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Mein arabischer Grieche hat bestimmt Hunger

Traum:
Nacht. Straßenlaternenlicht. Mike und ich auf dem Radweg. Er radelt, ich laufe, einzig mit indischen Riemenschlappen aus schwarzem Wildleder bekleidet, neben ihm her. In meiner linken Hand halte ich zwei Paperbacks – Vorder- und Rückseite sind Weiß, mit schwarzer Druckschrift. Der Buchstoß fühlt sich richtig abgegriffen an. Obwohl diese Bücher eine Nebensache sind, ist mir deutlich im Bewusstsein, dass ich diese bei mir trage. Das Laufen fällt mit den lockeren Schlappen nicht leicht; immer wieder muss ich aufpassen, wegen diesen nicht ins Stolpern zu kommen.

Links, auf der Straße, holt uns ein früherer Nachbar mit dem Rad ein. Als er vorbei ist, wirft er noch einen verstohlenen Blick zurück. Vielleicht weil mein nackter Hintern so wackelt? Kurz kommt mir der Gedanke, durch die Wackelei könnten beiden Pobacken derart auseinanderdriften, dass kurz tiefere Einsichten möglich sind, die ich freiwillig nicht gestatten würde. Na, wird schon nicht, wird schon nicht…!!

Wir erreichen die Dorfmitte. Mitten auf dem Platz eine einfache Holzbude auf Stelzen. Hier drinnen begegne ich meinem neuen Mann: ein arabischer Grieche mit sanftbrauner Haut namens Paradokoulos. Er spricht nicht. Seine Lippen liegen entspannt aufeinander, lassen erst gar keine Erwartungen aufkommen. Hm hm… es könnte sein, dass er Hunger hat! Zum Glück gibt es hier in der Bude einen kleinen Stand mit warmen Snacks! Schnell reihe ich mich unter die davor Wartenden, schaue zu meinem Mann und frage: „Würstchen?“ Er schüttelt stumm den Kopf. Klar, Araber essen ja auch keine Würstchen. Aber ich kann meinen Mann doch nicht verhungern lassen! Was er wohl essen würde? In der Bude ist ständige Unruhe und fließende Bewegung. Auch mein Mann geht umher. Ich wusele unkonzentriert hinter ihm her, immer umher schauend, ob ich etwas Essbares für ihn entdecke, und immer auf ihn achtend, damit wir uns nicht verlieren. Immer wieder werfe ich ihm fragende Blicke zu, zum Schluss schon etwas verzweifelt. Ach, wenn er doch nur spräche!

In meiner Hand ein kleiner Zettel mit Bleistiftnotizen. Ich erkenne die Handschrift von meinem Paradokoulos. Eine „60“ steht drauf. Das ist der Betrag, den ich von ihm erhalten habe, und mit dem ich diese Woche hinkommen muss. Von der 60 subtrahierte er gleich 20; und zwar für das Essen, das er von mir erwartet. Zwei Frauen, an meiner linken Seite, und ich betrachten dies und kommen zu dem Schluss, dass er sehr genaue Vorstellungen hat – sein Geld ist wohlüberlegt verplant. Na, das ist doch okay?! Nun muss ich aber schauen, wo er steckt, damit ich ihn im Auge behalten kann. Ich muss darauf achten, dass er mir hier nicht verhungert!

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