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Rückblicke auf dem Weg nach oben

Traum:
In dieser Nacht erhalte ich immer wieder neue Privatnachrichten von U.K. Er ist stets gut gelaunt, wirkt offen, wach und freundlich. Bemerkenswert, wie kreativ er smalltalkt!

Am Mittag treffe ich auf dem letzten Drücker in der Schule ein, um Moina abzuholen Doch wo ist sie? Ich erfahre, dass sie und ihre Mitschüler nach dem regulären Unterricht auf andere Klassen verteilt wurden. Als ich eine Mutter frage, ob sie weiß, wo ich mein Kind finden kann, gibt mir diese nur eine barsche Antwort: „Das müssen Sie ja wohl wissen!“

Ich muss allerdings gar nicht so lange suchen und schaue bald in das richtige Klassenzimmer. Dort findet zwar Unterricht für Erwachsene statt, aber Moina sitzt trotzdem dabei. Im ersten Augenblick halte ich das für eine Notlösung, erkenne jedoch recht schnell, dass Moina interessiert und verständig den Ausführungen lauscht – sie wirkt ganz und gar nicht überfordert. So entschließe ich mich, sie noch ein wenig am Unterricht teilhaben zu lassen.

Ich vertreibe mir die Zeit nun in der Aula. Dort, neben einem geschwungenen Tresen, steht ein quadratisches Regal aus beleuchtetem Plexiglas. Das ist auch die einzige Beleuchtung in dem ansonsten trüben Raum. Das Regal ist mit Pflegeprodukten bestückt, die hier erworben werden können. Eine Verkäuferin ist nicht zu sehen – ein Verkauf findet zur Zeit nicht statt. Ich nehme mir einen Klacks aus der Probeflasche mit der Handcreme… Mmmh, das ist angenehm auf der Haut und riecht wirklich gut. Ich entschließe mich zum Kauf, schaue aber – mit dem Handcremefläschchen in der Hand – was es noch so gibt. Etwas weiter unten im Regal ein weiteres Fläschchen mit dieser Handcreme. Noch in Cellophan gehüllt. Ich tausche, da ich längst bemerkt hatte, dass das erste Fläschchen eingerissen ist. Eine Frau bemerkt dies und fragt kritisch: „Was machen Sie da?“ Ich erkläre es ihr und informiere sie darüber, dass es das letzte Fläschen Handcreme ist. Daraufhin sagt sie „Nein, das stimmt nicht“ und nimmt ein gefülltes Cellophantütchen aus dem Regal. Ich sehe sofort, dass es nicht diese Handcreme ist, wenngleich die Flaschenform sehr ähnlich wirkt. Jedoch ist eindeutig zu erkennen, dass die Flasche in ihrer Hand mit lauter Zuckerherzen gefüllt ist. Das kann gar keine Handcreme sein. Die Frau sieht das anders und beharrt darauf: „Dies ist Handcreme!“ Langsam wird mir das zu anstrengend und ich verlasse die Schule und im weiteren Verlauf auch die Stadt.

Am Rande der Stadt – weite Grünflächen, frische Luft, Ruhe. Die Nebenstraße führt einen Hügel hinauf. Die Steigung ist kräftig. Irgendwann bemerke ich Herrn B&M, der etwa hundert Meter hinter mir ebenfalls die Straße hinaufgeht. Als ich dann nach links abbiege, um weiter den Hügel hinaufzugehen, schaue ich mich um. Vielleicht holt Herr B&M mich langsam ein? Dann will ich es nicht versäumen, ihn zu begrüßen – eine solche Begegnung an diesem eher abgelegenen Ort ist ja ein netter Zufall. Doch Herr B&M ist gar nicht hinter mir, sondern – an seiner Stelle? – ein junger Schwarzer. Er trägt eine Häkelmütze in verblassten Afrikafarben. Zu einer inneren Musik tänzelt er, leise mitsingend und in den Knien federnd, die Straße hinauf. Nach einigen Schritten schaue ich mich erneut um und… Habe ich mir den Schwarzen vielleicht nur eingebildet? Der Schwarze ist verschwunden! Ich überlege ernsthaft, ob ich mir Herrn B&M nicht auch nur eingebildet habe.

Oben auf dem Hügel ist ein kleiner Festplatz. Mit einigen Fahrgeschäften und Buden mit Schleckerkram. Da ich den ganzen Tag noch nichts gegessen habe – inzwischen ist Nachmittag – genehmige ich mir ein Stück Schmalzgebäck mit Zuckerguss. Gleich darauf setze ich meinen Weg fort; immer weiter hinauf. Ich möchte diesen Festplatz verlassen. Kurz vor dem Ausgang muss ich ein Fahrgeschäft durchqueren. Es ist allerdings los, also steht es still. Doch direkt vor dem Ausgang – so als sei es eine Art Drehkreuz – stellt sich mir eine längs verlaufende Plexiglasröhre in den Weg. Diese ist prall mit Schmalzgebäck in Hörnchenform gefüllt. Der zerlaufende Zuckerguss erweckt den Eindruck, als sei das Gebäck ofenfrisch – spüre ich nicht sogar die Wärme am Bauch? Die Versuchung ist groß, ein weiteres Stück Gebäck zu nehmen… Ich führe mir den schädlichen Zucker- und Fettgehalt so lange vor Augen, bis ich widerstehen kann. Also, jetzt aber raus hier! Aus unerfindlichem Grund schaue ich mich um. Hinter meinem Rücken hat der Veranstalter des Festes Platz genommen. Ein weiterer, seriös wirkender Vatertyp sitzt offensichtlich schon länger dort auf einem Stuhl. Der Raum hinter mir ist teils mit Holzgitter abgeteilt, so dass jeder der Männer in einem eigenen Bereich sitzt. Der Veranstalter fühlt sich sichtlich wichtig. Was in gewisser Hinsicht auch stimmt, denn ohne seinen Einsatz und seine organisatorischen Fähigkeiten fände diese Veranstaltung hier oben gar nicht statt. Doch die Männer innerhalb dieser Holzgitter zu sehen, lässt mich laut lachen. Und ich rufe ihnen amüsiert zu: „Das sind ja so eine Art Stellchen, oder?!“ Den Reaktionen der Männer ist anzusehen, wie unmöglich sie es finden, dass ich so etwas Herablassendes sage. Nun ja, das ist so. Ich setze meinen Weg fort und lasse auch dies hinter mir.

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2 Antworten zu Rückblicke auf dem Weg nach oben

  1. Wie schade, dass ich Ihren Traum noch vor dem Schmalzgebäck verlassen musste!

    *eben einen exzellenten Nürnberger Lebkuchen frühstückend*

  2. REPLY:
    Ja schade, wir hätten uns ja gut eines teilen können!

    Nürnberger Lebkuchen… mh, auch lecker…