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Glatzkopf kotzt Runensuppe

Traum:
Ein lose abgegrenzter Bereich inmitten einer Wartehalle. Zwischen Reisegepäck und Sitzbänken halten sich einige Lernwillige auf. Gleich wird ein Seminar beginnen. Ich geselle mich zu ihnen, nehme hier und da Kontakt auf – höre meine kraftvolle Stimme… ja, sie könnte vielleicht einen Tick zurückhaltender sein. Die anderen Teilnehmer zeigen allerdings keinerlei Reaktion darauf und ich darf annehmen, dass die Lautstärke vielleicht doch stimmt. Anders der Seminarleiter, der nun hektisch auf mich zukommt und mit weit ausholenden Armbewegungen darum bittet, mich weniger lautstark in den Vordergrund zu drängen. Er mag es nicht, dass ich dadurch das Ruder an mich reiße. Ah ja, ist ja schon okay; ich versuche, mich zu mäßigen.

Ich könnte nicht benennen, was mich überkommt, aber mit einem Male finde ich den Seminarleiter in meinen Armen wieder. Dabei liegt der aktive Part eindeutig bei mir. Seinen Kopf in meinen Armen haltend, knutsche ich wild auf seiner Glatze herum. Die fühlt sich total gut unter meinen Lippen an, so griffig und fest, und doch warm und gepolstert. Ich höre ihn grunzen, seufzen, schmatzen… bald küssen wir uns leidenschaftlich mit gierig schlängelnden Zungen. Ich finde seinen Glatzkopf einfach geil, massiere ihn fest mit meinen Händen, so dass die Kopfhaut Wellen schlägt, dann knautsche ich seine Ohren und knabbere daran herum. Wir genießen es beide. Doch dann übertreibe ich es – ohne Absicht – und er hält mit grimmigem Gesichtsausdruck inne. Ich höre ihn sagen „Bist Du bekloppt geworden?!“ noch ehe er es aussprechen kann, denn dazu kommt er nicht, weil er sich übergeben muss. Die nachdrückliche Kopfmassage hat heftige Übelkeit ausgelöst. Es gelingt uns, schnell ein Schälchen aus weißblauem Chinaporzellan zu greifen. Der Glatzkopf erbricht sich in diese. Die Kotzbrocken sind lauter Steinchen in gleicher Form und Farbe: rechteckig wie Tabletten, mit abgerundeten Ecken, mit mattbauernblaue Farbe bemalt. Symbole und Zeichen sind darin eingraviert. Der Anblick lässt an Runensuppe denken. Oh wow…! Ich bin total begeistert, wie er das gemacht hat und sage: „Das kommt doch ganz gelegen; diese Sache stand ja eh noch an!“

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13 Antworten zu Glatzkopf kotzt Runensuppe

  1. Schrill!

    LG
    B&M

  2. Das ist – ohne wenn & aber – eine Headline, von der man eigentlich nur träumen kann!

  3. REPLY:
    Die Headline gab mir die spontane Assoziation ‘Rechte Szene’ und ich dachte: Nanu, Frau Traumzeit!! ;-)

  4. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    erinnert mich jetzt an einen Traum von mir, in welchem ich einem Skin wortwörtlich die Glatze poliert habe:

    http://weltentanz.twoday.net/stories/4221273/

  5. REPLY:
    Ich verrate Ihnen, lieber Herr B&M – aber wirklich nur Ihnen! – dass ich am Vorabend mit einem anderen Traum gearbeitet hatte. Anlässlich dieser Traumarbeit notierte ich auch einige Bedenken hinsichtlich der Umsetzung des von mir Herausgearbeiteten. Dieser aktuelle Traum nun bringt meine Befürchtungen derart auf den Punkt, dass ich heute schon schallend darüber lachte. Ein bisschen erschrocken bin ich allerdings, wie ungestüm ich sein kann. Der arme Glatzkopf. :-(

  6. REPLY:
    Ach, wissen Sie, lieber Herr Doktor, das mache ich doch im Schlaf.

  7. REPLY:
    Aber aber, lieber B&M, wo denken Sie hin… Ich hatte hinsichtlich des Glatzkopfes ganz andere Assoziationen… – die ich hier und jetzt allerdings lieber nicht offen darlegen möchte. Jedenfalls kam es ja zu einem ganz interessanten Erguß. ;-)

  8. REPLY:
    Oha, liebe Zucker, mit Sandpapier! Du bist echt radikal. *lach*

  9. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    Allerdings hatte ich dabei nicht deine Assoziationen, das wäre wirklich hart. *ggg*

  10. REPLY:
    Nee nee, hart wäre da nichts mehr. ;-))

  11. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    aber hart für den Glatzkopfträger. *sich kugelt*

  12. Glatzkopf. Sofort dachte ich, liebe Marianne, an A., die sich im Sommer einen 2mm–Schnitt verpasst hat, wie schoen ihr Schaedel da zutage kam; und wie verschieden eine glatzkoepfige Frau auf Frauen bzw. auf Maenner wirken kann. Ich fand es aufregend, ihr ueber diesen weichsticheligen Schaedel zu fahren und damit nicht aufzuhoeren.

    Knutschen – genau das ist es, was Sie in Ihrem Traum beschreiben, was im Hintergrund als Beduerfnis aufgetaucht ist, also zu kuessen, diesen flaumigen, so verletzlich erscheinenden Kopf zu kuessen. Ihr Traum fuehrt allerdings schoen vor, was gesellschaftliche Schranken verbieten – so etwas darf nicht zur besinnunglosen Lust werden.

    Runen sind bei mir nicht negativ besetzt, aber ich las sofoft: Ruinen. Das liess mich an barocke Landschaftsmalerei denken. Und der Gedanke, dass wir jetzt Landschaften ganz einfach auch als aesthetisch betrachten koennen, als aesthetische Natur, waehrend sie damals als Verweis auf den jenseitigen, sich nur ueber Offenbarung aeussernden Gott aufgefasst wurde und die Ruine darin ein Symbol der Vanitas die Eitelkeit des menschlichen Strebens anprangert.

    Zurueck zu Runen: Keilschrift! Warum Keilschrift? Weil diese ueber mehr 2 Jahrtausende hinweg zur Aufzeichnung gedient hat und sie anfangs eine reine Bilderschrift war. Und weil mich Keilschrift schon als Kind fasziniert hat. Aufregend waere es, wenn jemand einige solcher Kalksteintaefelchen – wie in Ihrem Traum – erbrechen wuerde und ich die Botschaft darauf dann entziffern koennte.

    À bientôt! Audrii

    PS: Auf meinem letzten Eintrag nur drei Buchstaben, beinahe so einfach wie die Dreifaltigkeit: Y–E–S. Sey yes! ;–)

  13. REPLY:
    “Wie schön der Schädel zutage kam….” da kommen mir Bilder aus dem Krankenhaus. Chemotherapie. Und ein Danach, wenn die Haare wieder wachsen.
    2mm-Schnitt… ich mag es, wenn die anfangs pieksigen Haare ganz weich wie ein Fell werden. Dieser sanfte, aber doch spürbare Widerstand beim Darüberstreichen

    Keilschrift… Da hast Du mehr erahnt, liebe Audrii, als ich geschrieben habe. Denn tatsächlich erinnern die Traum-Runen vom Aussehen her mehr an Keilschrift als an Runen. Mich erinnert dieser Traum auch daran, dass ich mir einen Satz Runen erstellen wollte – ein Vorhaben, das schon Monate zurückliegt, nun aber wieder mit Energie aufgeladen wurde. Ich will es morgen in die Tat umsetzten – YES!

    Dank Dir für Deinen Besuch! Marianne