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Das Kräftespiel

Traum:
CarcassonneAnfangs ein Legespiel, ähnlich Carcassonne. Die Landschaftskärtchen müssen sinnvoll aneinander gelegt werden. Es kommt darauf an, möglichst große Wiesen entstehen zu lassen – je größer die Wiese, um so mehr Kraft wird einem verliehen. Ich lege ein Kärtchen an, aber es ist nur ein schmales Randstück Wiese. Überhaupt ist es mir bisher nur gelungen, schmale Wiesen entstehen zu lassen. Diese Situation hinterlässt ein Gefühl des Steckenbleibens und der Unzufriedenheit.

Inzwischen hat sich meine Spielposition verändert. Ich lege weiterhin die Karten an, befinde mich aber gleichzeitig direkt in der Kartenlandschaft, die ich wie eine ganz natürliche Umgebung erlebe. Auf einem Wiesenstück mit angrenzendem Sportplatz schaue ich Wilma zu. Sie hat einen Mitspieler an einem Arm und Bein gepackt und sie dreht sich mit ihm im Kreis – immer schneller werdend – um ihn im günstigsten Moment möglichst weit über den Platz zu werfen.

Bald stehe ich weiter rechts auf dem Landschaftsplan. Die Wiesenbereiche sind hier angenehm großzügig. Einer wird von Kraftsportlern genutzt, die unter Anleitung eines Trainers Klimmzüge an am Reck machen sollen. Ihre nackten Oberkörper glänzen ölig und zeigen ausgeprägte Muskeln. Ich verspüre starken Drang nach einem Krafttraining, jedoch fehlt mir, aufgrund meiner nur kleinen Wiesenstücke, die notwendige Kraft zur Ausführung. Die starken Männer beginnen mit den Klimmzügen, doch sogar ihnen fehlt die notwendige Kraft. Wir kommen einfach nicht zum Zug.

Der Trainer ist mit seiner Aufmerksamkeit bei einem Mann, der Franz Beckenbauer und gleichzeitig Günter Netzer sein könnte; auch er muss noch mehr Kraft erlangen und wird zu diesem Zweck in eine Aschenputtel Spielkulisse aus bedruckter Pappe verwiesen. Er stellt sich abwartend in das Kartenhaus. Hmm… Es geht nicht gut voran. Mich drängt es aber vorwärts, und ich spüre psychischen Druck, der nicht kanalisiert werden kann.

Einige Schritte weiter nach links gelange ich an ein Schwimmerbecken. Es tummeln sich viele Menschen darin; überwiegend Kinder und Jugendliche. Moina läuft nackt auf die Wasseroberfläche zu. Ich befürchte ihren Untergang, setze mich unter große Anspannung, um sie über Wasser zu halten, was nur einen kurzen Moment lang gelingt, denn nun sinkt sie rasch bis auf den Grund. Unentschlossenheit: laufe ich das Stück am Beckenrand entlang und springe dann direkt zu ihr oder hechte ich gleich hier ins Wasser und tauche zu ihr? Diese Unentschlossenheit lähmt mich geradezu – ich kann mich nicht bewegen, stehe da und schaue zu… Es bleibt keine Zeit mehr, mein Kind muss SOFORT gerettet werden. Es ist entsetzlich, von gegenläufigen Kräften auf einem Punkt gehalten, bleibe ich wie erstarrt stehen. Meine letzte Hoffnung sind die Kinder, die inzwischen die Notlage meiner Tochter erkannt haben. Einer von uns wird hoffentlich rechtzeitig seine Fähigkeiten einsetzen können.

Juli

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