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Drei Magnete und das Verstummen

Traum:
Der dämmernde Morgen taucht die Gassen der schlafenden Stadt in graues Licht. Mit schnellen Schritten eile ich über das Kopfsteinpflaster, die Aufmerksamkeit auf ein Telefongespräch gerichtet. In der Leitung der lässig-freundliche Typ aus der Fahrradwerkstatt, wo ich gerade gestern erst war. Während ich einen 180° Bogen mache und in die parallel verlaufende Gasse wechsele, dreht sich das Gespräch um meine nächste Aktivität. Er fragt, ob ich mich jetzt dem Neurolinguistischen Programmieren zuwenden wolle. Das bestätige ich, ohne dass ich es tatsächlich vorgehabt hätte. Ja, ich sehe auch keine Möglichkeit, dies während meiner nächsten Schritte umzusetzen. Doch nun habe ich – warum auch immer, ich weiß es selbst nicht – verkündet, dass ich es machen werde und kann mich nicht dazu überwinden, meine Aussage zu korrigieren.

Das Gespräch findet ein Ende, ich nehme den „Hörer“ vom Ohr und umschließe ihn mit der linken Hand. Nachdem ich meine linke Hand kurz in die Jackentasche steckte, hole ich sie wieder hervor, öffne sie und schaue mir das Telefon an. Wie erwartet sind es drei kleine Magnetscheiben (wie von einem Angelspiel), die mit gelbem Plastik ummantelt sind, wobei je eine Magnetfläche offen liegt. Diese Magnete sind hochempfindliche Sensoren, die immer noch auf Empfang und Senden ausgerichtet sind. Vielleicht hat der Fahrrad-Typ nicht richtig aufgelegt? Jedenfalls höre ich ihn gedankenverloren murmeln. Ein Selbstgespräch, das sich darum dreht, wie notwendig das Erlernen von NLP ist.

Wenn ich ihn höre, dann hört er sicher auch mich! In meiner Kehle dehnt sich ein Gefühl wie ein Luftkissenpolster, das mich verstummen lässt. Ich darf auf gar keinen Fall sprechen! Denn jedes Wort von mir, würde dem Fahrradmann verraten, womit ich gerade beschäftigt bin – eben nicht mit NLP, eben nicht beim Lernen. Meine Schritte werden immer schneller, hektischer… – ich fühle mich wie getrieben, eile jedoch ohne greifbares Ziel weiter. Ein unangenehmes Gefühl… und ganz leise im Hintergrund spüre ich eine weitreichende Traurigkeit.

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