Home » Traumtagebuch » Key Accessment

Key Accessment

Traum:
Am Rande einer dörflichen Siedlung, auf einem flachen Hügel, findet ein kleines Volksfest statt. Einige Buden und Fahrgeschäfte sind inmitten weiter Wiesen aufgestellt. Mir ist, als habe mich der Zufall an diesen Ort geführt, denn ich wüsste nicht, was ich hier sollte.

Einige Dorfbewohner, hauptsächlich junge Männer, treiben sich hier bei der klammen Witterung herum. Der Grundaufbau eines Autoscooters dient als Arena für einen sportlichen Wettkampf. Mit einem Male entdecke ich Jürgen, einen ehemaligen Schulkameraden, zwischen den Zuschauern. Ich freue mich über das Wiedersehen, ohne das Bedürfnis zu verspüren, ihn anzusprechen – es genügt mir einfach so. Er schaut dem Ringen zu, als wolle er etwas ganz Bestimmtes lernen. Da bemerkt er mich, erkennt mich wieder und kommt mit einer Frage direkt auf mich zu: „Ich habe da etwas Interessantes…. – soll ich es dir zeigen?“

Zügigen Schrittes geht er voraus. Neugierig geworden eile ich ihm nach, in ein Wirtshaus hinein. Wir durchqueren einige Räume und gelangen schließlich in Jürgens Raum, der von Gasträumen umgeben liegt – also: rundum ziemlich viel Trubel. Ich setze mich ans Fußende auf das Doppelbett und beginne zu arbeiten.

Es müssen einige Stunden vergangen sein, als ich von meiner konzentrierten Arbeit aufschaue. Dabei ein gutes Gefühl, sehr produktiv gewesen zu sein. Auf meinen Knien liegt ein dicker Ordner mit allen notwendigen Schriftstücken und Arbeitsunterlagen. Er enthält mein Tagebuch, Lern- und Lehrmaterialien und alle möglichen interessanten Informationen, auf die ich gerne schnellen Zugriff habe. Ich liebe es, diese Arbeit zu machen. Da ich während des Arbeitens meine Umgebung völlig vergesse, bin ich nicht gerade eine gesprächige Gesellschafterin. Mit einem Lächeln schlage ich Jürgen vor:„Wenn Dir danach ist, sprich mich einfach an und wir quatschen ein bisschen, okay!“

Jürgen, der bis zu diesem Zeitpunkt mitten auf dem Bett gesessen hatte, schnappt sich nun eine sehr hochwertig aussehende Broschüre und lässt sich links neben mir aufs Bett plumpsen. Während er die Broschüre entfaltet, erklärt er: „Es geht um einen Job für dich. Zwar bin ich nicht befugt, darüber zu entscheiden, aber ich kann – dein Interesse vorausgesetzt – mit dem Geweyhten sprechen.“

Ich bin überrascht…: „Der Geweyhte?!“ Er ist der Arbeitgeber?! „Wie witzig, gerade vor wenigen Tagen hatte ich mit ihm Kontakt bei Xing. Ja, die Sache interessiert mich. Worum geht es genau?“

Jürgen lässt mich einen Blick in die Broschüre werfen, die sich jetzt als ein dreidimensionales (Advents)Häuschen aus Pappe entfaltet; viele Fenster und Türchen hat es. Die Fassade rundum ist mit Erklärungen und Hinweisen von dem Geweyhten bedruckt. Oups, was sehe ich da? Steht da mein Name geschrieben? Einen Moment lang glaube ich zu lesen, der Geweyhte zitiere mich mitten auf dem Haus:

„Marianne Masters sagte bei diesem Anblick…“

Ja, was sagte ich denn? Der Versuch, es genauer zu erkennen und zu entziffern, führt leider nur dahin, dass ich den Satz gar nicht wiederfinde. Womöglich habe ich es mir nur eingebildet. Natürlich könnte ich Jürgen fragen, aber das möchte ich nicht.

Jürgen erklärt: „Es geht um einen Job im Key Accessment; der soll noch besetzt werden. Du bist dafür gut geeignet!“

Hm, ich bin mir gerade nicht im Klaren darüber, welche Aufgaben mit diesem Key Accessment verbunden sind – kann mir nicht so recht vorstellen, worum es dabei überhaupt geht. In Windeseile durchsuche ich mein Gedächtnis – Accessment…? – ohne wirklich fündig zu werden. Ob ich für diesen Job wirklich geeignet bin?? Ich sage: „Ja, gute Idee!! Wenn Du mich dem Geweyhten vorschlagen willst… – ich wäre sehr gespannt!“

Im Stillen bin ich mir nicht sicher, ob daraus etwas wird… Andererseits… ich habe gerade eine frühere Angestellte des Geweyhten vor Augen… ihr hätte ich wohl auch nicht zugetraut, dass er sie beschäftigt; und trotzdem war es so. Meine Gedanken werden durch eintreffenden Besuch unterbrochen. Ich beschließe, aufzubrechen. Etwas Sexuelles mit Jürgen ist wohl eh nicht mehr zu erwarten. Das hätte sich in der Zwischenzeit sicherlich ergeben, wenn es drin gewesen wäre. Als ich mich von Jürgen verabschiede, sagt er spontan: „Ich gehe mit!“

Als wir den Tanzsaal durchqueren – er liegt ganz dunkel mit seinen dunklen Dielenbrettern… – verschwindet Jürgen, nach einem kurzen Hinweis in meine Richtung, in den Toilettenräumen. Anfangs gehe ich nur langsam weiter, weil ich denke, dass wir unseren Weg gemeinsam fortsetzen werden. Aber er taucht nicht wieder auf… auch nach vielen Minuten nicht. Na, da wird er wohl eigene Wege gehen. Hin und wieder schaue ich mich nach ihm um, aber nichts.

Erst draußen, beim Autoscooter sehe ich ihn wieder. Wie zu Beginn schaut er höchst interessiert den Wettkämpfen zu. Es ist eindeutig zu erkennen: er will aus dem Geschehen lernen und Schlussfolgerungen ableiten, um für sein eigenes zukünftiges Vorgehen Klarheit zu gewinnen. Einige der Zuschauer üben heftige Kritik an ihm. Ein paar Stimmen werden laut: „Ach, der lernt ja sowieso nichts!“

Na, deren Beurteilung nach, scheint mit Jürgen ja nicht viel los zu sein… Es könnte sich allerdings um reine Vorurteile handeln, die nicht mit der Realität übereinstimmen müssen. Nur weiß ich das leider nicht.

Langsam lasse ich den Festplatz hinter mir. Kurz vor dem Ende einige Männer, die Artistisches vorführen. Synchrone Salti und Sprünge. Gerade in diesem Augenblick landen fünf Mann nach einer Flugrolle in einem eigens aufgestellten Werbebanner am Sportplatzrand. Das ist super getroffen, denn genau so ist es gewollt! Auf dem weißen Banner steht in großer schwarzer Schrift ein Spruch gedruckt, der zur Botschaft passt, die auf den weißen Papieroveralls der Männer zu lesen ist. Es geht um eine bestimmte Aktion. Dem Werbebanner ist ein Wort mit „Frei …“ zu entnehmen (Rest vergessen). Ich gehe einige Schritte zurück, um es näher zu betrachten. Bemerke nicht, dass ich mit dem Stiefel ein Häufchen Heu vom Felde auf den Weg ziehe. „Hey, pass auf!“ ruft mir einer der Artisten unfreundlich zu.

„Ich mach doch gar nichts!“ antworte ich und bemerke sofort mein kindliches Verhalten, das mich mit verspielten Hüpfern vortäuschen lässt, dass nichts passiert ist – jedenfalls nichts, wofür ich verantwortlich wäre. Ganz unauffällig versuche ich das verräterische Heu von meinem Schuh fallen zu lassen. Doch schon im nächsten Moment bleibt ein kranzförmiges Stück Heu an meiner Stiefelspitze hängen. Ehe ich mich versehe, fällt es mir auf der Fahrspur wieder runter. Okay, jetzt hebe ich meine Füße beim Gehen mal mehr an; dann geschieht so etwas ja wohl nicht mehr. Ich wende mich von der Veranstaltung ab, den weiten Feldern und Wiesen zu – ein wenig mit dem Gefühl verbunden, der Einsamkeit entgegen zu gehen.

Traumschlüssel:
Kontakte und Schlüsselbegriffe

Tags: