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Symbolaufstellungen

Freundlicher Hinweis an meine geschätzten LeserInnen:
Dieser Traum ist so uninteressant (zumindest für Außenstehende) wie er lang ist.
;-)

Während vieler Nachtstunden macht Ilka Symbolaufstellungen mit mir. Immer wieder erinnert sie mich: „Entspannen… nachspüren…“

Am Rande der Aula, in einer unbeleuchteten Nische, hat der Unterricht begonnen. Erwachsene meines Alters sitzen an den Tischreihen und arbeiten ernsthaft. Bis zu diesem Augenblick war ich in dem Glauben, mich gleich dazu setzen und am Unterricht teilnehmen zu können. Das stellt sich als Irrtum heraus. Das ist für mich nicht vorgesehen. Vielleicht, so vermute ich, liegt es daran, dass ich nicht gut darauf vorbereitet bin. Möglich auch, dass höhere Qualifikationen eine Rolle spielen. Hm, ich könnte ja noch nicht einmal sagen, ob gerade Biologie oder Physik unterrichtet wird.

So kehre ich dem Unterricht den Rücken und gehe in den angrenzenden Bereich hinüber. Es ist eine leere Ecke. Dort steht Jonathan. Na hey, so eine Überraschung, ihm hier zu begegnen! Als ich mich kurz umschaue, bemerke ich Schorli hinter meinem Rücken, der mit einem leisen Lächeln zu uns her schaut. Ich gehe auf Jonathan zu und sage: „Wie schön, dass ich Dich kennenlernen darf! Du bist doch Schor… Schor… Schorse!“ Immer wieder liegt mir auf der Zunge, Schorli zu sagen, was ja nicht sein kann. Aber irgendwie ist der Name ‘Schorse’ auch nicht wirklich stimmig… oder? Doch Jonathan nickt bestätigend, wirkt erstaunt, aber freut sich über die Begrüßung.

Wickeln in den 60ern
Hm, was mache ich denn jetzt mal die ganze Zeit, während ich warte, dass der Unterricht zu Ende geht? Einfach nur Warten ist etwas langweilig. Hinter Jonathans Rücken zeichnet sich ein weiterer Bereich klarer ab: dort ist die Babybetreuungsabteilung. Einige Kinderschwestern kümmern sich um die Babys. Eines der Baby wartet darauf, versorgt zu werden. Na, ich kann die Zeit gut nutzen und das Baby wickeln! Eine wunderbare Idee, wie ich finde; ich freue mich. Doch als ich einige Schritte auf das Baby zu mache, spricht eine weibliche Stimme, die von rechts aus dem Dunkel der Aula kommt: „Marianne… Du erinnerst dich, dass damals – in den 60ern – die Windeln mit Sicherheitsnadeln fixiert wurden?“

Oh! Nein, das hatte ich nicht bedacht! Ein furchtbarer Gedanke, eine schlecht gesetzte Sicherheitsnadeln könnte aufspringen und sich in das Fleisch des Babys bohren… Nein, für so etwas möchte ich nicht verantwortlich sein. Besser, ich gehe das Risiko gar nicht erst ein. Ja, ich mache es lieber nicht. Bedauern, und der Tatendrang die Schaffensfreude sind erloschen. Ich gehe…

… am Rand der Aula entlang und bleibe vor den Fächern der Kindergartenkinder stehen, sortiere die Kleider eines kleinen Mädchens ein, deren Mutter gerade mit anderen Dingen der Kinderversorgung beschäftigt ist. Viele andere Eltern wimmeln tätig hier herum. Es soll ja weitergehen.

Kleine Lilith
Als meine Hände wieder frei sind, überquere ich die weite Fläche der Aula und trete in einen der hinten gelegenen Räume. Hier hat ein Seminar stattgefunden. Jetzt ist Pause; alles angenehm ruhig und entspannt. Ilka sitzt an dem langen Tisch mit einer Teilnehmerin zusammen. Ich stelle mich zwischen die beiden. Erkenne die Teilnehmerin: es ist die Engelsfrau. Sie hält ein mit rotem Samtstoff bespanntes Kärtchen in den Händen. Darauf ein Häufchen weißer Sand, den sie mit dem Finger zu einer Gestalt verstreicht. Bald zeichnet sich ein Mädchen auf dem roten Samt ab. Ein paar Goldsternchen markieren Augen, Mund und Knöpfe. Ilka sagt, sie habe die Idee gehabt, dass jede Teilnehmerin ein Kinderbild mitbringt. Ich frage die Engelsfrau: „Ist das deine Tochter oder bist du das?“ Anfangs nahm ich an, man solle Bilder seiner Kinder mitbringen, bekomme dann Zweifel und überlege, es könnten auch Bilder aus der eigenen Kindheit gemeint sein. Ja, antwortet die Engelsfrau, bei dem Mädchen auf der Karte handelt es sich um ihre Tochter.

Sophisticated
Nachdem ich den Seminarraum hinter mir liegen gelassen habe, laufe ich quer durch die Aula hinüber zu einem anderen Seminarraum. Darin sitzen einige sympathische Teilnehmer – Männer und Frauen – und machen Pause. Erzählen von Erfahrungen, die mit dem Thema des Seminars „Astrologie, Träume und Symbole“ zu tun haben. Michael, der an der Längsseite eines langen Tisches sitzt, unterhält sich mit einem Teilnehmer, der an einem Einzeltisch sitzt. Ich stelle mich so, dass ich zwischen beiden stehe und höre zu. Michael erzählt amüsiert: „Ich neige immer wieder schnell dazu, jemandem mein eigenes Symbolverständnis aufzudrücken.“ Er gibt auch gleich als Beispiel, was er kürzlich einer Frau unterstellt hat: „Hast du nicht auch gerade dieses sophisticated Gefühl, dass du… … … „ Die anderen Teilnehmer schmunzeln. Wir alle kennen die Gefahr. Belebt werfe ich ein: „Oh ja, das kenne ich von Valerian, der macht das auch immer wieder gerne, ohne Böses zu beabsichtigen!“

Schläfenkuss im Dunkel
Nur wenig später verlasse ich diesen Raum und trete direkt nach draußen. Ich gehe nach links, lasse die Münzenberger Schule hinter mir liegen. Gehe dann den Fußweg vom Ami-Spielplatz in Richtung Bushaltestelle. Den Kopf gesenkt, gedankenverloren, telefoniere ich mit Alexander. Erkläre ihm, wie er vorgehen und sich orientieren kann. Das war nämlich seine Frage gewesen. Noch während ich erkläre, höre ich eine Stimme, die aus dem völligen Dunkel kommt, das sich unter dem Vordach des seitlichen Schuleingangs ausdehnt. Ich erkenne Alexanders Stimme, der mir verschmitzt vorschlägt: „Das kannst du mir nun ja direkt vor Ort zeigen.“

Ey, das habe ich nicht gewusst, dass er hier ist! Aus dem Dunkel tritt ein Schemen hervor, kommt mir entgegen, legt den Arm um meine Schulter, gibt mir einen Kuss auf die Schläfe und führt mich in Richtung Treppe, die zum Seiteneingang hinaufführt. Obwohl es völlig dunkel ist, erkenne ich den Mann an meiner rechten Seite. Erkenne ihn am Geruch, am Jerseyshirt, an seinem Habitus. Vertrautheit. Dann stelle ich fest, dass oben im Dunkel Alexander, Wilma und zwei oder drei weitere Nahestehende darauf warten, dass die Tür geöffnet wird. „Na, dann können wir ja zusammen reingehen!“ sage ich vergnügt und öffne die Tür.

Vor uns liegt ein schmaler Korridor. Links die Fächer für die Kindergartenkinder, Garderobenhaken voller bunter Kinderjäckchen und winterlichen Accessoires. Eine Mutter befreit gerade ihr kleines Töchterlein von den dicken Klamotten. Ich strecke den Arm in ihre Richtung, als Zeichen, dass ich bereit bin, ihr die Jacke abzunehmen, damit sie sich ungehindert ihrer Tochter zuwenden kann. Ich würde die Jacke weiter in das Gebäude hineintragen. Doch das möchte sie nicht.

Der Weg führt weiter an ihr vorbei. Ich öffne eine weitere Tür, hinter der ein verlassener Korridor liegt. Diesen werden wir entlang gehen. Ich weiß, dass wir bald darauf die Aula und die Lehrräume erreichen werden.

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