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Das Vertrauen des Glöckners

Traum:
Herr und Frau Snyder kommen in ihrer Funktion als Ärzte, denn irgendetwas ist mit dem Haus nicht in Ordnung.

Im Halbdunkel betrachtet Frau Snyder mein rechtes Knie. Ich habe das Hosenbein hochgeschoben, um ihr Blick auf die Einstichwunde dort zu gewähren. Sie versorgt die Wunde mit Rosencreme. Herr Snyder, der bis jetzt ganz abwesend wirkte, beugt sich – vom Duft der Creme wach geworden – über mein Knie und schnuppert… – mmmhhh! Den Bruchteil einer Sekunde nehme ich einen erotischen Hauch wahr und es ist, als wolle Herr Snyder am liebsten etwas Schmeichelhaftes sagen, unterbindet das aber wegen der Gegenwart seiner Frau. Voll Mitgefühl necke ich ihn augenzwinkernd und sage: „Ich will ja nichts sagen, aber… … …“ Dabei schaue ich ihn aufmerksam von der Seite an. Gleichzeitig spüre ich, dass Frau Snyder mich etwas überrascht aber doch wohlwollend beobachtet. Im nächsten Augenblick legt sie ihre Hände auf meine Wangen, zieht mich an sich heran und küsst mich auf den Mund. Wieder und wieder bringt sie unsere Lippen zu vielen sanften Küssen zusammen und murmelt aus dem Mundwinkel: „Sie Kluge!!“ Sie wirkt dankbar und sehr erleichtert, weil ich nicht auf ihn hereingefallen bin. Er scheint ein wahrer Schürzenjäger zu sein. Die Küsserei mit dieser Frau ist äußerst angenehm – ich spüre viel Wärme, pulsierendes Blut.

Dann verlässt sie die Räume. Anfangs denke ich, sie würde bald wiederkehren. Fast warte ich es sogar ab – innehaltend… Doch nein, sie kommt nicht wieder. Ich finde es toll, dass sie so viel Vertrauen zu mir hat, auch während ihrer Abwesenheit nicht auf Herrn Snyders Avancen hereinzufallen.

Hinter meinem Rücken ein weiter Raum, der für öffentliche Anlässe genutzt werden kann, derzeit aber ganz verlassen daliegt. Ja… nun sitzen Herr Snyder und ich uns also gegenüber; an einem Tisch im Halbdunkel. Wortlos, doch Blicke wechselnd. Er wirft mir verliebte Blicke zu… ein kleiner Flirt. Ich spüre es in meinen Augen blitzen. Ein Spiel mit dem Feuer… ich spüre in meinem Körper etwas aufwallen, ganz prickelnd, wie Wasser das sich berauschend in mir ergießt – ich tippe auf Hormone. Uih uih, mein Kopf ist wie trunken. Gut, dann muss ich jetzt doppelt wachsam sein, und die nötige Distanz wahren.

Auf einem kleinen Rechnungsblock addiere ich zwei Beträge. Der Endbetrag ist von mir oder von Herrn Snyder auszahlbar. Ich muss die Zahlen mehrmals korrigieren, denn ich bin ganz unentschlossen, wie ich vorgehen soll: der Endbetrag gibt einen runden Betrag, nämlich 180 Euro. Da ich das weiß, könnte ich beide Einzelbeträge auf neunzig aufrunden – lässt sich leichter rechnen – allerdings wären das nicht die korrekten Beträge. Ich weiß echt nicht, ob ich es so oder anders schriftlich festhalten soll. Ja, ganz sicher bin ich eh nicht, denn es könnte doch eventuell einige Cent über die 180 Euro hinausgehen. …

Bewegung. Kleiner Szenenwechsel. Ich stehe, mit der Klinke in der Hand, in einer offenen Tür, blicke – dabei ein dunkles Zwischenreich überbrückend – hinüber zur gegenüberliegenden Tür, wo Herr Snyder gerade die Tür öffnet und zu mir herüberschaut. Zwischen uns der dunkle breite Spalt, wie ein lichtloser Raum, der durchquert werden will, wenn wir zusammenkommen wollen. Herr Snyder scheint sicher zu sein, von mir mit offenen Armen empfangen zu werden, denn mit einem Male rennt er los, direkt auf mich zu! In seiner rotbraunen Kutte, die locker von einer Kordel gehalten wird. Barfuss ist er, und ich muss an einen Glöckner denken. Er rennt also los, trotz des dunklen Zwischenreichs zwischen den Türen, so als sei er überzeugt, ich werde mich schon kümmern. Schnell blicke ich mich zu Moina um, die viel näher am Lichtschalter steht. Ob sie das Licht einschaltet? Wollte ich es, müsste ich die Tür loslassen und diese würde daraufhin zufallen, ihm direkt vor die Nase. Ich nickte Moina auffordernd zu. Das Licht geht an, das Licht geht aus… – geht es wieder an?

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