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Schlinge

Traum:
[...] Ein Innenraum ohne Fenster. Mitten im Raum das Licht einer Schreibtischlampe im Dunkel. Rechts neben mir steht die Ältere. Ein schlanker Mann – Herr Koch? – im Geschäftsanzug stürzt aufgebracht herein. Seiner Ansicht nach habe ich nur oberflächlich erarbeitete Informationen in die Öffentlichkeit getragen, wodurch nur ein Bruchteil dessen wiedergeben wird, was an Wissen zu diesem Thema wirklich vorhanden ist!

Der Mann setzt sich, legt einen Stapel Dokumente auf den niedrigen Couchtisch vor sich und beginnt sofort damit, eine lange Abhandlung vorzulesen, um damit zu konfrontieren, was ich alles zu erklären versäumte.

Oje!!

Der Mann liest rasch, so als gelte es, keine Zeit zu verlieren. Das Papier mit dem Text geht sichtbar über mein nach unten reichendes Blickfeld hinaus. Es ist aber zu erkennen, dass es ein einziger Absatz ist; die Buchstaben eng aneinander gereiht, in kleiner Schrift. Die einzige Auflockerung findet sich inmitten des Textes: drei kursiv geschriebene Worte. Es geht um Grönland, Eisberge und um mutige Walfischfänger, die offenbar gerade einen ganz fetten Fisch an Land ziehen.

Mit einem Male kommt mir etwas in den Sinn… wie elektrisiert stürze ich hinaus, die Stiege zum Dachboden der Älteren hinauf. Es ist so, als habe ich ähnliches erwartet, was ich nun tatsächlich vor Augen habe: zwei Stecker mit je einem Stück Elektrokabel liegen auf dem Boden. Eines mit schwarzer und eines mit roter Ummantelung. Beide zu einer Schlinge gelegt. Aha, also tatsächlich! Genau das war meine Vermutung. Ich selbst hatte nämlich von einem Steckerkabel geträumt, das genau so zu einer Schlinge geformt da lag. Die Ältere träumte auch davon – zur gleichen Zeit… Die Bedeutung leuchtet mir sofort ein: Dachboden… Schlinge… dies erinnert an einen Strick zum Erhängen. Wir haben Großmutters Freitod durch Erhängen noch gar nicht verarbeitet!

Warum nur hat das in all den Jahren nie jemand gemerkt?

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