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Kinderbuchidee am Worpsweder Bahnhof

Traum:

Situation: Ich stehe mit dem Rücken zu einem Hafen, der in einer rund geschwungenen Bucht liegt.Wenn ich nach links über meine Schulter zurückblicke, sehe ich einige muskulöse Hafenarbeiter mit ihren Motorbooten hin und herdüsen. Die Motorboote sind aus signalgelben Stahlträgern gebaut, wobei die Farbe zum großen Teil abgeplatzt ist. Schaute ich, was ich jedoch nicht tue, über meine rechte Schulter zurück, sähe ich das Passagierschiff, das vor der Bucht ankert; ich spüre es jedoch auch so. Gegen ein paar Euro auf die Hand wird man von den Hafenarbeitern mit dem Motorboot zum Passagierschiff gefahren.

Um mich herum stehen einige Betreuer und eine Gruppe Vorschulkinder aus Deutschland und aus der Schweiz. Wir wollen mit dem großen Schiff einen Ausflug machen, müssen also schauen, dass uns die Hafenarbeiter dorthin bringen.

Problem: Ich erlebe diese Situation aus folgenden Gründen als ziemlich unsicher:

  • es ist nicht ganz klar, was die Fahrt genau kostet; ob nun drei Euro oder meinetwegen acht Euro; ich müsste aber ausreichend geben, sonst würde sich womöglich das Boot entziehen
  • es ist nicht vorhersehbar, wann der nächsten Hafenarbeiter bei uns hält und wie lange er hält. Mit jedem Halt könnte es die letzte Gelegenheit sein!
  • Bei der Geschwindigkeit, die diese Männer an den Tag legen, bleibt uns nur ein unerschrockener großer Sprung im günstigsten Moment hinüber ins Motorboot.
  • Da nicht vorhersehbar ist, wann jemand hält, muss man zum großen Sprung in relativ Ungewisses bereit sein.
  • Was für eine Person allein eine Herausforderung wäre, ist mit all diesen Kindern eine waghalsige Sache.

Ich werde immer unruhiger… wenn ich weiter so zögere, sind alle Chancen vertan. Das setzt mich unangenehm unter Druck.

Lösung: Ganz plötzlich erfahren wir, dass unsere hellblonde Gruppenleiterin – die astrologische Symbolaufstellerin – eine Reifenpanne hat. Ihre Ankunft wird sich also verzögern. Puh, die Lage entspannt sich… Kein Druck mehr. Wir werden auf sie warten und nutzen die Wartezeit zum Sammeln. Ich schaue schon mal nach, ob alle Kinder einen kleinen Imbiss eingepackt haben.

vogelerbahnhof Es dauert gar nicht lang, da trifft die Gruppenleiterin ein. Freude. Sie hat sich etwas Besonderes für unsere Gruppe ausgedacht – eine Idee, die ihr kam, als ihr die Luft ausging. Ein erstes Exemplar, der umgesetzten Idee wird überreicht und mir direkt vor Augen gehalten: Ein reich illustriertes Buch im A4 Format, in dem alle Erlebnisse beschrieben sind, die unsere Gruppe während dieses Ausfluges macht. Auf dem kartonierten Titelblatt ist ein großes Foto abgebildet: ein hellblonder Junge; ein Schulanfänger im Zahnwechsel, der eine leicht verrutschte Brille trägt und glücklich in die Kamera lächelt. Im Hintergrund die Fassade des Worpsweder Bahnhofsgebäudes. Alles ist sehr klar zu erkennen. Das Buch ist in warm pastelligen Farben ansprechend gestaltet. Neben mir steht der blonde Junge, schaut mich froh und erwartungsvoll an…
„Echt, ich finde das total klasse!“ sage ich zu ihm und er freut sich. Toll, jedes Kind wird solch ein individuell gestaltetes Buch zur Erinnerung erhalten.

Noch beim Aufwachen fand ich diese Idee so begeisternd, dass ich mir sogleich vornahm, für jedes meiner Traumkinder ein solches Buch zu gestalten.

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