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Derwische in verkommenem Stadtviertel

Traum II:
Draußen am Stadtrand, ein eher verkommenes Stadtviertel. Die vielen Baustellen – weiträumig und tiefgreifend – lassen vermuten, dass hier grundlegende Veränderungen stattfinden. Ja, es fühlt sich an, als solle dieses Gebiet integriert werden. Ich gehe eine Nebenstraße entlang, wechsele mehrmals die Seite. Drei Männer gehen einige Schritte hinter mir. Kann sein, dass ihnen mein unvermitteltes Hin und Her lästig ist.

Eine größere Straße quert. Auch hier überall große Baustellen. Teile der Fahrbahn sind aufgerissen. Neben dem Bürgersteig weitere Ausgrabungen, sattbraune Erdhaufen. Teils mit rot-weißem Absperrband gesichert. Ich überquere die Hauptstraße. Der Bürgersteig ist zur linken Seite von einer langen weißen Hauswand gesäumt. Ein Torbogen führt in das langgestreckte Gebäude; ist jedoch mit einem Türgitter verschlossen. Während des Gehens werfe ich einen Blick hinein und sehe ein Stück Tanzfläche. Sich drehende Derwische. Es berührt mich unerwartet und tief… Es ist so, als habe ich Einblick in etwas… Unaussprechliches gewonnen… Weitergehen… Ein schöner Sommertag. Nur wenig Menschen sind hier unterwegs. Fast am Ende des langen Gebäudeteils angekommen, bemerke ich einen weiteren Torbogen mit hübsch geschmiedetem Türgitter. Ein großes Plakat – wie auf Blumenerdebeutelfolie gedruckt – davor gehängt, so dass nur seitlich schmale Einblicke gewährt werden. Hier sehe ich dennoch mehr als am Eingang zuvor, und ich fühle mich mit meinen Augen eintreten… Eine weite Fläche mit glatten Erdboden. Das Licht, die Wärme… – intensiv, hohe Schwingung, starke Energie… Tanzende Derwische… Gleichzeitig halte ich einen Telefonhörer in der Hand. Valerian ist am Apparat und fragt sehr ernst: „Was siehst Du?“

Ich habe Lust, ihn etwas zu necken, und da ich davon weiß, wie sehr er derzeit dem Sufismus zugetan ist, antworte ich wie abwinkend: „Scheiß Sufismus!“

Unbeirrt und nachdrücklich wiederholt er seine Frage: „Was siehst Du?

Es folgt eine ernsthafte Betrachtung: „Ich sehe tanzende Derwische in langen weißen Gewändern, mit geschlossenen Augen… sie tragen diese typischen Hütchen auf ihren Köpfen. Oder sagt man Sufis zu ihnen?“ Mit einem Male werde ich unsicher, ob sie Derwische oder Sufis heißen. Das unangenehme Gefühl, an eine gespeicherte Information nicht ganz klar heranzukommen. Wie auch immer… während ich hineinsehe, spüre ich die dichte Stimmung, die Wärme und etwas, das mich anzieht…

Ich wende mich ab, überquere die Straße und kehre quasi auf das Gelände zurück, von dem ich kam. Nahe der Straße steht eine Holzbank. Darauf liegt ein junger Schwarzer. Als er mich bemerkt, springt er auf, gibt mir einen festen Tritt in den Arsch und setzt sich wieder. Er wirkt freundlich und schaut mich offen an, er wirkt nicht sonderlich aggressiv und so sage ich zu ihm: „Hey, meinetwegen gib mir einen Arschtritt, aber verrate mir wenigstens warum!“

„Weil ich immer Pizza essen muss!“, antwortet er, nun leicht beleidigt.

Ich finde, Pizza ist doch eine lecker runde Sache. Aber na gut, okay… immer nur Pizza ist natürlich auch nicht gesund. So gebe ich zu: „Ja, Du hast Recht! Außerdem gibt es sooo leckere Kartoffelberichte Kartoffelgerichte!

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Tanzende Derwische – die reichsten Bettler der Welt

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