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Trichterblick

Traum:
Im alten Kinderzimmer. Das Gefühl unter Druck zu stehen und die Notwendigkeit, meine Konzentration auf eine nicht benennbare Sache zu richten.

Da will ich doch mal etwas probieren. Ich nehme meine Digitalkamera, einen Trichter aus weißem Kunststoff und ein sauberes Gläschen, das vermutlich mal mit Kindernahrung gefüllt war. Welche Möglichkeiten sich wohl ergeben, wenn ich den Glasinnenraum durch den Trichter fotografiere?

Es erfordert etwas Geschick, Trichter, Kamera und Glas gleichzeitig in die gewünschten Positionen auszurichten, aber es gelingt schneller als erwartet. Gleich beim ersten Versuch gelingt es, den Fokus mittig im Trichter auszurichten, so dass der Blick ungehindert durch die Trichterspitze gehen kann. Im Sucher entdecke ich eine Portraitaufnahme von mir, die auf den Glasboden projiziert wird. Nee, so ist das nicht gewollt – ich habe doch nicht mich selbst im Glas finden und ablichten wollen. Eine 180° Wende ist erforderlich, um den Blick wieder nach außen zu richten.

Während ich dies geschehen lasse – ohne benennen zu können, wie das geht – tritt ein etwa vierzigjähriger schlanker Mann ins Zimmer und stellt sich an meine rechte Seite. Ich blicke nach wie vor durch den Sucher. Die Sicht ist durch den Trichter eingeengt und sehr konzentriert. Um so gut als möglich erkennen zu können, was im Außen, um mich herum geschieht, schärfe ich alle anderen Sinne. Tatsächlich sehe ich dann auch das mich Umgebende, ohne meinen Blick dorthin lenken zu müssen.

Das ist das Wort ‘Wespe’. Als ich das Wort ‘Wespe’ freilasse, schwirrt eine Wespe im Zimmer umher. Vielleicht sind es auch mehrere. Die Wespe ist vor allem lästig aufdringlich. Der Mann an meiner Seite lässt nun das Wort ‘die’ frei. Oje! Vermutlich weiß er nicht, dass die Freilassung des Artikels ‘die’ der Wespe das Recht und die Freiheit zum Stechen gibt. Das liegt an der Vervollständigung. Wespe ist aufdringlich. Die Wespe sticht.

Notiz:
Entdeckt bei (Zeit)Reise – Ein Universum:
One Full Cycle of Cervie Love

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