Home » Traumtagebuch » Bauchtanz mit Grauschleier

Bauchtanz mit Grauschleier

Traum:
In Worpswede findet eine große Veranstaltung statt. Alle Straßen sind erfüllt von Menschen und Aktionen. Die Stimmung ist gut. Eine ganze Weile war ich in der Rolle des interessierten Beobachters. Doch nun finde ich mich selbst in Aktion wieder – ich tanze!

Ganz versunken im Bauchtanz. Es ist, als habe ich nie damit aufgehört. Ich spüre die geschmeidigen Bewegungen meines Körpers, wie meine Arme den Schleier kreisen lassen, ohne dass ich über den Ablauf nachdenken müsste. Ja, wie schlafwandlerisch ist mein Bauchtanz – bis zu diesem Augenblick. Denn erst jetzt wird es bewusst und ich frage mich: „Was mache ich denn da?“

Meine Wahrnehmung tritt mittels einem Beobachter-Ich einige Schritte vom Traum-Ich zurück. Mein Anblick ist etwas anders, als ich erwartet hätte:

Ganz selbstvergessen, den Blick gesenkt, die Augen fast geschlossen… eine sichtlich starke Konzentration zeichnet herbe Züge in mein Gesicht, zieht weich-tiefe Furchen, die ich bisher nicht entdeckt hatte.

Während mein verträumtes Bauchtanz-Ich glaubt, mit luftigem Schleier zu hantieren, so ist aus der Distanz zu erkennen, dass dies gar nicht möglich ist, da der Schleier sich ein wenig um sich selbst gewunden hat. Auch hat er ein wenig von seiner Farbe eingebüßt – ich bemerke den Grauschleier. Ja, mein Ich führt den Schleier korrekt, aber da er nicht flattert und umschleiert, wirken die Armbewegungen fast unnötig und umständlich. Da ist nichts Schleierhaftes, es fehlt der Effekt, ohne dass ich es bemerkte… Immerhin bleibt es trotz allem ein ästhetischer Anblick.

Das Bauchtanz-Ich dreht sich wieder und wieder um sich selbst. So kann ich es aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Ein paillettenbesticktes Büstenteil… Sie ist magerer als ich bis jetzt dachte. Die Rippen wären zu zählen. Das Dekolletee wirkt ausgezerrt. Bei einer nächsten Drehung fällt mir das Neckholder-Top auf, das sie trägt. Da der Stoff verstärkt und zudem mit Perlen und Pailetten bestickt ist, liegt er wie ein starrer Latz vor Brüsten und Bauch. So geht der Stoff bei den schwungvollen Bewegungen nicht mit und gewährt so manches Mal, für einen kurzen Augenblick, Sicht auf Ihre Brüste. Es gibt nichts daran auszusetzen.

Meiner Aufmerksamkeit entgeht, dass sie mir im Laufe dieser Betrachtung immer fremder geworden ist, so als habe sie gar nichts mit mir zu tun.

Passender Link:
Blind Date

Verknüpfung:

Derwische in verkommenem Stadtviertel

Tags: