Home » Traumtagebuch » Völlig fertig am nächtlichen Bahnsteig

Völlig fertig am nächtlichen Bahnsteig

Traum:
Spät in der Nacht oder sehr früh am Morgen auf einem unterirdisch gelegenen Bahnsteig. Vor Müdigkeit leicht fröstelnd, warte ich auf die Einfahrt der U-Bahn, die mich nach Hause bringen soll. Erschöpft und unkonzentriert bemerke ich erst jetzt, dass Inhalte meiner Hand- und meiner Umhängetasche abhanden gekommen sein müssen, denn sie tragen sich mit einem Male so leicht. Oh nein, oder sind gar die Taschen verschwunden? Nein, da sind sie noch. Allerdings fehlt wirklich etwas. Vor allem die Handtasche wurde ausgeräubert. Das Portemonnaie mit all den persönlichen Dingen ist weg. So ein Schreck! Ich gehe einige Schritte zurück und überlege, ob ich es vielleicht nur verloren habe und ich es wiederfinden kann. Dabei entdecke ich eine alte abgewetzte Lederbörse, die eine leicht ovale Form hat. Na, die kommt ja wie gerufen. Die ist besser als nichts. Als ich sie in meine Handtasche stecke, bekomme ich aber doch ein schlechtes Gewissen… vielleicht wurde sie jemandem entwendet und der Besitzer sucht jetzt danach?

Vor Müdigkeit schwinden mir die Sinne und es entgeht mir völlig, dass inzwischen meine Bahn eingefahren ist – etwa fünfzig Meter links von mir hält sie. Unfassbar, aber ich habe total vergessen, in diese einzusteigen. Nun ist sie abgefahren.

Ich laufe los, muss noch eine Fahrkarte ziehen, doch es wurde ein neuartiger Automat aufgebaut und ich kann ihn nicht so schnell bedienen. Zum Glück kommen einige Bahnbeamte aus einem kleinen Kabäuschen und geben mir hilfreiche Anweisungen. Okay, geht doch.

Na, und so ein Glück: ganz entgegen dem Fahrplan fährt schon nach nur zwei Minuten eine weitere U-Bahn in meine Richtung ein. Doch als ich sie bemerke, fällt mir siedendheiß ein, dass ich meinen weißen Pulli mit Zopfmuster auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig habe liegen lassen. Jedenfalls fehlt der Pulli. Und nun? Schnell durch das Gleisbett laufen, drüben hochklettern, den Pulli holen und zurück… Aber nein, das ist Wahnsinn, womöglich komme ich auf der anderen Seite nicht schnell genug hoch und werde überfahren. Das Licht der Scheinwerfer strahlt schon bis hierher, es wäre leichtsinnig. Von diesen Überlegungen aufgehalten, versäume ich blöderweise auch diese Bahn…

Inzwischen ziemlich verzweifelt warte ich auf die nächste Bahn. Und wer weiß, wie häufig sie zur Nachtzeit fährt? Oje, erst jetzt bemerke ich, dass ich noch mehr verloren habe. Meine schwarze Jeansjacke fehlt, die ich über meine Umhängetasche gelegt hatte. Ebenso fehlt ein weiteres dunkles Accessoire. Es verwirrt mich, dass ich dies nicht eher bemerkt habe fast entgeht meiner Aufmerksamkeit, dass bereits eine dritte Bahn eingefahren ist, die – es kommt einem Wunder gleich! – ebenfalls in die von mir gewünschte Richtung fährt. Es kostet große Anstrengung und Konzentration, ich muss meine Beine geradezu dazu zwingen, mich zur Bahn zu tragen und einzusteigen.

Puh puh puh… ich habe es dann tatsächlich geschafft. Und hey, vielleicht habe ich meine Jacke gar nicht verloren? Denn ich trage etwas bei mir, das eine Jacke sein könnte. Uih, ich hatte echt schon geglaubt, kaum noch Klamotten zu haben.

Völlig gedankenverloren schaue ich aus dem feucht beschlagenen Fenster. Erst nachdem wir eine recht lange Strecke zurückgelegt haben, registriere ich die Hammewiesen… Hammewiesen??? Oh nein, ich bin ja in der falschen Bahn?! Mein Ziel liegt doch irgendwo in Frankfurt und nicht in Worpswede?! Meine Güte, das ist nur passiert, weil ich völlig übermüdet bin.

Bei der Ankunft am Worpsweder Bahnhof breche ich in heiße Tränen aus. Die Ältere ist da und ich frage sie schluchzend: „Wie komme ich von hier nach Haus? Ich habe es vergessen!“ Es ist ganz furchtbar. Die Müdigkeit umnebelt mich, so dass ich wirklich keinen Weg mehr sehe. Die Ältere und die „Kirsche“ wollen, dass ich mit dem Arbeiten anfange. Ich bin kurz vor einem Zusammenbruch und erkläre unter Tränen: „Ich habe Tag und Nacht weder gegessen, getrunken noch geschlafen! Ich weiß nicht, wie ich nach Hause finde!“ Doch die beiden Frauen meinen, dass das alles völlig belanglos sei, ich solle mal meine Pflicht tun. In der Küche der Älteren breche ich erneut in Tränen aus und bin kurz vorm Umfallen. Ich flehe die Ältere an: „Ich möchte mich ausruhen! Ich will nach Hause! Vielleicht kann Mike mich zurückholen?!“ Er ist meine einzige Hoffnung… ansonsten weiß ich auch nicht mehr weiter.

Tags: