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Blaues Wunder

Traum:
Ganz früh am Morgen überquere ich eine Straße. Ganz gemütlich, schräg hinüber gehend: es ist noch nichts los auf den Straßen. Links eine alte Stadtmauer. Durch einen Bogen gelange ich auf die andere Seite… Gedanklich beschäftigt mich die Frage mit den Paketzustellungen.

Der Weg führt eine Nebenstraße entlang; fast ein wenig ländlich gelegen. Am rechten Straßenrand eine mehrfach gespannte Wäscheleine, die mit verschieden pastellfarbenen Spannbettlaken behängt sind. Biberbettwäsche. Dieser Anblick erinnert daran, dass die Zustellbedingungen von Paketen geändert wurden: Neuerdings werden erst die Pakete zugestellt und der Empfänger muss zum Schluß die Versandkosten beim Erhalt entrichten. Ganz im Gegensatz zu früher, wo für gewöhnlich der Absender die Kosten trug.

Ja, da muss man echt mal überlegen, welche Konsequenzen das haben kann! Das bedeutet, ich muss ein jedes Paket erst einmal bezahlen, ohne überhaupt zu wissen, was darin ist! Womöglich will ich den Inhalt gar nicht haben?!? Eines ist klar: Zukünftig werde ich meine Bestellungen viel bewusster handhaben müssen. Damit ich genau weiß, wann etwas zu erwarten ist. Wenn ich nichts bestellt habe, lehne ich die Annahme des Paketes wohl besser ab, sonst erlebe ich womöglich mein blaues Wunder!

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Inzwischen habe ich eine nahezu dunklen Raum erreicht. Er ist erst halb fertig, oder schon zur Hälfte ruiniert – das ist nicht zu unterscheiden. Rechts oben ein erleuchtetes Fenster. Ein Mann und eine Frau davor, wie Scherenschnitte. Gleich daneben eine Fensteröffnung. Ein blauer Himmel mit weißen Wölkchen. Sonderbar irgendwie… An der gleichen Wand eine weitere Fensteröffnung, die Blick auf blauen Himmel mit weißen Wölkchen gewährt. Sonderbar, irgend etwas ist hier verkehrt. Die Wolken haben etwas Surreales… erinnern an Bilder von Magritte

Noch während ich eintrete, vernehme ich eine neutrale und klare Anweisung, die wohl automatisch bei Betreten dieses Raumes abläuft:

„Schauen Sie auf den Himmel, richten Sie ihre Wahrnehmung ausschließlich auf den Himmel und blenden alles andere aus. Sehen Sie, was dann geschieht!“

Ah so, dies ist wohl ähnlich einem vergnüglichen Fahrgeschäft auf der Kirmes. Mal sehen… Im ersten Moment gar nicht so einfach, die Anweisung zu befolgen. Aber nun gelingt es doch, indem ich den Blick weite und auf die Himmelsausschnitte in den Fenstern fokussiere. Das Ausblenden der Materie löst kurz ein haltloses Gefühl aus und… so seltsam die Wolken am Himmel… Plötzlich entzieht sich der Boden unter mir, von einer Sekunde zur nächsten! Wie eine Rakete sause ich einen (Fahrstuhl)Schacht hinunter. Ich nehme wahr, dass sich mein Mund zu einem Schrei öffnet, dass kaum ein Ton hervorkommt und dass es etwas unangenehm ist. Ja, ein solcher Fall ist schrecklich! Doch in meinem Bauch breitet sich ein großes Lachen aus, und ich überlege etwas amüsiert, dass meine Reaktion ja lächerlich ist, schließlich soll das hier ein Vergnügen sein. Ja, vielleicht ist dies der Inhalt eines Paketes, das ich unvorsichtigerweise angenommen habe… Gleichzeitig überlege ich, ob überhaupt jemand mein Schreien hören kann, an diesem doch abgelegenen Ort. Doch, Mike ist ja nahe, vielleicht…

Von meinem eigenen kläglichen Schreien aufgewacht.

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