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Schein und Schnee

Traum I:
[...] Der Raum liegt einige Stockwerke hoch. Als ich ihn erreiche, ist der Empfang bereits in vollem Gange. Die Atmosphäre ist gediegen; gedämpft wie die Geräusche, die von vielen alten Teppichen geschluckt werden. Viele Männer in Geschäftskleidung stehen einzeln, beobachtend, oder zu zweit, plaudernd. Manche halten ein halb geleertes Sektglas in der Hand. Der weite Raum bildet einen Winkel, zwei große offene Glastüren führen auf eine großzügige Dachterrasse.

Etwas lässt mich zögern… ich orientiere mich – schließlich will ich hier doch etwas? Etwas weiter hinten im Raum sehe ich Dr. Schein stehen. Er beobachtet mich mit einem kleinen Lächeln – vielleicht amüsiert er sich über mich? Wie auch immer, er wirkt sehr sympathisch. Der Impuls, direkt auf ihn zuzugehen und ihn zu begrüßen – war ich deswegen nicht sogar hierher gekommen?? – ist deutlich spürbar. Aber irgendwie ist er von etwas Ungreifbarem umgeben, das mich ausweichen lässt. Zwei Schritte hinter ihm steht der Worpsweder Millionär, und obwohl der mir deutlich unsympathischer ist als Dr. Schein, richte ich meinen Blick nun auf ihn und mache einige Schritte auf ihn zu… Jedoch kehre ich bereits nach ersten kleinen Trippelschritten wieder um und gehe hinüber auf die Dachterrasse.

Hier weht ein angenehmer, milder Wind. Und während meine schulterlangen hellblonden Haare ganz weich in mein Gesicht wehen und ich sie immer wieder mit den Fingern nach hinten kämme, wird mir bewusst, dass ich schwarze Geschäftskleidung trage. Die Aufmerksamkeit richtet sich allerdings auf die Struktur meiner Haare. Sie sind so weich und leicht… – ich kann überhaupt nicht verstehen, wie ich meine Haare jemals anders tragen konnte, als so natürlich wie jetzt. Wunderbar!

Dann ist die ganzheitliche Weberin an meiner Seite, begleitet mich auf dem Weg über die Dachterrasse. Bald erreichen wir einen etwas abgelegeneren Punkt. Eine Frau fegt hier, nahe einem Dach, das aus dem Flachdach emporwächst. Neugierig schaut sie zu uns her. Oh, es ist so wunderbar! Ich bemerke erst jetzt: der Sommer ist vorbei – es liegt Schnee! Ganz wunderbarer, weicher Schnee. Die Weberin geht in die Hocke, nimmt ein braunes Stück Laub auf und schiebt es mit viel Feingefühl unter die Schneedecke. Sie will Ordnung halten! Jedoch bin ich nicht ganz damit einverstanden. Die Frau kann es nicht fortfegen, wenn es unter dem Schnee verborgen liegt. Ah, dieser herrliche Schnee… Ohne lange zu zögern, streife ich meine Filzpantoffeln ab und gehe einige Schritte barfuß. Hey, der Schnee hat angenehme Körpertemperatur. Die Weberin meint, ich könne hier nicht einfach barfuß im Schnee laufen. Vielleicht hat sie Recht? Schnell schlüpfe ich wieder in die Pantoffeln und wundere mich darüber, dass das erwartete Gefühl kalt-feuchter Füße ausbleibt. Sonderbar, ich habe weder nasse noch kalte Füße bekommen…

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