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Schwer beleidigt

Traum:
In der stilvollen Kneipe des Vogeler Bahnhofs. Wir werden mit Kleinkunst vom Feinsten überrascht. Eine kleine Bühne mit Akteuren, die gleichzeitig wie ein alter, auf eine Leinwand projizierter Film wirkt. Das gefällt!

Diese Showeinlagen finden ein Ende; Kreativ-Materialien werden an die Gäste verteilt. Links neben mir sitzt Doris. Mit einer Palette streicht sie eine erhitzte Mischung aus roten Steckperlen und roter Bindemasse auf dem Tisch aus. Andere Gäste sind damit beschäftigt, kleine Gegenstände aus Window Colour zu formen, die dann in die rote Masse gesteckt werden sollen.

Noch weiter links, mehr hinter mir, sitzt einer der Hauptcomedians und ist im Begriff, einen Hut herumzureichen, um Trinkgeld einzusammeln. Unzufriedene Stimmen werden laut. Ich sage nichts, spüre aber auch Unzufriedenheit. Window Colour! Man stelle sich vor: Window Colour!!! Das ist doch soo langweilig. Nur vier Farben stehen zur Verfügung; das schränkt total ein.

Aufbruch. Doris, ihre Freundin und ich machen los. Nach einigen Schritten fragt Doris: „Wollen wir gleich noch ein Glas Wein trinken gehen?“ Ihre Freundin antwortet: „Nein, heute nicht.“ Ich sage: „Oh ja, gerne!“ Doris bedauert die Absage ihrer Freundin, reagiert aber nicht auf meine Zusage. Schlagartig bin ich eingeschnappt. Anders als üblich, versuche ich nicht, durch Reflexion zu verstehen und dann davon loszulassen, sondern denke beleidigt: „Dann eben nicht!“

Draußen geht es eine sehr schmale Treppe mit abgetretenen Steinstufen hinunter, so als führe sie ins Unterirdische. Die Treppe ist so schmal, dass wir hintereinander gehen müssen. Eine will die andere vorlassen, doch jedes Mal setzen wir dann doch im gleichen Augenblick zum Schritt an, so dass wir einen Moment an dem Punkt stecken bleiben. „Bitte!!“ sage ich schnippisch, um sie sie als Erste gehen zu lassen.

Auf dem weiteren Weg durchqueren wir eine Wartehalle. Dort stehen ein paar Bekannte von Doris an einem Tisch. Das ist unerwartet. Die Begrüßung fällt heiter und übermütig aus. Es braucht keine Überredung, Doris und ihre Freundin gesellen sich dazu. Zutiefst beleidigt, weil ich mich nun erst recht ausgeschlossen fühle, fordere ich von Doris die Autoschlüssel. Ganz nebenbei sagt man heiter zu mir: „Ach, bleib doch noch…“
„Nein, ich will weiter!“

Um die Ecke gehen. Schon erreiche ich das parkende Auto. Drei Männer folgen mir auf dem Fuß. Sie tragen Geschäftskleidung, haben Aktenkoffer bei sich. Ein anstrengender Tag – Marathon-Meeting – liegt hinter ihnen. Jetzt wollen sie mit diesem Taxi zum Flughafen. Ich öffne den Kofferraum, hebe meinen Koffer hinein. Es ist laaaangweilig und nervend, auf meine Freundinnen warten zu müssen! Dass ich selbst Schuld daran habe, mich nun ausgeschlossen zu fühlen, bessert meine Laune ganz und gar nicht. Die Männer unterhalten sich, äußern entnervt, dass eine Taxifahrt eh viel zu teuer ist und überlegen, ob sie nicht eine andere Lösung suchen sollten, um ihr Ziel zu erreichen.

Na toll! Jetzt also auch noch das Gemecker der Männer! Zum Glück dauert es gar nicht mehr so lang bis meine Freundinnen eintreffen. „Wartest du schon lange? Du hättest ja dabei bleiben können!“ so sagen sie. „Jaja…“ Nun zeigt sich allerdings Doris eingeschnappt, weil ich anfangs zugestimmt hatte, noch ein Glas Wein trinken zu gehen und sie nun enttäuscht habe. Ach, so ein Mist.

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