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Blitze und ein gekentertes Wikingerschiff

Traum:
In der Nacht werden Mike und ich von einem unerwarteten Gewitter geweckt. Wir sitzen aufrecht im Bett und schauen durch das Fenster zum Spektakel da draußen. Es blitzt und donnert ohne Unterbrechung. Ein unablässiges Zischen, Sirren, Bizzeln, Knistern, Knatter und Wummern. Die Blitze leuchten orange.
Vom Schlaf noch umnebelt, bin ich gar nicht sicher, ob… „Oh Mann, ich weiß gar nicht, ob ich die Stecker vom PC gezogen habe“ flüstere ich Mike besorgt zu. Doch er beruhigt mich sofort: „Doch, das hast Du.“

Da, ein horizontal verlaufender Blitz, grellorange leuchtend mit leichten Ausschlägen nach oben und unten. Auf Höhe meiner rechten Schläfe knistert und knallt er vorbei nach links hinüber und verläuft direkt vor dem Fenster vorbei. Es hört gar nicht auf! Es ist so, als säße da weiter rechts von mir jemand, der unablässig nachfeuert.

Der Blitz fährt in den grauen Kasten mit dem Transformator, der an der Straße der Kindheit steht – ich sehe es von hier. Ach du liebe Zeit! „Habe ich den Stecker der Wlan-Box gezogen?“ Ich könnte mich nicht daran erinnern. Doch Mike sagt beruhigend, der Stecker sei ausgezogen.

Im Zwielicht der Straßenlaternen ist eine weiße Emaillewanne oben auf dem Trafo stehen; direkt neben der mittig platzierten Rundumwarnleuchte. Die Wanne ist randvoll mit Gedöns, das ich nicht mehr erinnere. Der horizontale Blitz zieht nach wie vor seine zischelnde Linie. Und irgendein Wahnsinniger kommt jetzt auf die Idee, noch mehr Bewegung hineinzubringen, ruckelt an der Wanne, die eh schon vom blitzgeschüttelten Trafo in Vibration versetzt ist. Die Wanne könnte samt dem Zeugs hinunterfallen, was eine furchtbare Katastrophe wäre! Gleichzeitig nehme ich aus dem linken Augenwinkel Folgendes wahr: Der am Transformator angrenzende Binnensee ist aufgewühlt. Die schwarzen Wellen, mit glitzernden Lichtern, tragen schreckerstarrte graue Schaumkronen. Mitten auf dem See ein kleines Wikingerschiff. Es wankt und kippt hin und her. Die Männer an Bord kämpfen um das Gleichgewicht, um nicht unterzugehen.

Inzwischen sitze ich längst nicht mehr im Bett, sondern befinde mich mitten im Geschehen. Ich gehe jetzt um jenen Teil des Sees, der zuvor im toten Winkel lag. So nehme ich eine andere Perspektive ein, habe mehr das Schiff im Fokus. Der See ist noch immer unruhig. Das Wikingerschiff ist längst gesunken. Einige Wikinger stehen oberschenkelhoch im Seewasser und bergen ihre leblosen Kumpane. Einen sehe ich genau: ein starker Mann mit breiten Schultern. Er hebt gerade einen Leichnam aus dem Wasser. Sein Gesicht voller Schmerz und die leblosen Gesichtszüge des Toten…. ein erschütternder Anblick, den ich nicht lange ertragen kann. Ich muss meinen Blick bald abwenden, davon pausieren lassen. Niemals hätte ich gedacht, dass es wirklich zu solch einer Tragödie kommen könnte!

Ich wende mich dann vom See ab und betrete einen gefüllten Raum voller Menschen und wohliger Wärme. Alle arbeiten eifrig und flink. Vielleicht ist es ein Betriebsraum oder ein Maschinenraum. Auch ich kann hier aus dem Vollen schöpfen – jede Menge Aufgaben warten darauf, erledigt zu werden. Ich spüre meinen Schaffensdrang.

Notiz:
Sonderbar… im Traum erlebte ich ein Römerschiff und Römer. Doch beim Notieren des Traumes schrieb ich – ohne dass ich es erst einmal bemerkte – von Wikingern.

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