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Langeoog | Steppenhund | innere Ruhe

Geburtstagstraum:

Eine Reise in einem öffentlichen Landhaus, das sich auf vorgegebenen Wegen bewegt.

Im Seminarraum. An den Tischen sitzen Frauen meines Alters. Einige von ihnen loben der Seminraleiterin gegenüber den herrlichen Veranstaltungsort; allerdings augenzwinkernd: „Langeoog ist sooo schön!“ Es ist nämlich so, dass das Seminar tatsächlich auf Langeoog stattfinden sollte. Aus praktischen Gründen wurde es allerdings auf das norddeutsche Festland verlegt. Was nicht wirklich schlimm ist, da wir hier in einem hellen, atmosphärisch sehr freundlichen Seminarraum sitzen. Meine Teilnahme war nicht eingeplant, aber eine der Frauen hatte mich einfach aufgefordert, mich dazu zu gesellen. Nun soll ich, so wie auch die übrigen Frauen, einen Euro auf den Tisch legen. Eine Aufforderung, die mich ein wenig ins Schwitzen bringt, weil ich womöglich daran zweifele, den Erwartungen gerecht werden zu können. Aber ich lasse mich von all dem nicht beeindrucken und behalte meinen Platz ein.

Im letzten Waggon, ganz am Ende eine lange Speisetafel. Ich setze mich dazu. In der Mitte der Länge, Blick zur Wand. Mir gegenüber sitzt Herr Steppenhund. Ich esse ein wenig, greife dann die Papierserviette, um meine Lippen zu trocknen… einige Fusseln bleiben an den Lippen kleben. Zudem ist die Serviette ungehörig groß. Ja, sie scheint in meinen Händen sogar noch an Größe zu gewinnen, erlangt so die Ausmaße einer Mitteldecke – wie peinlich! Schnell setze ich das Weinglas an, nehmen einen Schluck – vielleicht entfernt das die Serviettenreste auf unauffällige Weise. Und noch einen Schluck… einen weiteren Schluck… Ach, es ist gar kein Rotwein, sondern Mineralwasser. Aber es spielt wohl kaum eine Rolle. Er blickt mich an, prüfend.

Ich mache mich auf den Weg, fort vom Tisch. Steven kommt daher. Er ist im Dienst, trägt seinen Kellneranzug. So als sei es wohlüberlegt, legt er mir den Arm um die Schultern und zieht mich einige Schritte mit sich. Im Seitenbereich eines alten Holztresens bleiben wir stehen. Er öffnet einen der zahlreichen alten Oberschränke, betätigt einen Kippschalter, legt ihn nach unten um… Ruhe… Mit einem Schlag kehrt Ruhe ein! Sofort spüre ich die einsetzende Entspannung. Ich frage mich noch, ob wohl alle Tätigkeiten eingestellt wurden, damit es so still sein kann. Aber stelle schnell fest: alles läuft weiter wie bisher, nur ich bin nicht mehr gezwungen, mir den dadurch entstehenden Lärm anzuhören. Welch ein wohltuendes Geschenk.

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