Home » Traumtagebuch » Persönlichkeitsentwicklung in einer Luxussuite

Persönlichkeitsentwicklung in einer Luxussuite

Traum:
Tätigkeit in einem sehr weitläufigen Bioladen. Zufriedenheit und Klarheit. Der Bioladen bietet nicht nur Produkte für die Kunden; ein Angebot zur Persönlichkeitsentwicklung des Personals gehört zum Standard. Zu diesem Zweck werden Räume zur Verfügung gestellt und Trainer eingesetzt.

Eine Trainierin, eine nüchterne Erkennende, kommt mit Schulungsunterlagen auf mich zu, als ich einen der langen Wege im Gebäude zurücklege. Mit einem kleinen Lächeln schaut sie mir in die Augen und fragt, ob ich die anderen Unterlagen bereits bearbeitet habe. Leider konnte ich mich nur mit der ersten Lektion auseinandersetzen, da die Chefin es versäumte, mir die Unterlagen für die zweite und dritte Lektion zu geben. Okay, die Erkennende wird diese nachreichen. Auf alle Fälle werde ich heute eine Stunde Schulung bekommen. Uih toll, ich freue mich sehr. Endlich geht es mit der Entwicklung weiter.

Bis es soweit ist, dauert es ein wenig und ich nutze die Zeit, um gelieferte Waren auszupacken.

Na, es wird wohl doch nichts draus – viel zu viel zu tun… Doch da kommt ein Arbeiter und ich werde von der Erkennenden ins Sprechzimmer gebeten. Meine Neugier erwacht.

Bereits nach wenigen Minuten schlägt die Erkennende vor, ich solle in der Luxussuite übernachten, die am Ende des Bioladensaales zu finden ist. Sie hält das für sehr wichtig und deutet an, dass ich mir wegen der Kosten keine Gedanken machen soll. Ich interpretiere ihre Worte so, dass die Suite eh nur selten gebucht wird und so ist es eine gute Gelegenheit, meine Entwicklung zu fördern, wenn ich diese Gelegenheit einfach mal nutze. Na gut, okay.

Nach einigen Stunden erwache ich in der Luxussuite, stehe auf und gehe darin umher. Zur linken Seite zwei schwere nautikblaue Schiebetüren mit acht Bullaugen in zwei Reihen. Essen und Trinken kann man sich nehmen. Auf einer trennenden Regalwand entdecke ich einen Karton. Die zwei Frauen, die hier vor mir nächtigten, haben sich schon bedient. Der Karton ist aufgerissen und die Stapel mit den kleinen Schokoladentäfelchen sind teils eingestürzt. Es ist die bekannte quadratische Marke in rechteckiger Form. Ich schaue, ob ich eine neue Sorte entdecke. Nein, nur Vollmilch, Zartbitter, Haselnuss oder ähnliches. Da lasse ich es mal sein. Ein Zimmermädchen verrichtet währenddessen reinigenden Arbeiten und ist bald wieder verschwunden.

Nahe der Zimmertür entdecke ich eine Preistafel. Diese Suite kostet 158 Euro die Stunde. Oha, die Stunde! Inzwischen dürfte ich einige Stunden hier sein… was das kostet!! Eigentlich hatte ich mir gerade überlegt, ein wenig Musik zu hören, aber die Kosten verleiden mir dieses Vorhaben, bringen mehr Unruhe als Entspannung.

Fast lautlos gehen die Schiebetüren auseinander und ein kleines Team betritt die Suite. Zwei Frauen und Jan Arbeitsmann. Sehr beunruhigt spreche ich sie darauf an, dass ich nicht weiß, ob ich noch in der Suite bleiben soll oder nicht. Jan Arbeitsmann sagt – mit einem Blick zur Uhr über der Tür: „Hmm… naja… wir könnten sagen, dass Sie gegen 6 Uhr angekommen sind.“ Dabei wirft er mir ein freundliches Zwinkern zu.

Na, das ist aber ein nettes Entgegenkommen! Dennoch wären so gerechnet schon einige Stunden zusammengekommen. Vielleicht sind ja auch 158 Euro pro Tag gemeint? Ach nein, damit mache ich mir etwas vor, oder? Die Frage ist, ob ich mir das gönnen sollte oder nicht. Unentschlossenheit.

Tags: