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Herumtreiberin und acht Eier im Fahrstuhl

Untertitel: Wir wollen hoch hinaus!

Traum:
Frankfurter Innenstadt. Mit Freunden, die zu Besuch in der Stadt sind, betrete ich die weite Empfangshalle einer großen Bank. Recht schnell bemerke ich eine Übersichtstafel am anderen Ende: Hey, da ist ein Fahrstuhl! Die Übersicht zeigt – zu erkennen an dem türkisgrünen Y – , dass es sich um einen hausinternen Fahrstuhl handelt. Aber er bietet etwas Unerwartetes: ganz hoch oben gibt es einen Übergang zu dem anderen Fahrstuhl, der zu der hohen Aussichtsplattform im 72. Stockwerk führt. Vor diesen obersten Stockwerknummern ist dann auch kein Y mehr zu sehen, was ich so deute, dass es eben nicht mehr zur Bank gehört. Ein netter Service, den Übergang zu dem anderen Fahrstuhl zu ermöglichen.

„Das machen wir doch, oder?“ frage ich die anderen. Kaum ausgesprochen, besteigen wir schon den Fahrstuhl, der so geräumig wie ein großes Zimmer ist. Wir stellen uns rundum an die Wände. Eine unbekannte Person springt noch hinzu, ehe sich die Türen schließen. Diese Person steht so nah links von mir, dass ich sie nicht erkennen kann. Aber dem Geruch und der Ausstrahlung nach, vermute ich eine Herumtreiberin mit einem leichten Alkoholproblem. Begeistert bin ich davon nicht, aber lassen wir uns mal nicht stören und stören auch umgekehrt diese Person nicht. Der Fahrstuhl hat sich in Bewegung gesetzt. Ich nutze die Fahrzeit, um zwei Mal vier hartgekochte Eier von ihrer Schale zu befreien. Ich lasse die Eierschalenstücke in das Frischhaltetütchen fallen, das zwischen meinen Füßen steht. Als alle acht Eier geschält sind, lasse ich sie zu den Eierschalen in die Tüte fallen. Fertig! Da sind wir gut vorbereitet. Währenddessen gibt es leise Unterhaltungen, die Herumtreiberin hört still zu.

Mit einem Male steht eine Pritsche mitten im Fahrstuhlraum. Die Herumtreiberin – gekleidet mit einem weiten langen Rock, einer Schürze und Kopftuch – legt sich mit dem Rücken drauf, faltet ihre Hände auf dem Bauch und nutzt ganz offensichtlich dieses psychoanalytische Setting. Ich befinde mich hinter ihrem Kopf und höre zu, was sie zu sagen hat. Keiner von uns sagt etwas zu ihren Ausführungen, aber so soll es ja wohl auch sein. Irgendwann muss ich aus vollem Herzen lachen… wie sie so erzählt, ohne dass ihr bewusst wäre… Ich möchte ihr gerne etwas spiegeln. Etwas übertrieben imitiere ich sie: „Wie alt bin ich eigentlich? Bin ich 42 Jahre alt? Ja, will ich ein Kind? Ja… bin ich denn überhaupt noch fruchtbar???“

Mit einem Lachen ist sie von der Pritsche entlassen. Mit nachdenklich gesenktem Blick schlurft sie aus der Mitte. Ganz offenbar wird ihr gerade jetzt zum ersten Mal etwas bewusst.

Notiz:
Hoffentlich kein Eisprung!

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