauswand. Vor meinen Füßen ein – real nicht vorhandenes – Kellerfenster. Dort unten nehme ich Moina wahr. Sie steht dort in Badeanzug, mit einem Handtuch über dem Arm. Sie möchte mit mir zum Bach gehen. Ich spüre, dort unten ist es klamm und kühl. Sie öffnet das Fenster; nur ein Klappfenster… und selbst wenn es sich ganz öffnen ließe, so führte es nicht weiter, denn das Fenster ist von außen wie bei einem Gefängnis vergittert. „Lauf vorne raus!!“ rufe ich ihr zu. Moina macht sich auf den Weg. Ich warte solange.

Das Elternhaus im Rücken, auf Höhe der Güllegrube stehend. Ich halte einen Landschaftsspielplan in den Händen. Es geht um eine rote Spielfigur, um Aufstellungsarbeit. Ich setze die Figur auf einem bestimmten Platz der Landschaftskarte und bin in der Annahme, dass es nun eine Weile dauern wird. Das ist anstrengende psychische Arbeit, Konzentration, Reflexion, aktive Herangehensweise, Tiefschürfen und so fort. Das braucht Zeit, Geduld und Kraft.

Umso irritierter bin ich nun. Denn kaum hatte die Figur ihren Platz eingenommen, stellt sich ein Gefühl der Erlösung/Auflösung ein. Es ist so, als zerbräche eine Kruste. Die Energie kommt spürbar ins Fließen. Entspannung und Wohlbefinden. Damit einhergehend eine kleine Körperfläche, die schweißnass wird.

Ich setze die Figur auf einen nächsten Platz. Wieder diese rasche Entwicklung! Lösung, befreiendes Zerbrechen, Energiefluss, Wohlbefinden, Entspannung und eine andere Stelle am Körper sondert kräftig Schweiß ab. Ein paar Mal geht es so. Vielleicht sind da noch Zweifel an meinen Wahrnehmungen, denn wirklich überzeugt bin ich trotzdem nicht.

Ich nehme die Figur und überlege, wo ich sie nun einsetzen soll. Am Spielplan oben links sind ein paar Begriffe gelistet – davor jeweils ein deutlich sichtbarer roter Punkt. Hmmm… Ich weiß nicht, ob es richtig ist… okay, aber warum nicht. Einfach mal ausprobieren. Ich setze die Figur auf den Begriff „Geist(er)helfer“. Erstaunlich! Auch hier ist es so wie die Male zuvor. Es ist, als öffne sich die Tür ganz weit nach unten, zur Erde hin und die Energie fließt in einem satten Strom. Langsam wird mir klar: es geht gar nicht um anstrengende Arbeit, sondern lediglich darum, bestimmte Punkte im System einzunehmen, um auf diese Weise die jeweiligen Blockaden aufzulösen. Ja, wenn es wirklich so ist… dann kann ich mich damit wohl anfreunden.

Szenenwechsel. In einer Wohnung, die ich vermutlich häufiger aufsuche – so vertraut komme ich mir darin vor – ohne zu wissen, wo ich bin. In den Räumen hinter meinem Rücken ist die alte Bekannte tätig. Ich treffe in diesem Raum auf den alten Hund – zum wiederholten Mal in diesen Tagen, so kommt es mir vor. Ah ja… das ist diese alte Sache mit dem Verbeißen. Es ist ein alter Hund, ganz gutmütig und friedlich, der sich einfach nur den Rest seines Lebens erfreuen will, ohne zu kämpfen. Doch er wurde in jungen Jahren schwer traumatisiert… So weiß ich, dass ich auf meine Bewegungen achten muss. Es ist nicht einfach, und so geschieht es, dass meine rechte Hand eine kleine Bewegung zu nah an seiner Schnauze macht und der Hund schnappt zu. Er will es gar nicht. Es ist halt diese alte Geschichte, für die er nichts kann, die aber diesen Beißzwang auslöst. Ich will meine Hand befreien, da ich nicht weiß, ob der Hund nicht doch in Panik gerät. Doch die Zähne drücken sich spürbar in das Fleisch meiner Hand. Naja, das alte Frauchen ist ja nicht fern, sie wird sicherlich ein „Zauberwort“ kennen, wenn ich sie zur Hilfe rufe. Ich möchte einen Notfall aber nicht herausfordern und wende mich dem Hund zu. Dieser schüttelt inzwischen den Kopf, um meine Hand auf diese Weise loszuwerden; er selbst leidet unter diesem ungewollten Verbeißen. Doch das führt nicht weiter. So packe ich ihn ganz vorsichtig mit der anderen Hand, umschließe seinen Oberkiefer, um seine Schnauze weiter zu öffnen. Spüre dabei die scharfen Spitzen seiner Zähne an den Fingern. Zu viel Druck und ich verletze mich selbst. Ganz langsam, ohne Druck auszuüben… da lockert es sich und meine Hand kommt frei. Erleichterung. Wir haben es ganz ohne das alte Frauchen hinbekommen.

Notiz:
Es berührt mich, wie sich dieses Thema seit dem Traum „Scharfe Grete“ entwickelt hat.

Der Energiefluß erinnert mich – auch wegen des roten Kreises – an die Chakrameditation diese Nacht. (Vor allem Wurzelchakra)

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