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Völlig daneben vor wichtigem Treffen

Traum:
Mit wenigen Schritten erreiche ich die abwärts führende Rolltreppe. Während ich diese betrete, erfahre ich eine Art plötzliches Wiedererkennen des Ortes. Sicherlich findet sich dort im Untergeschoss die Halle mit den Sonderposten. Mit leisem Aufstöhnen überlege ich, dass dort unten kein wirklicher Anziehungspunkt vorzufinden ist. Ich kenne das; dort wird man nicht glücklich. Aber wenn ich eh hier bin, will ich mal schauen, was dort geboten wird.

Szenenwechsel. Ein paar osteuropäische Frauen und ich stehen über eine schräge Ablage gebeugt. Dort, im fast unerreichbaren Eck der Ablage sind die Lippenstifte hingerutscht. Wenigstens einen möchte ich nehmen! Margaret Astor. Ich bin ungeschminkt und möchte dringend etwas daran ändern. Nehme ich den Weinroten oder den mit einem Hauch Terracotta? Ach, wichtig ist, dass ich überhaupt einen erreichen kann.

Als nächstes bin ich nämlich mit einem noch unbekannten Mann verabredet. Wir wollen uns heute kennenlernen. Mir ist klar, dass es um eine Begegnung geht, die von großer Bedeutung für mein weiteres Leben ist. Da möchte ich natürlich ordentlich aussehen. Doch oje… kurz sehe ich mich wie in einem Spiegel: ich trage eine furchtbar altmütterliche Bluse aus einem Stoff in Aubergine mit glänzender Oberfläche. Die Bluse hängt über dem Rockbund. Zwar endet der schmale Rock ein Handbreit oberhalb der Knie, wirkt durch die Bluse aber trotzdem total bieder. Immerhin, die breiten Manschetten bedecken meine Handgelenke. War mir nicht kürzlich erst aufgefallen, dass meine Handgelenke viel zu kräftig wirken? Ja.

Also mit dem Lippenstift wird es leider nichts. Hinzu kommt, dass sowohl Mike als auch der Ältere darauf drängen, dass ich direkt zum Treffen gehe. Meine Wimpern sind noch nicht getuscht! Ich sehe doch völlig bleich aus. Ganz furchtbar. Wenigstens schnell nach Haus gehen und Mascara auftragen – das muss doch noch drin sein! Doch die Männer sagen: „Nein, das gibt es nicht, du gehst direkt zum Treffen mit dem Mann.“ Ich bin verzweifelt, ein trockenes Weinen füllt die Brust, steigt bis zur Kehle und bleibt dort stecken. Erlösende Tränen undenkbar. Unmöglich, ich kann so nicht zum Treffen gehen. Jeder Versuch, mich den Männern verständlich zu machen, wird noch dadurch erschwert, dass meine Zunge beim Sprechen immer ausrutscht. Ich höre mich mit osteuropäischem Akzent sprechen. Ganz furchtbar. Das bringt doch so nichts! Alles hoffnungslos, bedrückend, traurig, und ich kann noch nicht einmal diese Gefühle herauslassen, um mich davon zu befreien.

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