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Kritik an meinem Kontaktverhalten

Untertitel: Der Sauerbraten

Traum:
In meiner Wohnung, die mir nicht vertraut ist. Ein paar Unbekannte, die ich kenne, sind hier zusammengekommen. Völlig unerwartet erscheint Steven. Er kommt direkt auf mich zu – sichtlich schlecht gelaunt und aufgebracht – und berichtet von einer Angelegenheit, von der ich offenbar weiß, ohne dass mir dies bewusst wäre. Jedenfalls reagiere ich gelangweilt mit den Schultern zuckend: „Na und?“

„Na und sagst du dazu???“ Er wirkt noch verärgerter als zuvor. Nun erzählt er Genaueres und reicht mir einen Artikel, der wohl alles erklärt: An einem Ort im Web, der mir bis dato gar nicht bekannt war, findet eine lebhafte Diskussion statt. An dem Thema „Ist es vertretbar, im Internet viele Kontakte zu knüpfen?“ erregen sich einige Gemüter. Erstaunt lese ich, dass ich als Fallbeispiel herbeigezogen wurde, ohne dass es mich jemand hätte wissen lassen! Nun gibt es ein Pro und Contra hinsichtlich meines Kontaktverhaltens. Noch erstaunter bin ich darüber, die Namen einiger bekannter Blognachbarn zu lesen, die sich rege an der Diskussion beteiligen. Unter anderem erinnere ich eine Bekannte, die astrologische Aufstellungen macht und – wer hätte das gedacht – Herr B&M! Ich bin platt… nie im Leben hätte ich ihm zugetraut, dass er zu meinem Verhalten kritisch Stellung bezieht, ohne dass ich zugegen wäre! Na, das ist jedenfalls ein äußerst interessanter Text, den ich nachher in aller Ruhe studieren werde.

Jetzt nehme ich Steven erst einmal den rohen Sauerbraten aus der Hand und laufe damit in die Elternküche um ihn zu verarbeiten. Dort will ich es in Scheiben schneiden. Ich greife ein Messer und sehe, dass die erste Scheibe schon fast abgeschnitten ist – es fehlt nur noch der trennende Schnitt. Aus dem restlichen Fleischstück lassen sich noch zwei weitere ordentliche Scheiben schneiden. Ja ja, das werde ich tun, auch wenn Steven sich darüber aufregt! Ich spüre feste Entschlossenheit und Kraft, werde das Messer gleich ansetzen. Ich finde, der Sauerbraten sollte zerteilt, zubereitet und verzehrt werden!

Ich trete hinaus in die Nacht. Die Lichter der Großstadt lassen den Nachthimmel rotbraun leuchten. In meiner Nähe strebt ein altes Haus in die Höhe. Es hat einen quadratischen Grundriss, ist aus Ziegelsteinen gemauert und all die Fenster ringsum leuchten von innen heraus. Es ist ein wundervoller Anblick. Ich ziehe meine Kamera raus, um eine Aufnahme von diesem feierlichen Anblick zu machen. Doch irgendwie habe ich die Sache nicht fest im Griff, denn jedes Mal, wenn ich mich zum Abdrücken bereit mache, neige ich die Kamera. Mir scheint die Kraft zu fehlen, sie zu fixieren. Mehrmals versuche ich es, mit diesem unangenehm nachgiebigen Gefühl in den Händen. Anstelle des Hauses mit den leuchtenden Fenstern sehe ich stets einige Passanten auf dem Display. So versuche ich es weiter, indem ich das Display direkt an mein linkes Auge presse. Das ist idiotisch, ich weiß das und fühle mich auch so, aber ich kann nichts dagegen machen, dass ich es so mache! Ich versuche, die Kamera zu entziehen, weil ich einen Bekannten nahen spüre, der mich so nicht sehen soll, aber immer wieder muss ich zusehen, dass ich die Kamera wieder ans Auge drücke, so als könne ich so besser fokussieren…

Ich glaube, an diesem Ort wird in kurzer Zeit eine Hochzeit stattfinden. Nur noch ein wenig warten, dann werden Brautpaar und Gäste hier eintreffen. Links ein Park.

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Eine Antwort zu Kritik an meinem Kontaktverhalten

  1. REPLY:
    lieber Herr B&M, nun atme ich auf. Sicherlich fehlte mir im Traum nur der nötige Scharfblick um zu erkennen, dass Sie sogar für mich Partei ergriffen haben. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet kam mir inzwischen allerdings die Idee, doch mehr Ecken und Kanten zu zeigen, an denen sich meine Mitmenschen stoßen können. Das wäre nicht so langweilig für alle Beteiligten. Von daher… gerne komme ich mit meinem Sauerbraten bei Ihnen vorbei. Ihre Visitenkarte habe ich ja – ich rufe vorher kurz an! Oki? Okidoki!