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Wolkenfilter verändert reale Wetterlage

Traum vom 6. Mai 2006

Eine gemütliche Zugfahrt im Halbdunkel. Es ist sommerlich warm, und wir sitzen oder stehen alle nah beieinander in einer alten Eisenbahn. Es ist der Moorexpress, mit dem ich als Jugendliche regelmäßig fuhr. Ein Elternpaar mit zwei fast erwachsenen Kindern hält sich mit mir im Abteil auf. Vermutlich kommen sie aus den USA. Ich bekomme ihre Unterhaltung mit, bei der es sich darum dreht, dass sich das Wetter hier – am Rande von Worpswede – etwas anders darstellt als erwartet. Das Wetter ist deutlich schöner als vorhergesagt.
Als Ortskundige mische ich mich freundlich in die Unterhaltung und sage, dass man die Vorhersagen halt richtig deuten müsse! Ich weise die Familie dann auf die Wolkendecke hin, die einen verändernden Einfluss auf die Worpsweder Wetterlage hat. Ich blicke zum Himmel hinauf, die Blicke der Familie machen es mir nach. Der Eisenbahnwaggon hat kein Dach, so dass der Blick direkt zur Bewölkung geht, die sich nah über dem Dach befindet: eine flache Wolkenbank aus länglichen Regenwolken. Mittendrin ist eine Lücke, die den Blick auf den höher liegenden Himmel freilässt. Und durch diese Lücke kann ich das wirkliche Wetter erkennen, das sich deutlich freundlicher und erfreulicher zeigt, als die Wolkenbank vermuten ließe. Die reisende Familie kann von ihrem Standpunkt aus diese Lücke nicht sehen, so erkläre ich es: Das Wetter oberhalb ist anders als hier unten! Es ist also gut möglich, dass schöneres Wetter vorhergesagt wurde, dieses aber nicht im vollen Umfang durch die Wolkendecke dringen kann. Umgekehrt kann es aber auch sein, dass viel Regen angekündigt wurde, aber dieser sich durch den Wolkenfilter spürbar verringert wird. Mit der Zeit lernt man diesen Faktor zu berücksichtigen und gut einzuschätzen. Ich werfe einen forschenden Blick nach oben und freue mich, eine gute Nachricht aussprechen zu können: „In den nächsten Tagen wird das Wetter so schön sein, wie es angekündigt wurde. Und ein solch schönes Wetter ist hier wirklich ungewöhnlich!“ Es hatte auch viel geregnet – die letzten dunklen Wolken künden noch davon. Ermunternd sage ich zu der Familie: „Auch ihr könnt die kommende Wetterlage annähernd einschätzen, wenn ihr die Präsenz der Wolkendecke immer mit einberechnet.“ Die nächste Haltestelle ist Weyermoor – dort steige ich aus.

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