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Stacheldraht im zerschlagenen Holz

Traum:
Ich steuere den hellen Kleinwagen durch leicht hügeliges Waldgebiet. Es liegt im Hellbraun eines Lichtes, dessen Tönung an frisch geschlagenes Holz denken lässt. Ganz weit oben erahnt man die dunkelbraune Himmelskuppel.

Auf der Beifahrerseite sitzt Erik, dem ich gerade einen Gefallen tue: er hat eine Verabredung und ich bringe ihn zum Treffpunkt; was ich übrigens sehr gerne mache, da Erik ein sehr angenehmer Mensch ist. Auf der Rückbank sitzt eine Frau – eine unscheinbare eher schmächtige Gestalt mit bleicher Haut und dunklen Zigeunerinnenhaaren. Sie sagt nichts und fast wäre sie meiner Wahrnehmung entgangen.

Zur Hälfte umrunden wir einen Hügel im Wald und fahren dann den Weg hinauf. Dort oben befindet sich ein kleiner Parkplatz mit einigen Parkbuchten, die im weichen Bett herabgefallener Baumnadeln liegen, die sich längst braun verfärbt haben. Da hier zu dieser Stunde noch nichts los ist, halte ich mitten auf dem Parkplatz. Wir warten, da die Person, mit der Erik hier verabredet ist, noch nicht eingetroffen ist. Nach einigen Minuten finde ich es dann nicht mehr so angenehm, mitten auf dem Parkplatz zu stehen, denn falls ein weiteres Fahrzeug kommt, blockiere ich hier alles. So lasse ich den Wagen in die Parkbucht ganz vorne rollen.

Wir plaudern ein wenig.

Mit einem Male rollt unser Auto rückwärts den Hang hinab!! Quer durch das Gestrüpp. Oje, wo werden wir landen? Ziemlich steil, ziemlich schnell! Ich kann gar nicht so schnell schauen. Als ich die Bremsen treten will, kommt der Wagen längst allein zum Stehen.
Puh!
Ich hatte schon befürchtet, wie stürzen in den Abgrund oder stoßen mit einem anderen Fahrzeug zusammen. Nichts passiert – Glück gehabt!

Die Frau auf der Rückbank spricht tadelnde und mahnende Worte. Da aber alles gut gegangen ist, drücken ihre Worte meine Stimmung nicht. Ich fahre erneut den Weg zum Parkplatz hinauf. Oben angekommen frage ich Erik, ob es okay für ihn ist, hier weiter zu warten. Ja klar.

Das hellbraune Licht im Wald verdunkelt sich langsam. Ich steige aus und trete zu Wilma, die am Randes Parkplatzes neben einer Holzhütte steht und einen blauen 120l-Müllsack mit Sperrgut füllt. An dieser Arbeit werde auch ich mich beteiligen. Erik meint: „Du musst damit nicht warten, bis ich fort bin!“ Das ist wirklich freundlich.

Wilma stopft die Holzteile, die dem Aussehen nach von zerschlagenen Möbelstücken und Inneneinrichtungsmaterialien stammen, mit Nachdruck in den Sack. Es soll ja möglichst viel hineinpassen, damit alles effektiv beseitigt werden kann.

Ich trete in die Holzhütte. Zu zwei Seiten ist hat sie keine Wände. Ich stehe in dem Winkel vor den Holzwänden, nehme ein Brett von der Ansammlung des Sperrgutes, das hier bereit gestellt. Es ähnelt einem Bügelbrett. Um es in den Müllsack zu kriegen, muss ich es in seine Einzelteile zerlegen. Ich versuche also, das Bügelbrett selbst aus den zwei Querstreben zu drücken, von denen es gehalten wird. Dummerweise hat sich Stacheldraht – es ist leicht mit Rost überzogen – in das Holz der Querstreben gedrückt – ob dies mit oder ohne Absicht geschah, kann ich heute nicht mehr beurteilen. Den Stacheldraht muss ich entfernen, sonst zerreißt es mir einerseits den Müllsack, andererseits kann es so nicht zerkleinert werden. Doch immer wenn ich es an einer Stelle packen will, wo der Draht glatt ist, haue ich die Finger doch in die Stachel und zucke unter stechendem Schmerz zurück. Es schmerzt richtig fies, ein schneidend aufblitzender Schmerz. Dass es so heftig ist, hätte ich nicht erwartet.

Einige Meter weiter in einem ganz einfachen Steinhaus. Ein langer Tisch. Frauen sitzen drum herum. Könnte sein, dass es sich um eine Selbsterfahrungsgruppe handelt. Sie führen jedenfalls ein lebhaftes Gespräch, das meine Aufmerksamkeit sofort auf sich zieht. Erik setzt sich am Kopfende des Tisches dazu. Ich stehe noch… dem Gespräch lauschend. Erik will gerade aufstehen, mir aus meiner schwarzen Winterjacke helfen, als ich ihm ein Zeichen zum Innehalten gebe. Ich ziehe meine Jacke allein aus, winde den grobschlaufigen Schal vom Hals und hänge es in den hinter meinem Rücken stehenden Garderobenschrank. Ich mache das sehr sorgfältig; erinnert mich an die Spinde beim Training. Sehr vorsichtig lege ich die Sachen ab. Es soll keinerlei Geräusch entstehen, damit mir nur ja nicht ein Wort des Gespräches entgeht.

Notiz:
In Wirklichkeit kenne ich Erik nicht.
Nach dem dem Traum fielen mir sofort seine Clone ein.

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