Home » Traumtagebuch » Kohlenglühen und Dildos

Kohlenglühen und Dildos

Traum:
In einem anderen Bereich des dunklen Saales stehen einige Tische mit gedimmten Lichtquellen. Behagliche Atmosphäre. Weiter vorn eine kleine Bühne mit Akteuren. Ich registriere diese zwar, aber ohne die Handlung zu verfolgen. Ich halte schwarze Kohlenstreifen – von der Form und Konsistenz her dicken Pommes Frites ähnelnd – in den Händen, versuche sie mit entfachten Streichhölzern anzuzünden. Manchmal gibt es einen leisen Knall und ein sich schnell ausbreitendes Glühen. Ich könnte mir die Finger verbrennen und bin deshalb bestrebt, die entzündeten Kohlenstreifen sogleich auf die Bühne zu werfen. Ein zu früher Wurf bringt die Glut allerdings sofort zum Erlöschen. Ich erlebe es als psychische Belastung.

Hinzu kommt, dass einige Schritte von meinem Platz entfernt eine dunkel gekleidete Frau mit dunklen Haaren sitzt, die im schemenhaften Licht einen finster umflorten Blick auf mich richtet. Dadurch entsteht eine unangenehme Klarheit Unklarheit… – ist es etwa meine Pflicht, auch ihr ein paar angeglühte Kohlenstücke zuzuwerfen?

Ein Geschehen im linken Blickfeld zieht nun meine Aufmerksamkeit an. Etwas zehn Meter entfernt befindet sich eine weitere Bühne, die sich dem Bereich hinter meinem Rücken öffnet. Dort hatten einige Frauen Gesang und Comedy zum Besten gegeben. Eine kleine Überraschung ist, dass Wilma erscheint, ihre Shoppingtasche auf dem Stuhl links neben mir abstellt und sich dann zur Bühne wendet, um dort zu singen. Natürlich hat auch sie sich etwas Amüsantes ausgedacht: ehe sie die Bühne betritt, greift sie in die Tasche neben mir und holt einen lila Dildo hervor – der gehört zum Programm – und schaltet ihn zum Testen kurz ein. Zu blöd, während ihrer Anreise scheint er sich selbst eingeschaltet zu haben; der hat nur noch wenig Saft. „Shit happens!“ Einen Moment lang amüsiert mich das. „Zeig mal!“ Ich nehme und betrachte ihn rundum – er ist förmlich der Natur nachempfunden – und reiche ihn an Wilma zurück. Oups…! Da habe ich versehentlich einen Griff in meine Tasche getan, denn ich halte plötzlich einen fleischfarbenen Dildo in meiner Hand. Ach du liebe Zeit…! Den kenne ich – das ist meiner! Da brauche ich auch gar nicht probieren, denn ich spüre es in aller Deutlichkeit: der ist voll geladen! Wie peinlich… das muss ja nicht jeder wissen. Niemals hätte ich meinen Dildo in aller Öffentlichkeit erhoben, dachte ja auch, es wäre das lila Teil von Wilma. Während ich den Dildo in meiner Tasche verschwinden lasse, lache ich leise in mich hinein. Vielleicht ist es ja auch niemanden aufgefallen; außer Wilma, die das ohne mit der Wimper zu zucken hinnimmt.

Tags: